Auf rund 280 Seiten analysiert Ritzer den gesamten filmischen Output von Hill und beweist eindrucksvoll wie stilbildend und wegweisend die Werke von Walter Hill das Genrekino der letzten zwanzig Jahre beeinflusst haben.
Wie gut, dass da neben der "Postmoderne" ein hässliches, da schwammiges Schlagwort durch die interdisziplinär angehauchten Institute geistert: das der "Intermedialität".
Insofern funktioniert dieses schöne, dicke Buch nicht bloß als Kaffeetischzierde für Fans der Serie, sondern zugleich als hochaktueller Werkstattbericht hiesiger Bilderproduktion.
Wer ein Grundinteresse am komischen Schreiben mitbringt, wird sich nach der Lektüre nicht selten bei Filmen oder Serien dabei ertappen, wie er aus dem Buch bekannte Begriffe erkennt.
Auf jeden Fall ein sehr detailreiches, im Zeitalter des Internets durch detaillierte Stab-Nennungen fast altmodisches, aber durch und durch kenntnisreiches Filmbuch...
Wer sich intensiv mit der Materie auseinandersetzen will, muss hier lange die Spreu vom Weizen trennen. Wer aber ab und zu einen kuriosen Wundertüteneffekt schätzt, der kann mit diesem Werk ein paar vergnügliche und irritierende Momente verbringen.
Essaybände sind eh meist eine Freude, dieser hier ist keine Ausnahme, vor allem, weil er nicht vorgibt, mehr zu sein als er ist und in seiner einfachen Klarheit und Sprache den Leser weder über-noch unterfordert.
Prinzipiell ist sein Buch dabei angenehm geschrieben, nur selten verliert sich Stiglegger in allzu wissenschaftlichen Formulierungen oder Stilblüten, so dass sich sein Buch auch für den normalen Kinogänger eignet...
Es wirkt, auch oder gerade wegen vieler ungenauer Behauptungen, falsch recherchierter Angaben und sogar Rechtschreibfehlern, eher wie ein Schnellschuss.
...Langeweile erhält aber dennoch nie Einzug, da Höltgens Stil in Verbindung mit der großen Informationsdichte vielmehr wie ein spannendes Filmbuch, weniger wie eine trockene Dissertation, wirkt.
Reich bebildert erhält hier jeder Film eine akkurate Inhaltsbeschreibung, genaue Angaben zur vorhandenen, restaurierten Kopie und, gegebenenfalls, eine kurze Definition zur Zensur.
Man fühlt sich nach der letzten Seite dem Land wirklich nahe, ist verdammt neugierig und wünscht man hätte Neuenkirchen damals als Erdkundelehrer gehabt.