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GEDRUCKTES IST TOT

MÄDCHEN, MACHOS UND MONETEN - DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES SCHWEIZER KINOUNTERNEHMERS ERWIN C. DIETRICH (2006, 1. Auflage)
von Thorsten Hanisch

Original Titel. MÄDCHEN, MACHOS UND MONETEN - DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES SCHWEIZER KINOUNTERNEHMERS ERWIN C. DIETRICH
Seiten. 200

Autor. BENEDIKT EPPENBERGER . DANIEL STAPFER

Review Datum. 2007-03-05
Erscheinungsdatum Deutschland. 2006-10-01
Verlag. SCHARFE STIEFEL

Erscheinungsformat.HARDCOVER MIT SCHUTZUMSCHLAG
Sprache. DEUTSCH

Im Bereich der deutschen Filmliteratur sieht's leider nach wie vor sehr mau aus, wenn man sich über etwas speziellere Themen informieren möchte. Entweder werden große, allseits bekannte Namen -oft recht oberflächlich- abgearbeitet oder man darf sich durch die trockenen Betonwüsten der Filmwissenschaft kämpfen. Wenn's dann mal ein bisschen abseits der konventionellen Pfade sein soll, bleibt fast nur der Griff zu den lieblosen, gern mit Schreibfehlern gespickten und noch häufiger schlecht recherchierten Büchern des berühmt-berüchtigten Verlags mit den drei Buchstaben; von kompetenten Knaller-Werken à la CRYSTAL LAKE MEMORIES: THE COMPLETE HISTORY OF FRIDAY THE 13th welche außerhalb der heimischen Lande in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ins hungrige Fan-Volk geworfen werden keine Spur.

Wie schön, dass da wenigstens unsere Schweizer Nachbarn ein Einsehen haben und ein schlichtweg fantastisches Buch über einen in der Filmjournalistik bisher leider noch kaum unter die Lupe genommenen Menschen veröffentlichen:

MÄDCHEN, MACHOS UND MONETEN - DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES SCHWEIZER KINOUNTERNEHMERS ERWIN C. DIETRICH

Dietrich ist -wenn überhaupt- der Allgemeinheit wohl eher nur als Jess Franco-Produzent oder allerhöchstens vielleicht noch als Ingrid Steeger-Entdecker und Regisseur ihrer Sexklamotten ein Begriff: Doch der umtriebige Schweizer war auch als Verleihchef und Multiplex-Besitzer unterwegs und gestaltete die Kinolandschaft der 70er und 80er-Jahre maßgeblich mit. Und davon erzählt das Buch: Vom jungen Erwin, der unbedingt ins Filmgeschäft wollte und dies mit Geschick und Beharrlichkeit auch schaffte und vom großen Erwin, der im Filmgeschäft mit noch größerem Geschick, noch größerer Beharrlichkeit trotz unglaublich vieler Stolpersteine ein Vermögen machte, aber dem die gesellschaftliche Akzeptanz immer verwehrt blieb.

Das ist von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer wunderbar flüssig -mit einer Mischung aus Distanz und Bewunderung- kompetent geschrieben, mit vielen wunderbaren Anekdoten angereichert und reißt einen knapp 200 Seiten - ohne Durchhänger - mit. Und wer eine Lesepause einlegen mag, kann sich an den vielen, wunderbaren Bildern (Privataufnahmen, Set- und Aushangfotos, Filmplakate) ergötzen.

Besonders schön ist, dass sich die beiden Autoren nicht nur Dietrich annehmen, sondern auch wichtige Personen aus seinem Umfeld (Peter Baumgartner, Georges Morf...) gründlich ausleuchten.

Etwas schade ist allerdings, dass auf die Filme selbst kaum eingegangen wird, man hätte an mancher Stelle schon gerne mehr von den Werken gewusst, die auf irgendeine Weise eine Rolle in Dietrichs Karriere spielten.

Dennoch: Das Buch ist ein Juwel, der hohe Preis rechtfertigt sich durch eine tolle Präsentation und viel Hingabe zum Thema. Bitte zahlreich zugreifen!


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