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GEDRUCKTES IST TOT

FERNSEHEN WIDER DIE TABUS: SEX, GEWALT, ZENSUR UND DIE NEUEN US-SERIEN (2011, 1. Auflage)
von André Becker

Original Titel. FERNSEHEN WIDER DIE TABUS: SEX, GEWALT, ZENSUR UND DIE NEUEN US-SERIEN
Seiten. 136

Autor. IVO RITZER

Review Datum. 2013-10-26
Erscheinungsdatum Deutschland. 2011-07-11
Verlag. BERTZ + FISCHER

Erscheinungsformat. BROSCHIERT
Sprache. DEUTSCH

Die im Bertz + Fischer Verlag herausgegebene Reihe Kultur & Kritik besticht insbesondere durch die Wahl der Themen und der Autoren, die sich damit auseinandersetzen. Marcus Stiglegger hat z.B. mit TERRORKINO: ANGST/LUST UND KÖRPERHORROR gezeigt wie wichtig eine fundierte filmwissenschaftliche und kulturtheoretische Analyse für das Verständnis gegenwärtiger Tendenzen im modernen Horrorkino ist.

In der Kultur & Kritik Reihe erschienen ist ebenfalls FERNSEHEN WIDER DIE TABUS: SEX, GEWALT, ZENSUR UND DIE NEUEN US - SERIEN von Ivo Ritzer. Das mit 136 Seiten eher schlanke Buch konzentriert sich ähnlich wie Stiglegger auf aktuelle Trendbewegungen innerhalb filmischer Ausdrucksweisen. Ritzer beschränkt sich allerdings auf das Fernsehen und die neuen US-Serien, die sich neben aller narrativer Finesse durch exzessive und explizite Sex- und Gewaltsequenzen auszeichnen. Der Autor beschreibt dabei in welche Kontexte und Erzählkonventionen die jeweiligen Tabubrüche eingebettet sind und inwiefern konfrontativ angelegte Grenzüberschreitungen im Medium Film subversive Elemente transportieren (können/wollen). Daneben steht erwartungsgemäß auch die Bedeutung von Zensur und die Aufschlüsselung der ökonomischen Dimension geplanter Tabubrüche im Bereich bewegter Bilder im Vordergrund.

Ritzer greift dabei auf einen nicht immer zugänglichen Schreibstil zurück, der zumindest ein gewisses Grundverständnis der Theorien wegweisender Medientheoretiker voraussetzt und es zeitweise schwer macht dem Text mit voller Konzentration zu folgen. FERNSEHEN WIDER DIE TABUS: SEX, GEWALT, ZENSUR UND DIE NEUEN US - SERIEN liest sich mitunter daher auch etwas zäh und die zahlreichen Verweise von Foucault bis Baudrillard und Freud tun ihr übrigens und führen dazu, dass das Buch erhöhte Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert. Wer ein wenig Geduld mitbringt wird jedoch mit interessanten Interpretationen und Schlussfolgerungen belohnt, die eine spätere Rezeption der betreffenden Serien sicherlich nachhaltig beeinflussen dürften.

FERNSEHEN WIDER DIE TABUS: SEX, GEWALT, ZENSUR UND DIE NEUEN US - SERIEN behandelt sorgfältig (auch mittels Bildmaterial) Serien wie TRUE BLOOD, SPARTACUS und SEX AND THE CITY, setzt sich aber auch mit weniger erwartbaren Kandidaten wie HAWAII FIVE-0 auseinander und beweist damit einen lobenswerten Weitblick, der sich positiv auf die Inhaltsebene des Buches auswirkt.

Insgesamt überzeugt das Buch vor allem als filmwissenschaftliche Analyse. Ritzer dringt unter die Oberfläche und beleuchtet das Phänomen konfrontativer und freizügiger Sex- und Gewaltdarstellungen in den neuen amerikanischen Serien allumfassend und aus verschiedenen Perspektiven. Der Autor vergisst zudem nie die gesellschaftliche Dimension der Thematik und die Kontextualisierung der Serien als Ware innerhalb der globalen Kulturindustrie. Insofern ein durchweg aufschlussreiches und lesenswertes Buch, das die Anschaffung lohnt.


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