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KAPITELWAHL

SAND SHARKS (USA 2012)

von Florian Lieb

Original Titel. SAND SHARKS
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. MARK ATKINS
Drehbuch. JOE BENKIS . CAMERON LARSON
Musik. MARI SALVUCCI
Kamera. MARK ATKINS
Schnitt. SEAN CAIN
Darsteller. CORIN NEMEC . BROOKE HOGAN . ERIC SCOTT BROOKS . VANESSA LEE EVIGAN u.a.

Review Datum. 2012-10-11
Erscheinungsdatum. 2011-03-30
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.77:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Trittbrettfahrer sind kein unbekanntes Phänomen in Hollywood. Fast schon obligatorisch geworden sind die Mockbuster von The Asylum, die von (AMERICAN WARSHIPS (BATTLESHIP) über TRANSMORPHERS (TRANSFORMERS) bis hin zu ALMIGHTY THOR (THOR) reichen. Aber auch der Erfolg von Alexandre Ajas PIRANHA 3D hat neben dem unausweichlichen Sequel, PIRANHA 3DD, einige Nachahmer gefunden. Einer davon ist in gewisser Weise Mark Atkins' SAND SHARKS, der sich - wie das Poster bereits ahnen lässt - munter bei Steven Spielbergs Meisterwerk JAWS bedient. So ist nicht nur das Filmplakat nahezu 1:1 übernommen, sondern auch viele Szenen bis hin zum umgewandelten Zitat "We're gonna need a bigger beach". Cineasten und Spielberg-Afficionados werden wohl mit ihren Augen rollen, aber wer Atkins' Film als das akzeptiert, was er sein will (und auch ist), wird seinen wahren Spaß haben.

Dabei ist das Ergebnis keineswegs so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Der Film ist schlichtweg schlecht, punktum. Angefangen mit den Effekten der Sandhaie, die immerhin nur sporadisch und als Mittel zum Zweck zum Einsatz kommen. Allerdings nimmt sich der Film zu keinem Zeitpunkt ernst, was schon alleine das Casting von Hulk Hogans nichtsnutziger Tochter Brooke als fachsimpelnde Meeresbiologin zeigt. Egal ob jenseits von Gut und Böse übersteuerte Farbtöne - die Gesichter der Schauspieler driften bisweilen derart ins Rote hinein, dass man meinen könnte, sie hätten den schlimmsten Sonnenbrand ever erlitten -, Plastik-Pistolen mit hörbaren Platzpatronen, etliche Anschlussfehler oder das unfassbar bedaddelte Drehbuch - rein objektiv erklärt all das durchaus die >3/10 Bewertung in der IMDb. Als Nonsense-Partyfilm reüssiert SAND SHARKS aber ohne Zweifel, soll hier doch weniger gegruselt als (aus-)gelacht werden.

Der größte Trumpf des Films ist dabei Corin Nemec, der sich Anfang der 1990er als 'Parker Lewis' ins Kollektivgedächtnis der jetzigen Ü30-Generation eingebrannt hat. Er gibt einen skrupellosen Party-Veranstalter, der einst ein Event plante, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen - darunter, nebenbei herrlich heruntergespielt, Frau und Kind des örtlichen Sheriffs - und mit seinem Versuch, ein "Sandman Festival" ins Leben zu rufen nun in sein altes Inselstädtchen zurückkehrt. Komme was wolle setzt der Sohn des Bürgermeisters sein Happening fortan durch, selbst als während des Strandfestivals die ersten Gliedmaßen durch die Luft fliegen. Nemec, der hier auch als Co-Produzent agiert, beweist, dass er nicht nur der 'Coole von der Schule' ist, sondern auch unter (Sand-)Haiangriff am Strand einen kühlen Kopf bewahrt. Und letzteres kann in SAND SHARKS nicht jede Figur von sich behaupten.

Obschon der Film munter JAWS, DEEP BLUE SEA und andere Filme referiert, ist er vermutlich in der Tat am besten als Double Bill mit Ajas herrlich sleazigem PIRANHA 3D geeignet (wahlweise vermutlich auch mit dessen Sequel oder - für ganz Mutige - als Bastard-Trilogie). Zwar weitaus weniger gekonnt in Szene gesetzt, gerät Atkins' Film nicht minder unterhaltsam als sein Vorbild, wobei die fehlende Drehbuchqualität ihre ganz eigenen Vorzüge entwickelt. Wo sich ein ABRAHAM LINCOLN: VAMPIRE HUNTER ausgesprochen ernst nimmt, blödelt SAND SHARKS munter drauf los. Und für ein sich seiner selbst bewusstes und so cheap wie möglich gedrehtes DTV-Filmchen ist das Ergebnis mehr als gelungen. Oder anders gesagt: Dafür, dass SAND SHARKS ein derbe schlechter Film ist, ist er am Ende doch ziemlich gut geworden.

DVD.
Das Bild der DVD ist an und für sich durchaus zufriedenstellend. Erkennbar digital gedrehtes Material, das aus unerklärlichen Gründen jedoch wie im Review erwähnt farbtechnisch übersteuert ist. Der Ton steht dem Ganzen in nichts nach und fällt für ein DTV-Werk vollkommen in Ordnung aus. Und weil es sich um ein Discount-Filmchen handelt, muss man auch auf eigens produziertes Bonusmaterial verzichten. Wie für den Film selbst gilt also: Besser wär' möglich, aber nicht nötig gewesen.








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