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KAPITELWAHL

THE TRIBE - DIE VERGESSENE BRUT (USA 2009)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. THE FORGOTTEN ONES
Laufzeit in Minuten. 84

Regie. JORG IHLE
Drehbuch. JORG IHLE
Musik. PAUL HARTWIG
Kamera. CHRISTOPHER POPP
Schnitt. ED MARX . BAYARD STRYKER . JESSICA KEHRHAHN
Darsteller. MARC BACHER . JUSTIN BALDONI . JEWEL STAITE . NIKKI GRIFFIN u.a.

Review Datum. 2009-05-04
Erscheinungsdatum. 2009-03-27
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Mit THE TRIBE – DIE VERGESSENE BRUT legt uns Splendid ein Ei in den DVD-Player, dessen etwas nebulöse Produktionsgeschichte wahrscheinlich weitaus interessanter ist, als das schlussendlich entschlüpfende Küken. Das Stirnrunzeln fängt schon beim Vorspann an, denn der verkündet, dass der beginnende Film THE FORGOTTEN ONES heißt. Dass sich ein Verleih bei einer ganz neuen Produktion nicht mal die Mühe macht, den deutschen Verleihtitel in den Vorspann zu pinnen kommt normalerweise nicht vor und richtig, wer ein bisschen Recherche betreibt staunt: Der Film des Böblingers Jorg Ihle wurde ursprünglich schon 2006 als THE FORGOTTEN ONES gedreht, ein Release war 2007 im Rahmen des "After Dark Horrorfest" unter dem Titel THE TRIBE geplant. Allerdings waren die Produzenten offenbar der Meinung, dass der Film nicht gelungen ist und es wurden Nachdrehs gefordert. Da allerdings ein Teil der ursprünglichen Besetzung terminlich verhindert war, entschloss man sich in bester EXORZIST: DER ANFANG-Tradition, unter der Regie des Niederländers Roel Reiné (DEATHLY WEAPON) mit fast komplett ausgetauschter Besetzung den Film einfach neu zu drehen. Und diese Version sollte ursprünglich – unter dem Titel THE LOST TRIBE - im Rahmen der dritten Ausgabe des "After Dark Horrorfest" Ende 2008 präsentiert werden. Daraus wurde aber aus nicht eruierbaren Gründen auch nichts. Kürzlich hat man THE LOST TRIBE dann in PRIMAL unbenannt und einen ersten Trailer veröffentlicht, der vermuten läßt, dass sich PRIMAL auf einen ähnlichen Level wie der hier zu besprechende Kandidat einpendeln wird.

Wie auch immer: Ihles Version kann jetzt begutachtet werden und man stellt sich nach dem Abspann unwillkürlich die Frage, wieso hier – vor allem angesichts der Legionen an unterirdischen B- und C-Filme, die jeden Monat den Videomarkt überschwemmen - denn solch ein Affentanz um ausgerechnet diesen Kandidaten veranstaltet wurde?

THE TRIBE – VERGESSENE BRUT erzählt von einer Truppe unsymphatischer Jugendlicher (einmal mehr wird einem bewusst wie hoch WOLF CREEK die Standards in Sachen Figurenzeichnung im modernen Genrefilm gesetzt hat), die dank einem Bootsunglück auf einer einsamen Insel stranden und dort von einer Horde mysteriöser Wesen dezimiert werden. Was VERGESSENE BRUT von Filmen ähnlicher Preisklasse im Wesentlichen schon mal unterscheidet ist der Schauplatz. Costa Rica macht schon eine ganze Menge mehr her als die üblichen Heizungskeller oder Fabrikhallen und das weiß der Film auch und so gibt's ansprechende Aufnahmen, die Lust auf Urlaub machen.
Lust auf Urlaub machen auch die Darsteller. Urlaub von solchen Filmen. Denn irgendwann mag man die ganzen Posterboys und Girls und Klischeefiguren wie den hysterisch-witzigen Dicken einfach nicht mehr sehen, egal was uns das Drehbuch sonst noch so verheißungsvolles verspricht. Hier hat TRIBE glücklicherweise ein Einsehen und nach einer qualvollen ersten halben Stunde beginnt die flotte Dezimierung der Besetzung, die in einem Finale mit einer überdeutlichen PREDATOR-Verbeugung endet. Überraschend bei der ganzen Sache ist, dass die Bluteimer größtenteils im Schrank gelassen werden und der Film sich eher darauf konzentriert Spannung zu überzeugen, was zwar lobenswert, aber auf narrativer Ebene zu unoriginell und zu vorhersehbar ist, um wirklich zu fesseln. Zurück bleibt ein besserer B-Film, ganz nett, aber EINE Version reicht.

DVD.
Das Bild ist natürlich – wie man es bei einer knapp drei Jahre alten Produktion auch erwarten kann – top, allerdings wirkt der Film farblich manchmal etwas uneinheitlich. Ob das der DVD liegt oder ob das so gewollt ist, kann ich nicht sagen. Die beiden DD5.1-Tonspuren (deutsch und englisch) sind ebenfalls state-of-the-art trumpfen und mit einigen schönen Surround-Effekten auf, die sich natürlich vor allem bei den Dschungel-Szenen bemerkbar machen. Am Rande bemerkt: Die deutsche Synchronisation ist grausig und zieht den Film runter. Man sollte sofort zum Originalton wechseln, zumal Splendid auch einen Satz deutscher Untertitel spendiert hat. Mittelalterlich mutet an, dass man zum Tonspurenwechsel wieder ins Hauptmenü zurückschalten muss. Als einziges Extra findet sich ein ödes Standard-Making Of.








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