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HIGH LANE - SCHAU NICHT NACH UNTEN! (Frankreich 2009)

von Lutz Granert

Original Titel. VERTIGE
Laufzeit in Minuten. 81

Regie. ABEL FERRY
Drehbuch. JOHANNE BERNARD . LOUIS-PAUL DESANGES
Musik. JEAN-PIERRE TAIEB
Kamera. NICOLAS MASSART
Schnitt. SOLINE GUYONNEAU
Darsteller. FANNY VALETTE . JOHAN LIBÉREAU . RAPHAEL LENGLET . NICOLAS GIRAUD u.a.

Review Datum. 2010-11-23
Kinostart Deutschland. direct-to-video

HIGH TENSION, MARTYRS oder FRONTIÈRE(S): In den letzten Jahren kamen aus Frankreich viele Beiträge, die den Horrorfilm um effektreiche Vertreter bereicherten, die ohnehin blutig verlaufenden Genre-Grenzen zum Teil mit Brutalitäten ausloteten, was letztlich in Deutschland zur Indizierung einiger dieser Werke führte. In HIGH LANE - SCHAU NICHT NACH UNTEN! scheint es hingegen auf den ersten Blick beschaulich zuzugehen: Auf dem Cover pappt eine den Fan beinahe schon enttäuschende Altersfreigabe ab 16 Jahren. Dennoch lässt sich dieser Mix aus Akrophobie-Thriller und Backwood-Horror nahtlos in die Reihe seiner Filmkollegen aus Frankreich stellen, die mit solider, selten jedoch wirklich origineller Genre-Unterhaltung assoziiert wird.

So finden sich bei HIGH LANE - SCHAU NICHT NACH UNTEN! zahlreiche, nicht von der Hand zu weisende Parallelen zum Vorbild THE DESCENT - ABGRUND DES GRAUENS mit dem Unterschied, dass eine Höhlenexpedition durch eine Kletterpartie ersetzt wurde. Die Ingredienzien sind jedoch darüber hinaus dieselben: Freunde veranstalten zuliebe einer traumatisierten Frau einen abenteuerlichen Trip in die abgelegene Natur, begehen eine Dummheit (ein gesperrter Berg wird erklettert) und schließlich wird ihnen die Möglichkeit zur Umkehr genommen, bevor eine rätselhafte Bedrohung von Außen der untereinander zunehmend feindselig gestimmten Gruppe nach dem Leben trachtet. Diese Motive sind allesamt abgeguckt, versprechen aber einen spannenden und soliden Genre-Beitrag, als den man HIGH LANE - SCHAU NICHT NACH UNTEN! trotz all seiner Schwächen durchaus bezeichnen kann.

So schlägt der Film etwas zu plötzlich von einer spannungsgeladenen Kletterpartie im ersten Drittel (dramatischer Höhepunkt: das Reißen einer Seilbrücke, die in eine tiefe Schlucht zu fallen droht) in einen Allerwelts-Slasher um. Die faszinierende Darstellung der mystischen Übermacht der äußeren Natur, illustriert durch zahlreiche an romantische Malerei erinnernde Landschaftsaufnahmen, wandelt sich schnell zur wenig interessanten Zurschaustellung der inneren Natur des Menschen, bei der sich Eifersucht im Kampf um eine Frau entlädt. Dies geschieht jedoch wenig logisch, wenn Loic (Johan Libéreau) und Konkurrent Guillaume (Raphael Lenglet) ihre Rivalität um Chloé (Fanny Valette) austragen, während die unmittelbare Bedrohung für aller Leben von einem sozial degenerierten Menschenjäger ausgeht. Zwischendurch wird natürlich die zunächst fünf Freunde umfassende Klettertruppe immer weiter dezimiert und die gruselige Behausung des Killers gefunden (bei der sich die Set Designer so richtig austoben durften), bis der in unübersichtlich verwackelten Stakkatoschnitten präsentierte Showdown auf einem Felsplateau stattfindet.

Die allesamt attraktiven Schauspieler agieren auf angemessenem Niveau und Langfilmdebütant Abel Ferry beweist viel Gespür für Spannungselemente und stimmungsvolle Gruselatmosphäre, wenn der nächtliche Wald zum Hort des Unheils verkommt. Abseits einiger aufdringlicher visueller Kapriolen (die verfremdeten Flashbacks der traumatisierten Krankenschwester Chloé um einen sterbenden Jungen) weiß die Kameraarbeit vom genreerprobten Nicolas Massart (MUTANTS) insbesondere mit einigen buchstäblich schwindelerregenden Point-of-View-Aufnahmen durchaus Beklemmung hervorzurufen. Kein wirklicher Meilenstein also, aber gewohnt solide französische Genrekost.

HIGH LANE - SCHAU NICHT NACH UNTEN! ist seit dem 25.06.2010 bei Koch Media erhältlich.











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