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ATTACK THE BLOCK (Großbritannien 2011)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. ATTACK THE BLOCK
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. JOE CORNISH
Drehbuch. JOE CORNISH
Musik. STEVEN PRICE
Kamera. THOMAS TOWNEND
Schnitt. JONATHAN AMOS
Darsteller. JOHN BOYEGA . JODIE WHITTAKER . ALEX ESMAIL . NICK FROST u.a.

Review Datum. 2011-09-12
Kinostart Deutschland. 2011-09-22

Es ist der Sommer der Aliens: Lange gab es nicht mehr soviele Filme im Kino zu sehen, in denen Außerirdische auf der Erde landen - von Simon Peggs und Nick Frosts liebevoller Parodie PAUL - EIN ALIEN AUF DER FLUCHT über J.J. Abrams Spielberg-Hommage SUPER 8 bis hin zu John Favreaus Comic-Verfilmung COWBOYS & ALIENS. Der vielleicht interessanteste Beitrag zum Genre jedoch, das Filmdebüt des Komikers und Radiomoderators Joe Cornish, kommt aus England: In ATTACK THE BLOCK muss eine Teenager-Gang ihr Londoner Viertel gegen eine Alien-Invasion verteidigen.

Der Film eröffnet mit einem Überfall der Gang um Moses (John Boyega) auf die Krankenschwester Sam (Jodie Whitaker) - wir lernen die Jugendlichen also so kennen, wie Sam sie sieht: Als gefährliche, durchaus gewaltbereite Verbrecher. Während des Überfalls kracht etwas in ein nahestehendes Auto und Sam nutzt die Verwirrung, um zu fliehen. Von nun an folgt der Film nicht mehr dem Opfer des Verbrechens, sondern den jugendlichen Tätern, die in dem Auto eine außerirdische Kreatur finden und sie, nachdem sie Moses angegriffen hat, töten. Doch schon bald stürzen immer mehr Außerirdische auf die Erde, die größer und gefährlicher sind, als der erste und Moses und seine Gang müssen den "Block" gegen die außerirdische Invasion verteidigen.

Man liest immer wieder, ATTACK THE BLOCK sei so etwas wie der neue SHAUN OF THE DEAD und tatsächlich gibt es eine Menge Parallelen: Nicht nur, dass neben Darsteller Nick Frost auch Edgar Wright und Nira Park als Produzenten mitwirkten, auch die Mischung aus ernsthaften Genrefilm-Elementen und Humor ist ähnlich - Comedy, Sci-Fi und Horror halten sich die Wage, sodass ATTACK THE BLOCK zwar äußerst lustig ist, aber nie zur bloßen Parodie verkommt.

Und wie Edgar Wrights Erstling ist auch ATTACK THE BLOCK ein Film, der stets seinen Charakteren verschrieben ist. Wie Cornish seine Figuren, nachdem er sie als Unsympathen eingeführt hat, nach und nach menschlicher, interessanter und sympathischer macht und gerade Moses am Ende eine vorher nicht gekannte Kindlichkeit zugesteht, ist die größte Stärke des Films. In diesem Aspekt ist der Film SUPER 8 nicht unähnlich: Auch ATTACK THE BLOCK zeigt eine Gruppe von Freunden, die eng vertraut sind und bedingungslos zusammenhalten - nur findet er sie nicht in einer nostalgisch verklärten Vergangenheit, sondern in einem aktuellen, so unverbrauchten wie relevanten Setting. Die Darsteller sind durchweg gut und besonders ihr Akzent und ihr Vokabular, obwohl vielleicht für den ein oder anderen Zuschauer schwierig zu verstehen, tragen weiter dazu bei, dass die Figuren hier so lebendig und authentisch wirken wie man es speziell in Genrefilmen selten zu sehen bekommt.

Die Inszenierung zeigt zudem wunderbar, wie man mit begrenzten Mitteln viel erreichen kann. Die Atmosphäre ist, nicht zuletzt dank dem örtlich stark eingeschränkten Setting, klaustrophobisch, die Action, die nicht selten in engen Hausfluren stattfindet, intensiv. Ein Highlight ist das Creature Design: Die Aliens, wolfähnliche, gesichtslose Monster mit leuchtenden Zähnen, sind so simpel wie effektiv und deutlich kreativer als beispielsweise J.J. Abrams' Alien in SUPER 8.

ATTACK THE BLOCK ist die Sorte Film, von der man sich viel mehr wünscht: Er ist originell, äußerst unterhaltsam und hat dennoch etwas zu sagen, zeigt er doch ein Milieu, welches man so - zumindest in Unterhaltungsfilmen - selten zu sehen bekommt. Joe Cornish ist ein eindrucksvolles Debüt gelungen und man sollte ihn als Regisseur und Autor in Zukunft wohl im Auge behalten.











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