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GESPRÄCHE

Benjamin Hahn im Gespräch mit Ti West

Ti West ist US-amerikanischer Regisseur und erfuhr erste öffentliche Aufmerksamkeit mit seiner Fortsetzung zu Eli Roths CABIN FEVER. Bekannt wurde er aber einem größeren Publikum mit THE HOUSE OF THE DEVIL und THE INNKEEPERS, zwei eher Arthouse-orientierte Horrorfilme, die gleichermaßen Kritiker wie Zuschauer begeisterten.

Das Gespräch.

Ti West
Ti West

Herr West, schaut man sich ihre bisherigen Filme an, dann bemerkt man eine gewisse Vorliebe für das Horror-Genre. Woher kommt das?
    Es ist eben das experimentellste Film-Genre. Man hat dort die besten Möglichkeiten, um seiner eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen.

Heißt das auch, dass es etwas gibt, was Sie nur mittels Horror ausdrücken können?
    Nicht wirklich, aber wenn man dort subversiv oder expressionistisch ist, dann lenkt das das Publikum nicht so schnell von der eigentlichen Narrative ab, sondern verstärkt diese sogar. Das findet man in anderen Genres eher selten.

Sie scheinen den atmosphärischen Grusel einem reinen Effekt- und Gewaltkino vorzuziehen. Was sagen Sie zum Einsatz von Gewalt als in Horrorfilmen wie SAW?
    Gore ist cool, aber ich hasse es solche Effektszenen zu drehen. Spezialeffekte sind immer eine technische Herausforderung. Man ist wirklich glücklich, wenn man es überstanden hat, aber der Dreh selbst ist grauenhaft.

Noch einmal zurück zur Atmosphäre: Diese wirkt bei Ihnen manchmal wie eine Verbeugung vor klassischen Horrorfilmen wie Robert Wises THE HAUNTING. Ist das ein Zufall oder mögen Sie solche Filme besonders gern?
    Ich mag Filme, die die Fähigkeit des Publikums zur Aufmerksamkeit respektieren. Ich persönlich mag auch gerne das Geheimnisvolle. Ich brauche nicht in Eile zu geraten, um an den Kern des Gruseligen zu kommen. Das war mal ein recht verbreiteter Ansatz unter Filmemachern, gilt heute aber eher als "retro" oder sogar "esoterisch". Ich habe immer das Gefühl, ich würde extrem kommerzielle Filme machen, aber nach und nach begreife ich, dass nicht wirklich wahr ist.

Sie haben Beiträge zu zwei anthologischen Filmen geliefert (V/H/S und THE ABCS OF DEATH). Was ist ihnen lieber? Lang oder kurz?
    Lange Filme. Ehrlich gesagt würde ich gerne mal eine Mini-Serie oder gar eine richtige Fernsehserie machen. Ich mag langes Erzählen.

Gibt es da eigentlich Unterschiede, wenn Sie lange oder kurze Drehbücher schreiben?
    Nein, nur die Länge.

Ihre Filme werden weltweit von Kritikern gelobt. Sorgt das für Druck?
    Nicht wirklich. Für jede gute Kritik gibt es ohnehin immer eine schlechte. Man kann es nie allen Menschen recht machen.

Herr West, vielen Dank für das Gespräch.




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