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KAPITELWAHL

THE INNKEEPERS - HOTEL DES SCHRECKENS (USA 2011)

von Benjamin Hahn

Original Titel. THE INNKEEPERS
Laufzeit in Minuten. 97

Regie. TI WEST
Drehbuch. TI WEST
Musik. JEFF GRACE
Kamera. ELIOT ROCKETT
Schnitt. TI WEST
Darsteller. SARA PAXTON . PAT HEALY . ALISON BARTLETT . KELLY MCGILLIS u.a.

Review Datum. 2013-03-16
Erscheinungsdatum. 2013-01-17
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Claire und Luke sind die letzten beiden Angestellten im Yankee Pedlar Inn. In dem Hotel, das in wenigen Tagen geschlossen wird, soll ein Geist sein Unwesen treiben. An einem der letzten Arbeitstage des Hotels beschließen die beiden Liebhaber von übernatürlichen Phänomenen, das alte Gebäude auf die Anwesenheit von Geistern zu untersuchen...

THE INNKEEPERS ist einer dieser Filme, die ihr Publikum spalten. Für die einen ist Ti Wests Spukhausfilm große Kunst, für die anderen eine recht langweilige Angelegenheit. Die Wahrheit liegt - wie immer in solchen Fällen - irgendwo dazwischen - wenn auch mit einer eindeutigen Tendenz in Richtung der großen Kunst.

Tatsächlich ist es nämlich so, dass THE INNKEEPERS nicht gerade ein Fest abwechslungsreicher Horrorszenen ist, sondern über weite Strecken gemächlich vor sich hin plätschert. Die sehr ruhige Dramaturgie ist dabei jedoch nicht einer Einfallslosigkeit des Autorenfilmers Ti West geschuldet, sondern schlichtweg programmatisch. Denn obwohl sich der Film oberflächlich der Mechanismen des Spukhausfilms bedient, darf man ihn nicht als solchen missverstehen.

Hinter der Fassade aus wohl überlegten jump scares und einer stimmungsvoll gruseligen Atmosphäre schlummert nämlich nichts anderes als eine raffinierte und äußerst subversive Parodie des eigenen Genres. In Zeiten, in denen Filme wie PARANORMAL ACTIVITY nichts anderes mehr machen als immer wieder einer starren und immer gleichen Erwartungschoreographie zu folgen, schickt sich THE INNKEEPERS an, genau diese Erwartungshaltung des Zuschauers konsequent zu unterlaufen. Ähnlich wie auch der Film auf inhaltlicher Ebene seine eigene Handlung rationalisiert, verfährt der Film auch mit sich selbst als Genrevertreter. So wie er virtuos die Banalität der Geisterjagd in Szene setzt, markiert er parallel ein ganzes Horrorgenre als unendlich simpel gestrickt.

Die Folge ist ein auf seine ganz eigene Art sehr witziger Film, der mit zunehmender Laufzeit auch unter Beweis stellt, dass er das, worüber er sich lustig macht, auch selbst ganz gut beherrscht. So ist das letzte Drittel, in dem der Horror Einzug hält im Yankee Pedlar Inn, eine gelungene Anwendung der zuvor vom Film aufgestellten Thesen. Ein Spukhausfilm, das beweist Ti West sehr eindrucksvoll mit THE INNKEEPERS, ist sehr einfach strukturiert. Es braucht nicht mehr als eine Kamera, die ganz gewöhnliche Flure ästhetisch in Szene setzt, eine atmosphärische Musik und eine Handvoll Schauspieler, über die die emotionale Identifikation vollzogen wird. Die Offenlegung dieser Simplizität und die Ausführung dieser Aufdeckung sind das größte Verkaufsargument von THE INNKEEPERS. Denn anders als Filme wie SCREAM oder BEHIND THE MASK wird diese Offenlegung sehr subtil und mit einer feinen Ironie vollzogen. Zugegeben: Für Fans von Horrorschockern oder abwechslungsreichen Geisterbahnfahrten ist Ti Wests Film definitiv nichts. Wer sich aber auf die ruhige Erzählweise einlassen kann, der wird mit einem wahren Kleinod belohnt werden.

DVD.
Bild und Ton sind in Ordnung. Außer einem 7-minütigen Mini-Making-of und ein paar Trailern gibt es als weitere Extras noch zwei Audiokommentare mit Schauspielern, Regisseur und Produzent.








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