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KAPITELWAHL

2001 MANIACS (USA 2005)

von Hasko Baumann

Original Titel. 2001 MANIACS
Laufzeit in Minuten. 84

Regie. TIM SULLIVAN
Drehbuch. CHRIS KOBIN . TIM SULLIVAN
Musik. NATHAN BARR
Kamera. STEVE ADCOCK
Schnitt. MICHAEL ROSS
Darsteller. ROBERT ENGLUND . LIN SHAYE . GIUSEPPE ANDREWS . JAY GILLESPIE u.a.

Review Datum. 2006-09-09
Erscheinungsdatum. 2006-05-19
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Das Horrorgenre ist zur Kuh geworden, die ausschließlich wiederkäuen. Und da der Kuh langsam aber sicher das Gras ausgeht, fängt sie an, ihr eigenes Gedärm wiederzukäuen. Auf diese Weise ist die Kuh nach Abgrasen der Klassiker wie DAWN OF THE DEAD oder TEXAS CHAINSAW mittlerweile bei Herschell Gordon Lewis angekommen.

Tim Sullivan, Regisseur dieses Updates von Lewis' minderwertigem Schlock 2000 MANIACS, gehört zur Gang von Eli Roth, der wiederum CABIN FEVER und dessen schwachen Nachfolger HOSTEL zu verantworten hat. Roth hat sich bei verschiedenen Gelegenheiten als ziemlicher Dünnbrettbohrer dargestellt, der über den Harten in der Hose über sein Fantum und dessen Folgen nicht allzu viel zu vermelden hat, schon gar nicht in künstlerischer Hinsicht. Ähnlich verhält es sich zwar auch mit Genre-Hoffnungsträger Aja (THE HILLS HAVE EYES), der noch nicht mal ein Herz sein eigen zu nennen scheint, der aber auf der Leinwand immerhin zum haltlosen Berserker wird.

Das war von Sullivan, der alles an Horror genauso partytauglich findet wie Kollege Roth und leider auch Tausende geifernder Nerds, demgemäß nicht zu erwarten: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing. 2001 MANIACS soll der Film für die Collegekids sein, die fürs Daytona Spring Break zu häßlich sind und daher in ihrer Kammer hocken und biersaufend den Spring Break-Juvenilen im Film beim Krepieren zusehen. Mittendrin noch Robert "Freddy Krueger" Englund als Boß der kannibalistisch veranlagten Dorfgemeinde, die junges geiles Yankeefleisch auf ihrem Südstaatenbarbecue grillt - das macht den Fan froh. Und Sullivan auch, der ist ja selber Fan.

Robert Englund, einer der wenigen talentierten Schauspieler, die ihre Karriere durch das Tragen einer Latexmaske für immer verteufelt sahen, hat Spaß an diesem Treiben. Und so richtig übelnehmen kann man es ihm nicht. Denn Tim Sullivan hat sein Material im Griff, hat sich heiße Babes zum Fummeln und Vierteilen (ja tatsächlich!) gesucht und treibt die Morde der Vorlage kreativ zum Äußersten. Vor allem hat ein Gefühl für Regie und auch das richtige Tempo. Und für die konservativen Kids gibt's Mördergags: Ein Schwarzer stirbt in einer Baumwollpresse und ein Schwuler kriegt eine Lanze in den Arsch. Da reibt sich das pubertäre Händchen!

Das ist alles Unsinn, aber es ist flotter Unsinn und macht einfach Spaß, auch wenn man sich danach ein wenig dafür schämen will. Muß man aber nicht.

DVD.
Bild und Ton sind spitze, gar keine Frage. Die deutsche Synchro leidet unter unpassenden Stimmen und verliert mit dem Südstaatenakzent zwangsweise viel an Witz. Regisseur Sullivan ist in den zwei Audiokommentaren und dem ausführlichen Making Of schwer zu ertragen, wie er sich da über seine wahrgewordenen Fanträume freut und sich Englund in unangenehmster Weise anbiedert. Hat der Schauspieler schon resigniert? Es gibt auch noch entfallene und verlängerte Szenen, darunter ein herzlich unkomisches Intro mit John Landis, auf das man zu Recht verzichtet hat. Für Fans eine absolut lohnenswerte Anschaffung.








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