AFTER DARK Film TALK Facebook Twitter

das manifest¬  kontakt¬  impressum¬  verweise¬  übersicht¬ 
[   MEINUNGSMACHER  |   GEDRUCKTES IST TOT  |   KAPITELWAHL  |   UNENDLICHE TIEFEN
   MENSCHEN  |   GESPRÄCHE  |   FEGEFEUER DER EITELKEITEN  |   MIT BESTEN EMPFEHLUNGEN   ]
KAPITELWAHL

THE DEVIL'S REJECTS (USA/Deutschland 2005)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. THE DEVIL'S REJECTS
Laufzeit in Minuten. 109

Regie. ROB ZOMBIE
Drehbuch. ROB ZOMBIE
Musik. TYLER BATES . ROB ZOMBIE
Kamera. PHIL PHARMET
Schnitt. GLENN GARLAND
Darsteller. SID HAIG . BILL MOSELEY . SHERI MOON . WILLIAM FORSYTHE u.a.

Review Datum. 2006-05-09
Erscheinungsdatum. 2006-04-07
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nachdem Rob Zombie 2003 mit seinem nervtötenden Kasperltheater HAUS DER 1000 LEICHEN in Splatterhausen kräftig punkten konnte, steht jetzt der Nachfolger an.

Und ja, Zombie hat einen Sprung nach vorn gemacht:
Die quietschbunte Wischiwaschi-Optik des Vorgängers weicht dem schmutzig-ausgebleichten Look der 70er, die Stoßrichtung heißt ganz klar - und dieses Mal isses dem Regisseur anscheinend auch ernster als beim letzten Mal - Terrorkino à la LAST HOUSE ON THE LEFT & Co., gelandet ist man trotz aller Bemühungen aber beim massenkompatiblen Sado-Popcorn der heutigen Zeit. Es ist schon bemerkenswert, dass THE DEVIL'S REJECTS im Vergleich zu SAW II oder HOSTEL ziemlich bescheiden ankam, hat er doch gerade mit letztgenanntem einiges gemeinsam:
Beide Filme beinhalten atmosphärische, grimmige Gewaltszenen, aber weder Roth und noch viel weniger Zombie haben die Eier, von Anfang bis Ende konsequent zu bleiben, sondern verwässern den düsteren Grundtenor ihrer Filme mit infantilem Nerdhumor und verstehen auch nicht, dass die fieseste Szene nix nutzt, wenn einem die Figuren scheißegal sind.

Und genau hier hat Zombies Film ein noch dickeres Problem als Roths Foltermär:
THE DEVIL'S REJECTS versucht in der zweiten Hälfte etwas arg offensichtlich den Zuschauer zu manipulieren, man soll Mitleid mit brutalen, psychotischen Killern haben. Leider geht die Rechnung nicht auf: Am meisten Charisma verbucht noch Sheri Moons Spitzenarsch, der von Ehemann Rob verdächtig oft und recht liebevoll in Szene gesetzt wird, und wenn gerade nicht gefoltert oder gekillt wird, schwafeln die Drei fast nur Blödsinn, so dass man richtiggehend froh ist, wenn sich Psycho-Cop Wydell (der einzig wirkliche Grund, sich den Film anzusehen: William Forsythe mal wieder so richtig schön unter Dampf) des ätzenden Packs annimmt.

Im Gesamtkontext wirkt der Film deshalb auch ziemlich hohl, einen emotionalen Unterbau gibt es nicht, alles ist auf den puren Effekt aus, was eigentlich fast schon wieder schade ist, denn die guten Absichten, der Wille zur Weiterentwicklung ist da, äußert sich aber nur in der Technik.
Vielleicht denkt Zombie das nächste Mal ja dann auch mal ans Drehbuch...

DVD.
So mittelmäßig der Film, so spitze das Doppel-DVD-Set: Bild & Ton sind auf dem üblich hohen Sunfilm-Niveau. Im ersten Audiokommentar darf sich der Regisseur mit trockenem Witz sehr unterhaltsam und interessant über seinen Film äußern, im Zweiten kommen Haig, Moseley und Moon zu Wort, die sich offenbar gut verstehen und eine lustige und informative Tonspur abliefern. So machen Audiokommentare Spaß!

Hinter dem Titel 30 DAYS IN HELL verbirgt sich ein beispielhaftes, wirklich tolles, sehr interessantes und unterhaltsames Making Of, welches satte 144min lang die 30tägigen Dreharbeiten - im Vergleich zu ähnlichen Filmen - recht nüchtern, aber niemals langweilig dokumentiert. Ganz, ganz groß!

Die 11 Deleted Scenes sind leider nicht einzeln anwählbar, aber zum Teil recht interessant (sogar mehr Gore gibt's zu bestaunen). Es wäre allerdings schön gewesen, wenn man auch dokumentiert hätte, wieso die Szenen weichen mußten.

Des Weiteren findet sich eher Kleinkram in der Bonus-Sektion: Witzige Bloopers, ein Stand-Up, ein Tribut an den Darsteller des Tiny, Matthew McGrory, der im August 2005 starb, Make Up Tests, die komplette Version der Morris Green Show, die im Film nur ansatzweise zu sehen ist, das Musikvideo zu "Satan's Got to Get Along Without Me" von Buck Owens, der komplette MARY THE MONKEY GIRL-Werbespot und ein Weihnachtswerbespot mit Captain Spaulding.








Jetzt bestellen bei...




AFTER DARK Film TALK | Facebook | Twitter :: Datenschutzerklärung | Impressum :: version 1.11 »»» © 2004-2018 a.s.