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SAW II (USA 2005)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. SAW II
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. DARREN LYNN BOUSMAN
Drehbuch. DARREN LYNN BOUSMAN . LEIGH WHANNELL
Musik. CHARLIE CLOUSER
Kamera. DAVID A. ARMSTRONG
Schnitt. KEVIN GREUTERT
Darsteller. DONNIE WAHLBERG . SHAWNEE SMITH . TOBIN BELL u.a.

Review Datum. 2006-02-02
Kinostart Deutschland. 2006-02-09

Nachdem sich Ende 2004 SAW als wahre Geldkuh entpuppte, war sofort klar, dass man unbedingt noch mal melken muss und zwar schnell, denn das kollektive Gedächtnis ist löchrig. So wurde noch während des Startwochenendes ein Sequel in Auftrag gegeben. Hilfreich war, dass Jungregisseur Darren Lynn Bousman schon seit Jahren versuchte, ein Script namens THE DESPERATE an den Mann zu bringen, welches SAW durchaus ähnelte, allerdings wegen übermäßiger Gewalttätigkeit eher auf Ablehnung stieß. Als SAW dann mit massiven Erfolg auf dem Sundance Festival lief, wurde eine Produktionsfirma auf sein Script aufmerksam, doch kurz bevor der Deal über die Bühne ging, bekam Bousman eine weitere Anfrage, ob er sein Script nicht einfach zu SAW II umarbeiten könne. Zusammen mit Leigh Whannel, dem Co-Autor des Originals, machte sich Bousman ans Werk und durfte praktischerweise auch gleich Regie führen. Der mit 4 Millionen $ günstig produzierte Film starte Ende Oktober letztes Jahr in den USA und wurde dort ebenso wie der Vorgänger ein Bombenhit (32 Millionen € Einspiel alleine am Startwochende).

Eins muss man Bousman und Whannell ja wirklich lassen: Die Hausaufgaben wurden gemacht. Sämtliche Außenszenen die dem ersten Teil viel von seiner Atmosphäre nahmen wurden über Bord geworfen, das Sequel spielt größtenteils an gerade mal zwei Örtlichkeiten, was zum düsteren Feeling so einiges beiträgt. Ebenso wurde an einer anderen Stelle entschlackt: Während der Vorgänger noch viel zu umständlich und wenig plausibel versuchte das abstruse Geschehen zu erklären, scheren sich die Verantwortlichen herzlich wenig um storytechnische Feinheiten, auch die Charaktere bleiben nur grobe Skizzen oder werden überhaupt nicht erst angeleuchtet.
SAW II entwickelt eine fast schon wieder herzerfrischende Simplizität, die an FREITAG, DER 13. & Co. denken lässt: Die zwei Kernfragen des Films beschränken sich nur auf "Wer stirbt?" und "Wie wird gestorben?".
Hier ziehen Bousman und Whannell dann aber auch voll vom Leder, denn sie wissen, was den Erstling so erfolgreich gemacht: Eine fies-grimmig Atmosphäre und möglichst sadistische Morde, gefilmt im unterkühlten Musikvideo-Stil der heutigen Zeit:
Eine Frau muss in einem Haufen gebrauchter Spritzen einen Schlüssel suchen, eine mit Nägeln gespickte Keule kommt zum Einsatz, ein Mann wird in einer besonders rabiaten Szene bei lebendigen Leibe in einem Ofen gegrillt...SAW II bringt lackierten Hardcore-Sadismus für die Multiplexe und da das Tempo sehr hoch ist und die fiese Stimmung durchaus gefangen nimmt, isses fast schon peinlich zuzugegeben, dass man sich ganz gut unterhalten gefühlt hat. Außerdem wirkt SAW II wesentlich runder als der Vorgänger, ist allerdings genauso schnell wieder vergessen, weswegen wohl auch Teil drei schon in den Startlöchern steht.











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