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MASTERS OF HORROR: FAMILY (USA 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. MASTERS OF HORROR: FAMILY
Laufzeit in Minuten. 57

Regie. JOHN LANDIS
Drehbuch. BRENT HANLEY
Musik. PETER BERNSTEIN
Kamera. JON JOFFIN
Schnitt. MARK L. LEVINE
Darsteller. GEORGE WENDT . MEREDITH MONROE . MATT KEESLAR . HAYLEY GUIEL u.a.

Review Datum. 2007-05-12
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Die Kamera fährt eine dieser typischen amerikanischen Vororte ab, wo alles schön sauber aussieht und der Rasen gemäht ist. Sie fährt durch das Guckloch der Tür eines dieser typischen Einfamilienhäuser, über das typische Mobiliar hinweg, die Treppe hinab in den typischen Heimwerkerkeller zu einem für einen Amerikaner typisch fetten Mann, der eine Flüssigkeit in Kanister abgießt, während aus dem Radio fromme Musik erklingt: „Jesus give me the water.“ Aber Gott ist nicht in diesem Keller. Der fette Mann nimmt den Kanister und ergießt dessen Inhalt über die Leiche eines alten Herren. Umgehend ätzt es dem Verblichenen die Haut vom Schädel, und auch der Rest muß weichen, bis nur die Knochen übrig sind.

Der fette Mann ist ein schwer kranker Psychopath, der sein Dasein inmitten einer Familie von Skeletten fristet und nach immer neuen Gebeinen sucht. Es ist ein besonderes Vergnügen, den als „Norm“ in der US-Sitcom CHEERS unsterblich gewordenen George Wendt in dieser sehr untypischen Rolle zu sehen. Mittlerweile zu nur noch in der Einheit „Günther Strack“ meßbaren Dimensionen verfettet, wirkt der vermeintlich gemütliche Wendt seltsam agil und gleichermaßen sympathisch wie abstoßend, insbesondere wenn er sich als fleischgewordenen Sextraum von Frauen jeden Alters halluziniert.

Mit seinen neuen Nachbarn, einem sympathischen jungen Paar, freundet er sich umgehend an. Da die Harmonie deren Ehe jedoch schon verlassen hat, sieht er sich als Retter der attraktiven Frau – was allerdings nur bedeutet, daß er ihr an die Wäsche und besonders an die Knochen will. Daran kann ihn auch die im Geiste zeternde Skelettfrau im eigenen Haus nicht hindern.

John Landis, der mit DEER WOMAN einen zwar ungeliebten, aber wenigstens originellen ersten Beitrag zur MASTERS OF HORROR-Reihe ablieferte, zeigt sich mit dem wunderbaren FAMILY in Hochform. Nach Coscarellis INCIDENTS ON AND OFF A MOUNTAIN ROAD und Miikes IMPRINT ist dies die dritte hundertprozentig gelungene Folge dieser so oft enttäuschenden Reihe. FAMILY ist komisch in seiner Absurdität, aber niemals albern, findet seine Spannung in der doppelbödigen Verklemmtheit der Protagonisten und kann am Ende mit einem echten Schocker aufwarten. Neben Landis' Regie, die effizient und nicht effekthascherisch überzeugt, ist es besonders seine Schauspielerführung, die zu preisen ist: George Wendt und die wunderbare Meredith Monroe bieten kleine Schmuckstücke und ergänzen sich bestens. Absolut sehenswert, mehr als einmal. Bravo.











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