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IRON SKY: THE COMING RACE (Belgien/Deutschland/Finnland 2019)

von André Becker

Original Titel. IRON SKY: THE COMING RACE
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. TIMO VUORENSOLA
Drehbuch. DALAN MUSSON . TIMO VUORENSOLA
Musik. TUOMAS KANTELINEN . LAIBACH
Kamera. MIKE ORASMAA
Schnitt. JAN HAMEEUW . JOONA LOUHIVUORI
Darsteller. LARA ROSSI . UDO KIER . JULIA DIETZE . VLADIMIR BURLAKOV u.a.

Review Datum. 2019-03-12
Kinostart Deutschland. 2019-03-21

Einerseits ist es natürlich schön, dass ein Film wie IRON SKY ein Millionen-Budget einsacken konnte und Jahre später einen zweiten Teil spendiert bekommt. Anderseits packt einen bei der Fortsetzung schnell das kalte Grausen. IRON SKY: THE COMING RACE ist katastrophal misslungen.

Die Handlung setzt mehrere Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils an. Die Erde ist nach einem verheerenden nuklearen Bombenkrieg zu einer unbewohnbaren Landschaft verkommen. Der Mond, die ehemalige Heimstätte der Weltraum-Nazis, ist hingegen zu einem Hoffnungsort geworden. Hier haben die Überlebenden eine Gemeinschaft gebildet, die trotz der starken Einflussnahme einer seltsamen Ersatzreligion mehr oder minder demokratische Züge aufweist. Doch auch dieser Ort bietet den Bewohnern keine verlässliche Zukunft. Die letzte Hoffnung liegt auf der jungen Obi (Lara Rossi), die erkannt hat, dass im Erdinneren eine Kraft verborgen ist, die das Überleben der verbliebenen Menschen sichern kann. Zusammen mit einer Truppe von Gleichgesinnten (u.a. Vladimir Burlakov) begibt sich Obi auf die lebensbedrohliche Reise in den Erdkern. Dort entdeckt die Gruppe nicht nur eine geheimnisvolle Stadt, sondern wird ebenfalls mit den Vril konfrontiert. Eine Rasse mysteriöser Wesen, deren Anführer (Udo Kier als Obernazi) die Herrschaft des gesamten Universums anstrebt.

Wie schon beim ersten Teil präsentiert uns Regisseur Timo Vuorensola erneut einen Trashfilm mit fetten Ausrufezeichen. Soll heißen: IRON SKY: THE COMING RACE hämmert mit holzhammerartiger Penetranz seine Message ins Hirn des Publikums. Ich will ein crazy Trashfilm sein! Und damit es auch wirklich jeder kapiert bemüht der Film abgeschmackte Bilder, in denen sich Nazis auf Dinosauriern ins Kampfgetümmel stürzen. Dieses Überbetonen der filmischen Stoßrichtung ist keinesfalls neu. Funktioniert hat dieser Ansatz jedoch noch nie. Man denke an ähnlich krampfige Mainstream-Trashfilme wie MACHETE oder das furchtbare Sequel MACHETE KILLS.

IRON SKY: THE COMING RACE bildet allerdings in diesem Zusammenhang einen traurigen Höhepunkt. Insbesondere weil dem Film so Nebensächlichkeiten wie Witz und Originalität völlig fehlen. Nein, zu lachen gibt es hier rein gar nichts. Die halbgaren Gags sind eher zum Heulen. Angesichts der hervorragenden Special Effects, die definitiv State oft the art sind, fragt man sich, wie die Produzenten eine derartig unterirdische Aneinanderreihung von vollkommen unwitzigen Blödeleien durchwinken konnten.

Die Fortsetzung zum noch halbwegs erträglichen IRON SKY ist somit wahrlich schwer zu ertragen. Das ist schon starker Tobak und in etwa auf dem Niveau von Filmen wie MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH. Angepeilt war wohl herrlich blöde Gaga-Unterhaltung, für die Political Correctness ein Fremdwort ist. Herausgekommen ist ein ärgerlicher Langweiler, der mit seinen müden, zudem absolut harmlosen Witzchen selbst für die ganz abgebrühten Zuschauer eine harte Geduldsprobe sein dürfte.











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