AFTER DARK Film TALK Facebook Twitter

das manifest¬  kontakt¬  impressum¬  verweise¬  übersicht¬ 
[   MEINUNGSMACHER  |   GEDRUCKTES IST TOT  |   KAPITELWAHL  |   UNENDLICHE TIEFEN
   MENSCHEN  |   GESPRÄCHE  |   FEGEFEUER DER EITELKEITEN  |   MIT BESTEN EMPFEHLUNGEN   ]
MEINUNGSMACHER

A DANGEROUS MAN (USA 2010)

von Hasko Baumann

Original Titel. A DANGEROUS MAN
Laufzeit in Minuten. 94

Regie. KEONI WAXMAN
Drehbuch. KEONI WAXMAN
Musik. PHILIP WHITE
Kamera. NATHAN WILSON
Schnitt. TREVOR MIROSH
Darsteller. STEVEN SEAGAL . BYRON MANN . JEANETTEA ANTONIO . JESSE HUTCH u.a.

Review Datum. 2010-01-13
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Elf Minuten alt ist A DANGEROUS MAN, als er die Herberge zur sechsten Glücksseligkeit betritt. Steven Seagal kommt aus einem Spätshop raus - man wundert sich schon, daß er da drin keine überdrehten Kleinstgangster vermöbelt hat - und wird von zwei selten dämlichen Aggro-Fritzen dumm angelabert. Natürlich sollte man Stevie ohnehin nicht dumm anlabern, aber Stevie dumm anzulabern, wenn der erkennbar sparsamste Laune hat, kommt allenfalls als "Danger Seeker"-Selbstversuch in Frage. Seagal droht dem Wortführer des Klappspaten-Duos mit kernigstem Säbelgerassel: "I will fuck you up so ugly your mother won't be able to identify your face." Nun will der offensichtlich komplett debile Dummlaberer auch noch ganz genau wissen, was denn Stevie damit eigentlich meint, "to fuck you up ugly". Seagal drischt darauf hin in heftigster, unnachgiebigster, gründlichster und vor allem nachdrücklichster Art und Weise sechs Sorten Scheisse aus den Leibern der Vollpfosten und läßt es sich danach nicht nehmen, dem Großmaul ganz genau zu erklären, was er damit eigentlich meint, "to fuck you up ugly": Lässig zieht er den Schlitten von der Waffe des Vermöbelten (Stevie nennt die Waffe übrigens "bitch", weil er ja so gern klingt wie ein echter Homie) und rammt diesem die nackte Pistole so oft in die Fresse, bis vom Gesicht nur noch ein blutiger Klumpen von Mutter zu identifizieren bleibt. Ja, Steven Seagal ist ein gefährlicher Mann.

Die Backstory dieses Mal: Seagal, natürlich Special Forces-Veteran und eisenharte Killermaschine, hat vor einigen Jahren seine Frau vor einem fiesen Fatzke mit miesen Absichten gerettet. Der fiese Fatzke rannte weg, Steven hinterher (to fuck him up ugly, nehme ich mal an) und dann war der Fatzke tot und Steven unschuldig im Knast. Zwar wird nie erklärt, wieso Stevie denn unschuldig sein sollte und wer stattdessen den Fatzke umgelegt hat, aber so isses nun mal; nach einem erstaunlich fetzigen Vorspann sitzt Seagal im Bau und steht im Regen, als ihm seine Frau mitteilt, sie müsse ihn nun verlassen und weitermachen im Leben. Dazu hat sie noch viel Zeit, denn sie ist maximal Anfang 20. Wenn Seagal an die schöne Zeit mit ihr denkt, denkt er vor allem daran, wie sie ihren knackfrischen nackten Körper darbot, während er in voller Montur zufrieden schmunzelnd kolossal auf der Chaiselongue defilierte. Der Autor fühlt sich an sein Privatleben erinnert und schmunzelt ebenfalls. Nun aber kommt Stevie raus aus dem Gitterkäfig und ist total angefressen von allem, was mit der Welt da draußen zu tun hat: "I want my fucking life back." Nachdem er den Dummlaberer und dessen Kumpel zu Mus gehauen hat, wird er zufällig Zeuge, wie zwei fiese Möpps auf zwei junge Autodiebe ballern, die zufällig Zeuge wurden, wie die zwei fiesen Möpps einen Cop meuchelten, der zufällig Zeuge wurde... naja, seines eigenen Todes eben. Stevie greift ein, kloppt den Möpps die Glocken aus und haut mit dem überlebenden Autodieb (Jesse Hutch) ab; hinten im Auto finden sie ein sehr hübsches Mädchen (sehr hübsch: Marlaina Mah), deren Onkel laut ihrer Aussage von den Möpps entführt wurde. Alle machen gemeinsame Sache und stellen sich den total brutalen korrupten verschlagenen gemeinen sadistischen Verbrechern, angeführt vom irren Colonel (Byron Mann) und vom doppelgesichtigen Cop (Jerry Wasserman), in den Weg. Der Rest ist Action.

Keoni Waxman hat sich selbst da eine durch und durch konstruierte Quatschgeschichte zurechtgelegt, die aber als Spielwiese für den wieder erstarkten Seagal durchaus in Ordnung geht. Mit A DANGEROUS MAN hat Stevie den hat trick geschafft und den dritten sehenswerten Reisser in Folge hingelegt. Gallige Fights, coole Posen und gnadenlose Schiess- und Abstechorgien in akzeptabler Schlagzahl stellen den Action-Junkie auf oberem Niveau rundum zufrieden. Waxman hat Seagal, der sich nur noch in Szenen doublen lässt, in denen sich jeder Star doublen liesse (also vor allem nicht dann, wenn sich knackfrische nackte Körper darbieten), gut im Griff und hat ihn zu wuchtigsten Brachialprügeleien überreden können, in denen der umstrittene Action-Titan mal wieder zeigen kann, wo Meister Petz in die Wabe langt: Ihr könnt meckern, so viel Ihr wollt, aber so kann das nur Steven Seagal. Für die Blutrunst wird auch mal ein Gesicht in ein Sägeblatt gekloppt oder ein Halunke gleich komplett im wie üblich praktisch zur Verfügung stehenden Häcksler zur Mettwurst verarbeitet - Szenen, die Seagal mit einem Blick kommentiert, der sagt "Ich weiss schon, was Ihr wollt, auch wenn ich nicht verstehe, warum Ihr das wollt". Hätte Waxman auf unangenehm an die Seagal-Gurke KILL SWITCH erinnernde Verschnellerungen/Framekürzungen in den Kampfszenen verzichtet, gäbe es hier gar nichts zu meckern, zumal er auch mit einigen hübsch gefilterten Panoramen protzen kann.

A DANGEROUS MAN läßt die Konkurrenz alt aussehen: Seagal ist wieder da und kann sich nach den Knallern DRIVEN TO KILL und THE KEEPER ganz vorne positionieren. Dickes, saftiges Aufs Maul-Vergnügen mit einem motivierten Star in Kampfeslaune, guten Nebendarstellern, schönen Frauen, großkalibrigen Kanonen und schnellen Fäusten: Männerkino vom Feinsten.











AFTER DARK Film TALK | Facebook | Twitter :: Datenschutzerklärung | Impressum :: version 1.11 »»» © 2004-2018 a.s.