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Special.
Der Manifest-Weihnachtsfilmguide 2012
von André Becker

Der Manifest-Weihnachtsfilmguide 2012

Ho ho ho, Weihnachten rückt immer näher und da bietet es sich natürlich an ein paar Filmempfehlungen auszusprechen, um quasi so richtig in Stimmung für das allseits beliebte Fest des Konsums ähh... der Liebe zu kommen. Filme mit Bezug zu Weihnachten gibt es freilich genug. Klar, da sind einerseits die Klassiker: STIRB LANGSAM, GREMLINS oder natürlich der grandiose und ziemlich unterschätzte SCHÖNE BESCHERUNG.

Und sonst so? Nachdem man die grauen Zellen ein wenig beansprucht hat, ist schnell Schicht im Schacht. Das Netz weiß natürlich erfahrungsgemäß ein wenig mehr. Aber, und hier wird es interessant, grenzt man die Suche ein und beschränkt sich auf ausgewählte Genres wird es schon schwieriger. Abseits der Klassiker sieht es nämlich eher mau aus. Insbesondere wenn die Genres Actionfilm, Thriller und Horror heißen. Nach stundenlanger Recherche bin ich nun aber doch halbwegs fündig geworden. Die folgende Filmauswahl versammelt daher eher Werke, an die man nicht unbedingt sofort denkt wenn es um Weihnachten geht. Los geht's.

DEAD BANG - KURZER PROZESS (USA 1989)
Original Titel. DEAD BANG Regie. JOHN FRANKENHEIMER
Taugt der was? Durchaus. Der düstere Thriller mit einem wunderbar abgefuckten Don Johnson in der Hauptrolle glänzt mit tollen Charakteren, klasse Actionszenen und einer sehr stringenten Erzählweise. Achtziger Jahre Kino vom Feinsten, das leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Kommt ab und an im Free-TV und ist dank der Jugendfreigabe auch, trotz einiger Härten, ungeschnitten im Fernsehen zu bewundern.

STILLE NACHT, HORROR NACHT (USA 1984)
Original Titel. SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT Regie. CHARLES E. SELLIER JR.
Taugt der was? Mehr oder minder. Für besondere Stimmung sorgt auf jeden Fall der Killer im Weihnachtsmannkostüm. Mit entsprechend heruntergeschraubten Erwartungen und ein wenig nostalgischer Verklärung bietet dieser Slasherstreifen jedenfalls noch halbwegs erträgliche Unterhaltung für einen launigen Horrorabend. Nichts besonders, aber auch nicht total ärgerliche Grütze und somit gerade noch im Rahmen handelsüblicher B-Filmware. Einen Tag später hat man das ganze Geschnetzel aber wieder vergessen.

NIGHT OF TERROR (USA 1996)
Original Titel. RIOT Regie. JOSEPH MERHI
Taugt der was? Ja und Nein. Ja, weil das Produzentenduo Pepin/Merhi (kennt die überhaupt noch wer?) selten besser war und hier ein rasantes Actionfeuerwerk sondergleichen zelebrieren. Zahllose, bretterharte Shootouts und Prügelleien, knochenberstende Stunts und Gary Daniels (wird heute mit Kurzauftritten z.B. in THE EXPENDABLES verheizt) in der Hauptrolle sind die klaren Pluspunkte. Nein, weil hier tiefstes B-Film Niveau angesagt ist, die Dialoge zum Davonlaufen sind und die schauspielerischen Leistungen (wirklich) aller Beteiligten mehr als dürftig ausfallen. Die Story, die fleißig bei ESCAPE FROM L.A klaut, ist ebenso dünn geraten und selbst für einen B-Film erstaunlich löchrig. Trotzdem, Genrefans greifen zu und erfreuen sich an einem sehr kurzweiligen Kracher.

TURBULENCE (USA 1997)
Original Titel. TURBULENCE Regie. ROBERT BUTLER
Taugt der was? Naaaa ja, nicht wirklich. Ray Liotta gibt sich zwar als Bad Guy mit Hang zu leichtem Overacting reichlich Mühe und Lauren Holly ist zumindest nett anzuschauen, aber darüber hinaus bleibt von dem Film einfach nicht viel hängen. Die Story um ein außer Kontrolle geratenes Passagierflugzeug haut auch niemanden mehr vom Hocker und im direkten Vergleich mit dem ähnlich gelagerten Russell/Seagal Flick EINSAME ENTSCHEIDUNG bleibt das zugegebenermaßen nicht gänzlich unspannende Duell Liotta vs. Holly erschreckend egal.

COVER HARD 2 (Hong Kong 1987)
Original Titel. CITY ON FIRE Regie. RINGO LAM
Taugt der was? Aber hallo. Dieser Klassiker des Hong Kong Kinos besticht mit phantastischen Schauspielern (Chow Yun Fat, Danny Lee), einer hinreißenden Regie von Altmeister Ringo Lam und einem unvergesslichen, bleihaltigen Finale mit starker Melodramatik-Schlagseite. Das sich Quentin Tarantino von dem Film deutlich erkennbar für sein Meisterstück RESERVOIR DOGS inspirieren ließ, wird gerne mal unter den Tisch gekehrt. Fest steht allerdings das selten die Energie der asiatischen Metropole so fesselnd in einem Cops vs. Robbers Streifen eingefangen wurde. Daumen hoch.

INVASION U.S.A (USA 1985)
Original Titel. INVASION U.S.A Regie. JOSEPH ZITO
Taugt der was? Sagen wir es mal so: Der Film bietet mit seinem reaktionären Ansatz und der unverhohlenen Verherrlichung von Selbstjustiz durchaus Angriffsfläche. Aber hey, die One-Man-Show die Hauptdarsteller (wie immer äußerst wortkarg) Chuck Norris hier abliefert ist einfach so unglaublich over the top, so hinreißend übertrieben, dass es eine Freude ist. Das gleiche gilt für die Story. Hier die Kurzform: Die vereinigten Staaten werden in der Weihnachtszeit von einer ausländischen Macht angegriffen. Kurze Zeit später mäht Norris mit Uzi und weiterer schwerer Munition alle Bösewichter nieder. Stop, das ist nicht die Kurzform, sondern die ganze Geschichte. Na ja, was solls. Die Actionszenen sind auf jeden Fall durch die Bank großartig und in Richard Lynch hat Norris (Vollbart steht ihm einfach am besten) zudem einen wunderbar fiesen Gegenspieler. Früher nur gekürzt in good old Germany erhältlich, gibt es seit einiger Zeit die Uncut-Fassung mit KJ Freigabe im Verkauf.

SANTA CLAUS MIT MUCKIS (USA 1996)
Original Titel. SANTA CLAUS WITH MUSCLES Regie. JOHN MURLOWSKI
Taugt der was? Mein Gott, Nein. Bereits ein Blick auf die männliche Hauptrolle (Hulk Hogan!) sollte genügen und zusammen mit dem Titel alles über die Qualität des Films sagen. Nur soviel: Schwarzeneggers launiger Weihnachtsfilm VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN ist dagegen oscarreifes Arthouse-Kino. Als Horrorfilm geht das Machwerk aber aufgrund Hogans grausiger Performance auf jeden Fall durch. Zum fürchten das Ganze und das obwohl ich mit 10 Jahren Hogans Trashgranate DER RITTER AUS DEM ALL ziemlich knorke fand.

Mist, die Kenner der genannten Filme werden jetzt natürlich berechtigterweise anmerken, dass die vorgestellten Werke zum Teil nicht wirklich als Weihnachtsfilme durchgehen bzw. sich nicht unbedingt durch das gerne beschworene Feeling auszeichnen. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters. Der Weihnachtsfaktor fällt hier unterschiedlich hoch aus, bei z.B. SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT sicherlich höher als bei DEAD BANG. Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, ob er/sie in Weihnachtsstimmung kommt, wenn Santa Claus mal für eine Sekunde als Puppe in der Schaufensterscheibe steht. Oder wie im Falle von INVASION U.S.A in der Actionszene im Einkaufszentrum überall geschmückte Weihnachtsbäume in der Gegend rumstehen. Zumindest einige der Filme lohnen sich aber definitiv für die Weihnachtszeit und wer auf Nummer sicher gehen will, guckt halt einfach noch mal STIRB LANGSAM (Warum STIRB LANGSAM der ultimative Weihnachtsfilm ist). Yippie Ya Yeah Motherfucker.




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