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KAPITELWAHL

DEADLY CROSSING - TÖDLICHE GRENZEN (USA 2010)

von Hasko Baumann

Original Titel. TRUE JUSTICE - DEADLY CROSSING
Laufzeit in Minuten. 87

Regie. KEONI WAXMAN
Drehbuch. STEVEN SEAGAL . JOE HALPIN
Musik. CARLY PARADIS
Kamera. NATHAN WOLSON
Schnitt. TREVOR MIROSH
Darsteller. STEVEN SEAGAL . MEGHAN ORY . SARAH LIND . ALEX MALLARI JR. u.a.

Review Datum. 2011-09-05
Erscheinungsdatum. 2011-08-26
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Steven, Du alter Tausendsassa! Die breite Masse legt Dich ja schon lange naserümpfend unter "Was macht eigentlich...?" ab, aber in Wirklichkeit feuerst Du aus allen Rohren! Der eigene Wein! Der eigene Energy Drink! Die eigenen Bluesplatten! Der eigene Sexskandal! Und das alles nur nebenbei, denn die sechsunddreißig Direct-to-DVD-Knaller pro Jahr wollen ja auch gedreht werden! Und die eigene Reality-Show LAWMAN! Und der unwürdige Gastauftritt in der Totalkatastrophe MACHETE! Ist das Dein Ego oder willst Du die Kohle oder weißt Du einfach, daß hier draußen Typen sitzen wie Vern und ich, die Dein Gesamtwerk zur Religion machen? Was auch immer es ist, das Dich antreibt, es hört nicht auf, denn nun hast Du auch noch die eigene Krimiserie, und die heißt TRUE JUSTICE. Was ja irgendwie auch ganz nach Dir klingt.

Das heißt, eigentlich hast Du keine eigene Krimiserie, denn kein amerikanischer Sender hat sie gekauft, sie läuft dort nirgends und ist auch sonst in keiner Form in den USA erschienen. In Europa haben wir es besser, dort werden nämlich einfach zwei Episoden zusammengehauen und auf DVDs gepreßt. Hierzulande heißt das Ganze dann wahrheitsgemäß "True Justice Collection" und trägt Titel wie DEADLY CROSSING. Und genau um den geht's hier, um DEADLY CROSSING, also um die ersten zwei Episoden von TRUE JUSTICE.

Steven Seagal ist Elijah Kane, Leiter einer Polizei-Spezialeinheit, und hat es voll drauf. (Auf dem DVD-Cover steht, Elijah Kane wäre Steven Seagal, aber es ist umgekehrt.) Die Polizei-Spezialeinheit besteht, neben Chef Seagal, aus zwei Frauen und zwei Männern, und die bestehen aus klar abgesteckten Klischees. Mann#1 ist schwarz, regeltreu und ausgeglichen, Mann#2 ist weiß, weibergeil und hat ne kurze Lunte (will sagen: ist jähzornig). Frau#1 hat ne dunkle Lockenmähne, nen heißen Arsch und packt zu (ein Girl für Prolls), Frau#2 hat einen blonden Zopf, schicke Sachen und was im Kopp (ein Girl für Leseratten). Beide Girls sehen hot aus, klar. Gemeinsam geht man gegen Drogendealer und ähnliches Gesocks vor und räumt Seattle auf. (Auf dem DVD-Cover steht "Louisiana", aber es ist dann doch Seattle. Allerdings auch nicht wirklich, denn bis auf die Establishing Shots sieht hier nichts wie Seattle aus, sondern wie Vancouver, denn da haben sie das alles gedreht.) Das Ganze wird von Regisseur Keoni Waxman so ein bißchen CSI-mäßig in Szene gesetzt, mit allzu viel flashy Zeug und Toneffekten auf Bildschnitten, sehr oll, aber immerhin kennt er Seagal schon, mit dem hat er nämlich u.a. A DANGEROUS MAN gemacht. (Auf dem DVD-Cover steht "A Dangerous Game", aber es ist dann doch eher der MAN.)

Lassen wir mal die attraktiven Reißbrettfiguren und die unspannenden Kriminalfälle beseite, bleibt vor allem eins: Seagal. Steven, der alte Tausendsassa, hat produziert und (mit Joe Halpin) auch die Stories geschrieben; das merkt man wie immer vor allem daran, daß der dicke Knuddelfighter nach Dienstschluß von heißen Bitches sehnsüchtig erwartet wird und sich Frau#1 heimlich ebenfalls die Finger nach ihm leckt. Die Kampftonne hat aber auch gut aufgepaßt: Steven darf man nur draufsichtig filmen (guter Trick wegen Doppelkinn und so, sieht allerdings bei Umschnitten auf das frontal gefilmte Gegenüber merkwürdig aus) und bei lebensgefährlichen Dialogszenen läßt er sich sicherheitshalber doublen, sobald sein Gesicht nicht im Bild ist. Überhaupt macht er nur das Nötigste; manchmal hört man ne Weile nur seine Stimme, weil man doch auch so versteht, daß er in der Nähe ist, oder?

Meistens hockt er im Auto und wartet, während die anderen ihre Undercover-Arbeit verrichten. Er wartet genau genommen nur darauf, daß sie es verbocken, und greift dann ein. Meistens steigt er nur im absoluten Notfall aus dem Auto aus, man kann sich ja auch querstellen und aus dem Fenster schießen. Bei der Verfolgung von Fußgängern gerät man mit dieser Taktik aber schnell an seine Grenzen, etwa wenn das Auto nicht in die schmale Gasse passt. In einem solchen Notfall steigt Seagal vielleicht doch aus, aber gezeigt wird das vorsichtshalber nicht, vielleicht passt Seagal nicht durch die schmale Tür.

Man kann Steven letztlich nicht böse sein. Vor allem dann nicht, wenn er doch mal selber zulangt und immer noch wie kein Zweiter den Bösen die Glocken rausprügelt. Oder wenn er sein unwiderstehlich verschmitztes Grinsen aufsetzt, weil er die Bitches lässig am langen Arm verhungern läßt. Oder wenn er, natürlich, als Titelsong einen seiner eigenen einsetzt, den nämlich mit Stevie Wonder an der Mundharmonika. DEADLY CROSSING ist für echte Seagal-Action viel zu fernsehgezähmt, und die Teamarbeit steht dem Martial Arts-Monument auch nicht so recht, aber es ist immer noch Seagal. Und Seagal rules, Alter.

DVD.
Gutes Bíld, allerdings ganz schön grünlastig, guter, unauffälliger Ton und eine akzeptable Synchro (Ekkehard Belle als Seagal finde ich nach wie vor seltsam). Extras: Nur einige Trailer zu anderen Filmen.








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