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KAPITELWAHL

DER PLAN (USA 2011)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE ADJUSTMENT BUREAU
Laufzeit in Minuten. 101

Regie. GEORGE NOLFI
Drehbuch. GEORGE NOLFI
Musik. THOMAS NEWMAN
Kamera. JOHN TOLL
Schnitt. JAY RABINOWITZ
Darsteller. MATT DAMON . EMILY BLUNT . TERENCE STAMP . ANTHONY MACKIE u.a.

Review Datum. 2011-08-12
Erscheinungsdatum. 2011-07-21
Vertrieb. UNIVERSAL

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) . TÜRKISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . DÄNISCH . NIEDERLÄNDISCH .TÜRKISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
"Das kann doch kein Zufall sein." Wie oft hat man das in seinem Leben angesichts bemerkenswerter Ereignisse im eigenen Leben oder im Lauf der Welt schon gedacht oder gesagt? Wie kann es sein, dass man ausgerechnet diesen oder jenen Menschen zu exakt diesem Zeitpunkt getroffen oder gar wiedergefunden hat? Die Suche nach dem Grund führt die einen auf der Suche nach einem höheren Entscheider zur Religion, die anderen in die komplexeren Bereiche der Wissenschaft. Der Schriftsteller Philip K. Dick, dessen Motive schon Filmen wie BLADE RUNNER, TOTAL RECALL, MINORITY REPORT oder PAYCHECK zur Verwurstung dienten, hat sich ebenfalls über diese Phänomene Gedanken gemacht und 1954 die Kurzgeschichte "The Adjustment Team" veröffentlicht. Darin muss ein Immobilienmakler am eigenen Leibe erfahren, dass die Menschheit von einer Gruppe von Entscheidern geleitet wird; spontane Korrekturen inbegriffen. Keine Gottheit sitzt am Ruder, sondern ein gut geölter bürokratischer Apparat.

George Nolfis Adaption dieser Story erweitert sie um die Idee der "Bestimmung", an die insbesondere der Romantik verpflichtete Menschen zu glauben gewillt sind. So begegnet der New Yorker Kongressabgeordnete David Norris (Matt Damon) "zufällig" auf einer Herrentoilette der Tänzerin Elise (Emily Blunt), die ihm fortan nicht mehr aus dem Kopf geht. Doch hier treten die grossen Korrektoren, das titelgebende "Adjustment Bureau", an Norris heran und informieren ihn, dass es sich bei dieser Zufallsbegegnung um eine ungewünschte Anomalie handelt, deren Konsequenzen dem übergeordneten "Plan" widersprechen. Die mit Hut und Anzug einheitlich auftretenden Buchführer der Welt drohen Norris zwar mit der Auslöschung seines Geistes, sollte er sein neues Geheimnis mit jemand teilen, jedoch sind ihre Motivationen ganz offensichtlich gutartig. Irgendwann aber - und hier gerät der Film strukturell ziemlich aus der Bahn, wenn er zunächst ganze drei Jahre überspringt - gesteht sich Norris ein, dass es ihm nur um Elise geht; dass sie für einander "bestimmt" sind. So versucht er, das Adjustment Bureau mit dessen eigenen Waffen zu schlagen und rennt in einer beeindruckenden Sequenz mittels Teleportationstüren quer durch New York, um Elise zu finden.

Die Gutmütigkeit dieses Films, der schlußendlich die Existenz eines fehlbaren Oberhaupts, also einer "menschlichen" Gottheit, postuliert, mag postmodernen Zynikern übel aufstossen. Aber Nolfi wirft sich der Vorstellung, die man von der "ganz grossen Liebe" hat, mit offenen Armen entgegen und gewinnt ausgerechnet hier auf ganzer Linie. Die von Damon und Blunt hervorragend gespielte Annäherung und sich vertiefende Liebe ist die anrührendste und "echteste" Love Story, die Hollywood gegenwärtig diesseits von BLUE VALENTINE zu bieten hat. Zudem gestaltet sich DER PLAN dank John Tolls atemberaubend schöner Bilder und eines extrem geschmackvollen Color Gradings auch visuell als grosses Erlebnis. Das mag nicht das ganz grosse Kino sein - dafür gibt sich Nolfi mit seinem grossen Finish allzu sehr den Konventionen der Traumfabrik hin - aber es ist die ehrlich empfundene, gefühlvolle Liebesgeschichte, die sich sogar über Thomas Newmans flache Musik und die schlimmen Richard Ashcroft-Songs hinwegsetzen kann.

DVD.
Bild und Ton sind erstklassig. Die Synchronisiation ist gut gelungen - mit Simon Jäger hat man einfach einen besseren Griff für Matt Damon getan als mit Michael Hinze. Als Extras gibt es einen Audiokommentar von George Nolfi und diverse, durchaus gelungene Featurettes, u.a. zu oben beschriebener Teleportertür-Sequenz. Die entfallenen/erweiterten Szenen sind nicht der Rede wert.








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