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KAPITELWAHL

TRIANGLE - DIE ANGST KOMMT IN WELLEN (Großbritannien/Australien 2009)

von Martin Eberle

Original Titel. TRIANGLE
Laufzeit in Minuten. 99

Regie. CHRISTOPHER SMITH
Drehbuch. CHRISTOPHER SMITH
Musik. CHRISTIAN HENSON
Kamera. ROBERT HUMPHREYS
Schnitt. STUART GAZZARD
Darsteller. MELISSA GEORGE . JOSHUA MCIVOR . JACK TAYLOR . RACHAEL CARPANI u.a.

Review Datum. 2010-07-08
Erscheinungsdatum. 2010-05-06
Vertrieb. ASCOT ELITE

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Was schreiben über einen Film, der um so mehr Spaß macht, je weniger man vorher über ihn weiß? Wie also das loben, was einem so viel Freude macht, ohne dem künftigen Betrachter zu viel zu verrraten?

Ausgangspunkt ist der Ausflug einer Handvoll freundlicher, junger Menschen, mehr oder weniger gut miteinander bekannt, die zur allgemeinen Entspannung mit einer kleinen Segelyacht aufs offene Meer fahren. Zentrum des Films ist Jess (Melissa George, TURISTAS, 30 DAYS OF NIGHT), die deutlich überforderte Mutter eines autistischen Kindes.
Ein heftiger Sturm bringt das Boot zum Kentern. Ein vorbei fahrendes Kreuzfahrtschiff scheint die Rettung der Schiffbrüchigen zu sein, entpuppt sich aber als fast vollständig verlassener Schreckensort.

Christopher Smith, der Regisseur, der mit CREEP und SEVERANCE bisher nicht allzu sehr zu glänzen vermochte, hat mit TRIANGLE einen großen Wurf hingelegt. Mit viel Zeit für das Drehbuch (vier Jahre) und einem ordentlichen Budget von $ 12 Mio. konnte er sich offensichtlich auf seine Stärken besinnen. Dazu gehört ganz sicher der liebevolle Umgang mit den Figuren, die immer sehr glaubwürdig und realitätsnah agieren und sehr viel Identifikationspotential bieten. Eine Qualität, die bekanntermaßen vielen anderen Genrefilmen schlicht abgeht.

Was Smith mindestens ebenso gut beherrscht: einem Genre, das – schon oft bearbeitet und durchgemangelt – überwiegend nur noch Erwartbares liefert, einige Kniffe und Wendungen abzutrotzen, die einen zu packen vermögen. Smith weiß selbst ganz genau, dass sein Thema schon zu ausgelutscht ist, um mit einem schlichten Doppel- oder Tripeltwist noch irgendeine Genrekatze hinter dem Ofen hervor zu locken. Also spielt er ein kluges Spiel mit geschickt platzierten Steigerungen, die eine Freude an der Varianz des Erwarteten entstehen lässt. Und setzt dann noch mal einen drauf. Und dann noch einen. Und kaschiert so ziemlich schlau das Dilemma, das für Filme aus diesem Genre typisch ist: den immanenten, nicht auflösbaren Logikfehler, der einem aber nur auffällt, wenn man den Film zum Erbsen zählen einlegt.

Denn die Klugheit des Plots wird wunderbar umgesetzt und ergänzt durch die großartig ausgeleuchteten, schön gesetzten, starken Bilder von Kameramann Robert Humphreys. Diese Bilder, deren kluge, geschickte Montage und das fulminante, von creepy-lakonisch bis dramatisch-mysteriös reichende Sounddesign machen TRIANGLE zu einem stimmungsvollen, spannenden Film, der atmosphärisch eher an SHINING oder BLUE VELVET erinnert als an Putzi-Filme vom Schlage eines GHOST SHIP, der ja zumindest von der Verortung her eigentlich näher liegen sollte.

Also: möglichst wenig über TRIANGLE lesen, den Trailer ganz bleiben lassen, am besten jungfräulich an diesen Film heran gehen, um ihn unbefangen genießen zu können. Und dann noch zwei-, dreimal ansehen. Da mache ich mich gleich mal ran.

DVD.
Bild und Ton sind erwartungsgemäß gut. Besonders empfehlenswert ist natürlich der englische Originalton. Der schöne britische Akzent und Melissa Georges angekratzte, raue Stimme sollten Grund genug sein, den zu sauber produzierten Synchronsprech auszulassen.

Die Extras sind sehenswert, das Making of, die Interviews mit Set-Impressionen sind lang, informativ und machen Spaß, auch wenn beide Filmchen sich gelegentlich doppeln. Trailer und Trailershow hätten von mir aus nicht sein müssen, der fehlende Audiokommentar ist zu Verschmerzen.








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