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TURISTAS (USA 2006)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. TURISTAS
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. JOHN STOCKWELL
Drehbuch. MICHAEL ROSS
Musik. PAUL HASLINGER
Kamera. ENRIQUE CHEDIAK
Schnitt. JEFF MCEVOY
Darsteller. JOSH DUHAMEL . MELISSA GEORGE . OLIVIA WILDE . DESMOND ASKEW u.a.

Review Datum. 2007-01-24
Kinostart Deutschland. 2007-03-01

So schnell kann's gehen: Gerade mal ein Jahr nach HOSTEL steht schon die zweite Variante derselben überaus reizvollen Grundidee ins Haus. Regie führt dieses Mal John Stockwell, den man in solch einem Genre nicht unbedingt vermuten würde, aber vielleicht ist TURISTAS gerade deshalb wesentlich sehenswerter als seine Vorgänger geworden.
Hier treiben sich ein paar Mittzwanziger verschiedener Nationalitäten an der brasilianischen Küste rum und geraten in die Fänge eines skrupellosen Doktors, der die Organe ausländischer Rücksacktouristen verscherbelt.

Auch in diesem Genre bleibt sich Stockwell treu: Schon nach wenigen Minuten sehen wir junge, schöne, leichtbekleidete Menschen, die sich in noch schöneren Landschaften tummeln. Man möchte sofort zum Flughafen und losfliegen. Die Locations tragen auch nicht unerheblich zum Reiz von TURISTAS bei, denn grundsätzlich wird uns im Prinzip nichts anderes als ein HOSTEL-Update aufgetischt, bei dem aber einiges besser gemacht wurde: Die Charaktere sind lange nicht so dumpf, wenn der Onkel Doktor die Klinge zückt darf mitgebibbert werden, was auch am gelungenen Spannungsaufbau liegt: Während Roth seine Akteure recht übergangslos ihren Peinigern überlässt, wirkt die Brasilien-Variante wesentlich ausbalancierter und die Örtlichkeiten scheinen naturalistischer - echter - (sofern man das im filmischen Kontext überhaupt sagen kann) und nicht wie die Kopfgeburt eines Jungregisseurs.
Genau der Effekt wird erzielt, den man sich von solch einem Stoff eigentlich wünscht: Es könnte so sein, eine flaues Gefühl im Magen stellt sich ein und wird durch die leicht sozialpolitisch angehauchte Motivation des Docs noch verstärkt, der ist nämlich nicht einfach nur irre oder pervers, sondern hat einen durchaus nachvollziehbaren Grund für seine blutigen Taten.

Zum großen Knaller reicht's schlussendlich dann doch nicht, da TURISTAS letztendlich einfach nur eine Geschichte erzählt, die vor nicht allzu langer Zeit schon da war; man lässt sich einseifen, weiß aber was kommt, selbst beim Gore orientiert sich der Film in einer Szene allzu offensichtlich am Vorbild, allerdings wesentlich effektiver.

Genre-Freunde sollten aber zumindest hierzulande ins Kino strömen, im Heimatland ist Stockwells Film brutal abgesoffen und das hat er trotz aller Uneigenständigkeit dann doch nicht verdient.

Möchte bei der Gelegenheit auch gleich eine Story-Idee für den nächsten HOSTEL-Klon einreichen:
Drei englische Egoshooter-Fans geraten beim Besuch einer bayrischen LAN-Party in die Fänger brutaler CSU-Schergen, die im parteieigenen Folterkeller die vergnügungssüchtige Jugend zu Weißwurst verarbeitet, Titel HAUPTSACH' DER RANZ'N SPANNT.











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