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ZORN DER TITANEN (USA 2012)

von Hasko Baumann

Original Titel. WRATH OF THE TITANS
Laufzeit in Minuten. 99

Regie. JONATHAN LIEBESMAN
Drehbuch. DAN MAZEAU . DAVID JOHNSON
Musik. JAVIER NAVARRETTE
Kamera. BEN DAVIS
Schnitt. MARTIN WALSH
Darsteller. SAM WORTHINGTON . LIAM NEESON . RALPH FIENNES . ROSAMUND PIKE u.a.

Review Datum. 2012-03-28
Kinostart Deutschland. 2012-03-29

Huch, eine Fortsetzung. Irgendwie war man ja bei der Ankündigung von ZORN DER TITANEN doch ein wenig überrascht; so richtig dolle lieb hatte den Vorgänger eigentlich keiner. KAMPF DER TITANEN war ein flacher Monsterspaß mit recht ansprechend inszenierten Krawallszenen, der mit seinen Figuren zwischen den Fights nicht anzufangen wusste und altgediente Recken ulkig verheizte: Liam Neeson (als Disco-Zeus) und Ralph Fiennes (als Krautrock-Grufti Hades) alberten in einem ausgesucht tuntigen Olymp derart herum, daß es ein garstig Schenkelklopfen war. Das einzig wirklich Sagen-hafte an dieser leidlich unterhaltsamen Posse war das Einspiel: 493 Millionen Dollar schlugen weltweit zu Buche, und nur deswegen gibt es ZORN DER TITANEN, und nur deswegen gibt es diesen Text.

ZORN DER TITANEN hält sich nicht lange mit Exposition oder Plotentwicklung auf. Der schmucke Halbgott Perseus (gewohnt stoisch: Sam Worthington) führt nunmehr ein bescheidenes Leben als Fischer und zieht als Witwer seinen Sohn Helios alleine groß. Plötzlich steht Gottvater Zeus (Neeson) auf der Matte und informiert Sohnemann über drohende Gefahren; der Junior denkt aber, Handwerk hat goldenen Boden und das Gekloppe muß ja nun auch nicht mehr sein. Wenige Filmminuten später legen zweiköpfige Drachenwürmer aber sein Dorf in Schutt und Asche, das überzeugt auch den strauchelndsten Helden, er muß wieder ran. Nun gilt es, die drei Teile einer Superwaffe zu finden und dem bösen Supermufti ins Herz zu jagen. Die Gefährten bleiben blass: Toby Kebell setzt als nichtsnutziger Vetter Agenor die wenigen Gags des Films in den Sand, und Rosamund Pike hat als kampfgeile Kriegerkönigin vor allem ein Frisurproblem. Für den absoluten Tiefpunkt ist aber Bill Nighy zuständig; den gefallenen Ex-Gott Hephaestus gibt er unkontrolliert als nervigen alten Zausel, der sich im permanenten Schusseldialog mit sich selbst zu befinden scheint - Platz für ein wenig subtiles Cameo der mechanischen Eule Bubo aus dem 1981er Original-TITANEN.

ZORN DER TITANEN ist einer dieser Filme, die sofort dramatisch durchhängen, wenn sich nicht gerade gehauen wird. Bei den mit verzweifelt um Würde bemühten Ernst vorgetragenen Drehbuchzeilen fühlt man sich, als würde man permanent in eine Zitrone beissen, und Neeson und Fiennes machen sich in der Unterwelt erneut zur totalen Bockwurst. Wenn sich aber gehauen wird, gerät dies recht eindrucksvoll: Ein Scharmützel mit gewaltigen Zyklopen im Wald macht Laune, und das große Finale mit dem Rauch- und Kohlemonster aus der Hölle ringt einem durchaus das Staunen eines 12jährigen ab. Wenn der Feueronkel ganze Bergkuppen mit der hohlen Hand abräumt, verzeiht man dem Film gern den totalen Blödsinn, den er einem die ganze Zeit unterjubeln will. Im neuen TITANEN-Film gibt es weniger Schauplätze und Monster zu bestaunen als im Vorgänger und damit auch weniger Abwechslung, dafür aber hat Regisseur Liebesman (der zuletzt die unausstehliche Supergurke WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES verbrach) die Schauwerte besser im Griff als Louis Letterier, der das Gekloppe etwas unübersichtlich gestaltet hatte. Zudem finden sich dieses Mal zumindest vereinzelt recht herzige 3D-Effekte, die sanfte Gemüter im Sitz zusammenzucken lassen können. Unterm Strich gilt somit für das Sequel dasselbe Urteil wie für Teil 1 (siehe oben) - so richtig kann man diesem unterhaltsamen Monsterquatsch nicht böse sein.











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