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TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT (USA 2017)

von Andreas Günther

Original Titel. TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT
Laufzeit in Minuten. 149

Regie. MICHAEL BAY
Drehbuch. ART MARCUM . MATT HOLLOWAY . KEN NOLAN . AKIVA GOLDSMAN
Musik. STEVE JABLONSKY
Kamera. JONATHAN SELA
Schnitt. ROGER BARTON . ADAM GERSTEL . DEBRA NEIL-FISHER . JOHN REFOUA . MARK SANGER . CALVIN WIMMER
Darsteller. MARK WAHLBERG . ANTHONY HOPKINS . LAURA HADDOCK . JOSH DUHAMEL u.a.

Review Datum. 2017-06-22
Kinostart Deutschland. 2017-06-22

Der Zusammenprall der Kulturen ist in aller Munde. Der Zusammenprall der Welten ist der bevorzugte Stoff des "Transformers"-Franchise über die unendliche Fehde zwischen den Blechtitanen-Gruppierungen Autobots und Deceptions. TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT verschleißt diese Rezeptur in einer Weise, dass mit begeisterungsfähigem Publikum eigentlich nicht mehr zu rechnen ist. Wer in der letzten Woche WONDER WOMAN gesehen hat und nunTRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT folgen lässt, für den krachen in erster Linie zwei Blochbuster-Universien aufeinander: einfallsreich, originell, mitreißend steht gegen repetitiv, abstumpfend und epigonal.

Die Probleme, überhaupt zu einer eigenen Geschichte und Erzählweise zu finden, waren ja schon in TRANSFORMERS: ÄRA DES UNTERGANGS unübersehbar. "Einen tollen Film machen, wie ging das noch mal?" lautete die eigentliche Schlüsselfrage der Franchise-Folge. Unter viel Gerümpel kam in einer Kampfpause in einem Kino ein alter Filmprojektor zum Vorschein und wurde für Augenblicke zu einer Art Altar, der die Augen von Jung und Alt glänzen ließ. Dazu lugten in einer Ecke Plakate der Howard-Hawks-Filme EL DORADO undHATARI hervor. Ein Mix aus zwei anderen Hawks-Klassikern in einer Nebenhandlung sicherte TRANSFORMERS: ÄRA DES UNTERGANGS den finanziellen Erfolg durch ein sensationelles Einspiel-Ergebnis in China. Nach dem Vorbild von LEOPARDEN KÜSST MAN NICHT und LIEBLING; ICH WERDE JÜNGER mimte Stanley Tucci einen durchgeknallten Professor, der mit einer Chinesin eine turbulente romantische Komödie erlebt.

Die Macher von TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT wirken schon ein bisschen abergläubisch, wenn sie Stanley Tucci schon wieder zum Retter machen wollen. Seine Mission: Mit der Artus-Legende das "Transformers"-Franchise beleben. In einem Kurzauftritt ist Tucci als Zauberer Merlin zu sehen, der vor 1600 Jahren von außerirdischen Transformers einen Stab erhält, der König Artus den Sieg in einer Schlacht gegen das Böse verleiht und die Tafelrunde begründet. Aber die so genannten zwölf Wächter vom Planeten Cybertron zu Äquivalenten der Tafelrunden-Ritter zu stilisieren, nimmt sich eher als dreiste Aneignung eines alten Mythos denn als gelungene Verschmelzung mit ihm aus.

Derweil reitet das Drehbuch die Pitch-Formel vom Zusammenprall der Welten zu Tode. Die Welt liegt im Krieg mit außerirdischen Transfomern. Ein paar weiße Jungs treffen beim Buddeln nach kaputten Transformern auf ein hispanisches Mädchen namens Izabella (Isabela Moner) und problematisieren lautstark ethnische und soziale Differenzen. Der erfolglose texanische Erfinder und Schrottplatzbesitzer Cade Yeager (Mark Wahlberg) kämpft gegen den Staat bzw. dessen paramilitärische Einheiten und Drohnen. In Gestalt von Sir Edmund Burton (Anthony Hopkins), der in ihm einen Weltenretter sieht, und der Oxford-Professorin und Merlin-Verwandten Vivian Wembley (Laura Haddock) kollidiert das Raubein mit der feinen englischen Art. Die Welt insgesamt ist mit ollem Schlinggewaber aus dem All konfrontiert, das alles Leben ausmerzen könnte. Auf der Seite des Bösen findet sich auf einmal Autobot Optimus Prime, der der fiesen Hexe Quintessa Merlins Stab suchen will und auf den gutherzigen Bumblebee einhaut.

Spaltung und Streit, wohin das Auge reicht, die dazu führen, dass TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT in Einzelteile zerfällt. Jedes Einzelteil möchte die Nerven aufpeitschen, mit Hammer- und Schwertschlägen gegen Menschen und Blech, mit Explosionen wie grollende Riesenblumen, mit Transformer-Transformationen in kreischende Kampfjets und zurück. Alle Einzelteile zusammen ergeben jedoch nur eine dröge Abfolge von Aktionen, die aleatorisch bald auf Scharmützel, bald auf Flucht geschaltet sind. Obwohl jede Einstellung vor Effekten berstet, springt kein Funke über. Die Anleihe bei der Artus-Sage ist ein schlechter Witz, die Verbindung in die Postmoderne laues Copy-and-Paste. Die mühelose Magie des ersten TRANSFORMERS liegt unter Schrott begraben.











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