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SECOND IN COMMAND (USA/Rumänien 2006)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. SECOND IN COMMAND
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. SIMON FELLOWS
Drehbuch. JONATHAN BOWERS . DAVID L.CORLEY . JAYSON ROTHWELL
Musik. MARK SAYFRITZ
Kamera. DOUGLAS MILSOME
Schnitt. CONNAN MCSTAY
Darsteller. JEAN-CLAUDE VAN DAMME . JULIE COX . WILLIAM TAPLEY . ALAN MCKENNA u.a.

Review Datum. 2006-05-05
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Nachdem sich Van Damme mit WAKE OF DEATH qualitativ auf neuem Höhenflug befand, war die Spannung natürlich groß: Würde er mit SECOND IN COMMAND den Standard halten oder uns wieder mit unsäglicher Scheiße à la DERAILED foltern?
Die Ankündigung, dass der belgische Kampfzwerg aus dem Vertrag mit dem Bauer-Martinez Studio (der Laden hinter WAKE OF DEATH) ausgestiegen ist, verhieß nichts Gutes, und Simon Fellows ist auch nicht gerade der prickelndste Regisseur.
Doch schon nach kurzer Zeit sind fast alle Zweifel wie weggewischt: SECOND IN COMMAND rockt, zwar nicht so sehr wie der Vorgänger, aber er rockt.

Van Damme spielt Sam Keenan, ein ehemaliges Mitglied der Navy Seals mit Nüssen aus Granit. Als Keenan in ein osteuropäisches Kaff kommt, um dort einen neuen Posten in der amerikanischen Botschaft anzutreten, wird er direkt in die dortigen gewalttätigen Unruhen gezogen: Terroristen wollen den neuen, demokratisch gesinnten Präsidenten stürzen, der wiederum Unterschlupf beim US-Botschafter sucht, als die Situation eskaliert. Als dieser getötet wird, liegt es an Keenan das Staatsoberhaupt und damit die Demokratie zu schützen.

Man möchte meinen, die Macher haben Lundgrens THE DEFENDER gesehen, denn hüben wie drüben herrscht Belagerungszustand, die Inszenierung ist bewusst "down to earth", die Action knackig und schmerzhaft. Während Lundgrens Regiedebüt aber eher auf Dauerfeuer setzt, gönnt sich Van Dammes zweiter Knaller auch schon mal eine Auszeit, und es wird versucht, den Gegner nicht ausschließlich durch Gewalt sondern durch Taktik zu übertrumpfen, was dem Ganzen auch einen zumindest etwas realistischeren Touch gibt. Der Hang zum Realismus äußerst sich auch in der Technik: Die Handkamera gibt oft den Ton an und vor allem während der Demonstrations-Szenen wähnt man sich fast schon eher in einer Reportage als im neusten DTV-Klopper.
Ebenso die Action: Großartige Kung Fu - Ballette oder durchchoreographierte Schiessereien sucht man vergebens: Wenn gestorben wird, dann vorwiegend schnell, brutal und schmutzig. Wie schreibt die umstrittene US-Website Ain't It Cool News so schön: I do have to complain though - if anything, a lot of the action here is too realistic.. Na ja. Ich würde das definitiv auf der Haben-Seite verbuchen.

Im Soll steht lediglich folgendes: Fellows versucht seinen Film an einigen Stellen wesentlich teurer aussehen zu lassen, als er ist, das geht ganz derb in die Binsen, und schade ist auch, dass Van Damme auf schauspielerischer Seite nicht mehr genutzt wird, es macht zwar Spaß seinem verbrauchten Ledergesicht zuzuschauen, aber WAKE OF DEATH hat bewiesen, dass er mehr kann.

Trotzdem: Es wird Zeit, den Van Damme-Starschnitt wieder auszupacken!











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