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MOTHER'S DAY - MUTTER IST WIEDER DA (USA 2010)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. MOTHER'S DAY
Laufzeit in Minuten. 112

Regie. DARREN LYNN BOUSMAN
Drehbuch. SCOTT MILAM
Musik. BOBBY JOHNSTON
Kamera. JOSEPH WHITE
Schnitt. HUNTER M. VIA
Darsteller. REBECCA DE MORNAY . JAIME KING . SHAWN ASHMORE . BRIANA EVIGAN u.a.

Review Datum. 2011-06-09
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Der aktuelle Remake-Trend macht auch vor obskureren Filmen nicht halt: MOTHER'S DAY - MUTTER IST WIEDER DA ist ein Remake eines 1980er Troma-Films. Für ein solches ist die Story allerdings wieder originell: Die Neuauflage bedient sich an Grundidee und Figuren des Originals, das Setting wurde jedoch von einem Camping Trip von drei Freundinnen zu einer Geburtstagsfeier eines Yuppie-Freundeskreises verlegt - Re-Imagining nennt man das wohl.

Nach einem misslungenen Banküberfall suchen zwei Brüder Zuflucht in ihrem Elternhaus. Was sie nicht wissen: Ihre Mutter hat das Haus aufgrund einer Zwangsvollstreckung verloren. Kurzerhand nehmen die Brüder die neuen Besitzer und deren Gäste, die gerade gemeinsam einen Geburtstag feiern, als Geisel und warten auf die Ankunft ihrer Mutter, die sich als so höfliches wie wahnsinniges Oberhaupt der Verbrecherfamilie entpuppt.

Es ist eine konstruierte Story, die mit der nötigen Selbstironie allerdings durchaus funktionieren kann. Tatsächlich gibt Rebecca De Mornay als Mutter einen vielversprechenden Villain ab: Sie spielt die Rolle mit viel Ironie, lässt sie überdreht, cheesy, aber auch bedrohlich wirken und gibt ihr hier und da noch eine Spur (vorgespieltes) Einfühlungsvermögen mit, das die Figur umso faszinierender macht. Nur eines ist sie dabei nie: Wirklich glaubwürdig.

Das wäre in Ordnung, wenn der Rest des Films ähnlich ironisch, ähnlich over-the-top wäre wie die Figur der Mutter. Stattdessen versucht sich Regisseur Darren Lynn Bousman, der Fans der SAW-Reihe als Regisseur der Teile 2 bis 4 bekannt sein dürfte, an einer realistischen Atmosphäre, die Angst und das Leid seiner Figuren versucht er, greifbar und glaubhaft zu machen. Das scheitert zum Einen an der Darstellung der Mutter, die hier buchstäblich im falschen Film zu sein scheint. Zum Anderen investiert MOTHER'S DAY - MUTTER IST WIEDER DA auch zu wenig in seine Figuren, nimmt sich keine Zeit, sie als Charaktere wirken zu lassen. Auch im Grunde intensive Szenen, wenn beispielsweise die Geiseln gegeneinander ausgespielt werden oder sich der Arzt unter ihnen um einen Verletzten unter den Kriminellen kümmern muss, erzielen nur ansatzweise den gewünschten Effekt, da kaum Interesse für die austauschbaren Figuren aufkommen kann.

MOTHER'S DAY - MUTTER IST WIEDER DA wirkt so vor allem unentschlossen, geht in mehrere Richtungen gleichzeitig und erreicht in keiner wirklich sein Ziel. Um als ironischer Trash-Horror zu funktionieren, zeigt der Film zu explizit und realistisch Leid und Gewalt, um den Zuschauer wirklich zu fesseln sind Grundidee und Charaktere zu unglaubwürdig beziehungsweise zu wenig ausgearbeitet. Das ist schade, denn MOTHER'S DAY - MUTTER IST WIEDER DA verschenkt so durchaus vorhandenes handwerkliches und schauspielerisches Potential.

MOTHER'S DAY - MUTTER IST WIEDER DA erscheint am 09.06. bei Kinowelt auf DVD und Blu-Ray.











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