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MASTERS OF HORROR: PELTS (USA/Kanada 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. MASTERS OF HORROR: PELTS
Laufzeit in Minuten. 59

Regie. DARIO ARGENTO
Drehbuch. MATT VENNE . F. PAUL WILSON
Musik. CLAUDIO SIMONETTI
Kamera. ATTILA SZALAY
Schnitt. MARK L. LEVINE
Darsteller. MEAT LOAF . JOHN SAXON . ELLEN EWUSIE . LINK BAKER u.a.

Review Datum. 2007-05-12
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Die MASTERS OF HORROR-Reihe haut in der zweiten Staffel verzweifelt um sich: Aufregerthemen sollen es nun richten. Nach John Carpenters PRO-LIFE, der der Liga der Abtreibungsgegner in die reaktionären Eier trat, darf sich nun ausgerechnet Dario Argento um die Ehrenmitgliedschaft bei PETA bewerben. Sein brettharter Klopper PELTS zeigt Meat Loaf als skrupellosen Pelzhändler, der sich auf der Suche nach dem ultimativen Nerz leider an verfluchtes Getier heranwagt: Jeder, der sich an die Verarbeitung der Felle macht, gerät umgehend in einen rücksichtslosen Blutrausch und wendet die brutalsten Handgriffe der Zunft gegen sich selbst an.

Wie schon in seinem ersten MASTERS-Beitrag JENIFER zeigt sich Argento, ganz im Gegensatz zu seinem komplett asexuellen (oder - mit gutem Willen – allenfalls verschlüsselt sexuellen) Hauptwerk als geiler alter Sack. Da sich sein dicker Protagonist obsessiv in eine Stripperin verschossen hat, ergreift der italienische Horrorpapst jede Gelegenheit, blanke Brüste und Arschbacken zu zeigen, inklusive einer selbstzweckhaften bisexuellen Oralszene. Das kann man ja alles machen, besonders in diesem Rahmen, man muß sich nur fragen, wieso Dario erst im hohen Alter den Lümmel in seiner Hose entdeckt.

Den Horrorfans wird es egal sein, denn diese kriegen hier eine Reise zurück zu den zeigefreudigen Tagen des europäischen Hardcore-Horrors zu sehen. Argentos Haus- und Hofkomponist Claudio Simonetti hat auch noch immer nicht mitgekriegt, daß 1987 vorbei ist, und so begleitet sein grottenschlechtes Synthiegewitter auch dieses Mal wieder Goreszenen von erlesener Drastik. Obwohl Argento von Schauspielerregie nach wie vor keine Ahnung hat – insbesondere John Saxon läßt die Hosen runter – und seine Regie zwar kompetent, aber gesichtslos ausfällt, darf PELTS zu den gelungeneren Episoden der Reihe gezählt werden: Die Schuld und Sühne-Story erinnert an die guten alten TALES FROM THE CRYPT (hierzulande in den 90ern ausgerechnet unter dem Titel MASTERS OF HORROR erschienen) und wird humorfrei und düster erzählt. Mit seinen Splatterexzessen weiß Argento noch zu schocken – etwa das Ausweiden mit einer Schneiderschere, das Zunähen von Nase, Mund und Augen sowie, und da staunt man wirklich, das Absäbeln des eigenen Gesichts mit einer Bärenfalle – und erfüllt mit dieser Kompomißlosigkeit die Vorgaben einer rüden Spielart dessen, was hier verkauft werden soll und so selten geboten wird:
Horror.











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