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KAPITELWAHL

MASTERS OF HORROR: JENIFER (USA 2005)

von Hasko Baumann

Original Titel. MASTERS OF HORROR: JENIFER
Laufzeit in Minuten. 56

Regie. DARIO ARGENTO
Drehbuch. STEVEN WEBER . BRUCE JONES
Musik. ED SHEARMUR . CLAUDIO SIMONETTI
Kamera. ATTILA SZALAY
Schnitt. MARSHALL HARVEY
Darsteller. CARRIE FLEMING . STEVEN WEBER . HARRIS ALLAN . JULIA ARKOS u.a.

Review Datum. 2006-07-13
Erscheinungsdatum. 2006-03-31
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Das Konzept der MASTERS OF HORROR-Reihe sollte eigentlich gerade für Dario Argento wie gemacht sein. Daß viele seiner stärker am Plot orientierten Kollegen mit den unterdurchschnittlichen Büchern der Serie zu kämpfen haben, sollte den einst überragenden Stilisten nicht schrecken. Schon im Einstünder THE BLACK CAT aus dem Poe-Doppel TWO EVIL EYES hat Argento bewiesen, daß er jenseits von Story und Spielfimlänge zu faszinieren weiß, und auch seine größten Werke aus den 70er Jahren finden ihre Meriten keineswegs in ausgeklügelten Handlungskonstrukten.

Und nun hat sich ausgerechnet Argento für Geradeaus-Erzählkino hergegeben, mit der Verfilmung eines Comics, namentlich "Jenifer", 1974 von Bruce Jones und dem großen Berni Wrightson für das Magazin "Creepy" produziert. Bei einem Polizeieinsatz rettet ein Cop (Steven Weber) ein junges und von den Füßen bis zum Hals sehr attraktives Mädchen, das leider eine monströs mißgestaltete Visage sein eigen nennt. Da der Mann Mitleid mit ihr hat, nimmt er sie mit zu sich nach Hause, wo der Segen eh schon in extremer Schieflage hängt. Die ebenso furchtsame wie fürchterliche Blondine empfiehlt sich durch extreme Lust auf Sex beim Gastgeber, verliert aber an Sympathien durch den Heißhunger auf Menschenfleisch. Das führt mitunter zu bemerkenswert krassem Gesplatter, bei dem auch vor Kindern überhaupt nicht Halt gemacht wird.

Zwar ist Steven Webers Zwiespalt zwischen Abscheu und Liebe durchaus reizvoll - wohl auch für den Schauspieler selbst, der den Stoff adaptierte - aber erschreckenderweise macht Argento erstmals auf lustig. JENIFER hat nicht nur die größte Anzahl an Sexszenen in seinem Euvre vorzuweisen, sondern auch die meisten Gags - und zwar schlechte. Seine fernsehgerechte, einfallslose Inszenierung hat nichts zu bieten und orientiert sich auch an keiner Stelle am Stil Wrightsons. Und das nach der bislang schönsten Eröffnungsszene dieser Serie, die zwei Cops und eine nervende Fliege im Auto beobachtet - vielleicht eine Reminiszens an Argentos Brummerszene aus SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, für uns eine weitere Träne der Wehmut, wenn wir sehen, wie Dario sich einen weiteren Nagel in den Sarg seiner Karriere haut.

DVD.
Über die gewohnt guten technischen Details hinaus hat dieser Teil der MASTERS OF HORROR erheblich mehr zu bieten als sonst: Die Special Features widmen sich explizit der Effektarbeit und - löblich - auch der Comicvorlage. In Interviews kommen Steven Weber und Dario Argento zu Wort, dessen Englisch noch immer abenteuerlich klingt. Für Komplettisten und Argento-Hardcorefans eine lohnende Anschaffung.








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