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THE HILLS HAVE EYES II (USA 2007)

von Matthias Mahr

Original Titel. THE HILLS HAVE EYES II
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. MARTIN WEISZ
Drehbuch. JONATHAN CRAVEN . WES CRAVEN
Musik. TREVOR MORRIS
Kamera. SAM MCCURDY
Schnitt. SUE BLAINEY . KIRK M. MORRI
Darsteller. DANIELLA ALONSO . MICHAEL MCMILLIAN . JESSICA STROUP . JACOB VARGAS u.a.

Review Datum. 2007-03-16
Kinostart Deutschland. 2007-03-29

Nach der Regel Hollywoods, Sequels möglichst nah am Vorgänger zu halten und lediglich die Bedrohung zu vergrößern mag die Fortsetzung von Ajas THE HILLS HAVE EYES, in der sehr viel anders gelöst ist, überraschen. Wohl die positivste Änderung, die auch schon vorab durchgedrungen ist: Der zweite Teil ist in keinem Punkt als Remake des erbärmlichen Teenieslashers von 1985 zu werten, mit dem Wes Craven seinen ersten Film glanzlos fortführte.
Allerdings sind auch keine handelnden Personen von Ajas Film, sieht man von einer kurzen Referenz-Einstellung am Ende ab, dabei. Eine neue Mutantensippe macht sich zwei Jahre nach der Handlung des ersten Teils über frische Opfer her und niemand aus der Carter-Familie hat sich bereit erklärt zurückzukommen. Lediglich Michael Bailey Smith, der Pluto des Remakes ist in neuer Maske als Familienoberhaupt der Kannibalen wieder dabei.

In HILLS II setzen die Grausamkeiten stehenden Fußes ein. Eine von den Freaks gefangene und offensichtlich vergewaltigte Frau gebiert, eine militärische Forschungsstation wird aufgemischt. Erst danach nimmt man sich ein wenig Zeit Figuren einzuführen, konkret einen Trupp junger Nationalgardisten, die ahnungslos zu jenem Militärcamp in die Wüste geschickt werden, das eben attackiert wurde. Von den Kannibalen auf einen Berg gelockt (der Filmtitel bekommt hier erstmals eine neue Bedeutung) wird den Rekruten geschickt der Rückweg abgeschnitten, sodass ihnen nur der Abstieg durch die weit verzweigten Minen bleibt, in welchen ihre Peiniger hausen. Auch wenn sich der Film somit über weite Strecken in den Untergrund verlagert und sogar der Kameramann von THE DESCENT gewonnen wurde, ist das Setting ein völlig Anderes. Es gibt mehr Licht, bedingt durch Laternen und zahllose Öffnungen im Berg und auch die klaustrophobische Enge des britischen Films wird nie erreicht. Dies macht rational Sinn, handelt es sich doch um eine Wohnhöhle (wenn auch reale, künstlich in den Berg gegrabene Minen wohl nie soviel Platz bieten würden), atmosphärisch bleibt man so aber weit hinter THE DESCENT zurück.

Eine der größten Stärken des ersten HILLS (Original wie Remake) war, den Horror nicht als Strafe zu interpretieren. Dies machte die Attacken viel unberechenbarer und auch realer, weil vorehelicher Sex, Bullshit schwafeln, was auch immer, eben nicht rechtfertigt, vom Hackemörder mit der Maske abgemurkst zu werden. Im ersten Teil konnte man (solang man die Geschichte noch nicht aus der '77er Fassung kannte, freilich) niemals vorhersehen, wer als Nächster den Löffel abgeben wird. Und dass die Fortsetzung davon abgekommen ist, ist wohl die ärgerlichste "Neuerung" im Bezug auf den Vorgänger. Ob die "Todsünde" nun Arroganz, Dummheit oder Feigheit/Kollegialitätsmangel heißt, fast immer wird es dem Zuschauer förmlich aufs Auge gedrückt, wer gleich als Nächster über den Jordan muss oder auf andere Weise bestraft wird. Vorehelicher Sex ist in der Truppe kein Thema, man beschränkt sich, auf (teilweise homoerotisches) Bullshit schwafeln, was erstaunlicherweise ungeahndet bleibt, dennoch wird so die Spannung doch erheblich gedämpft.

Wenigstens sind die Soldaten allesamt recht sympathisch gezeichnet, sodass man doch mit ihnen mitfiebert, wundert sich aber doch, dass sie, die in Krisensituationen und Umgang mit der Waffe ausgebildet sind, sich teilweise unbeholfener wehren als seinerzeit Familie Carter. So fies die Monster auch sein mögen, eine Steigerung zum 1. Teil ist hier jedenfalls nicht spürbar. HILLS II hebt sich wegen seiner Charaktere (trotz Dutzendschauspielern) immer noch deutlich von Gurken a'la HOSTEL ab, mit Ajas Film kann er sich aber nie messen.











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