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THE HAMILTONS (USA 2006)

von Matthias Mahr

Original Titel. THE HAMILTONS
Laufzeit in Minuten. 86

Regie. THE BUTCHER BROTHERS
Drehbuch. THE BUTCHER BROTHERS . ADAM WEIS
Musik. NATHAN MONTIEL . JOSHUA MYERS
Kamera. MICHAEL MALEY
Schnitt. JESSE SPENCER
Darsteller. CORY KNAUF . SAMUEL CHILD . MACKENZIE FIRGENS . JOSEPH MCKELHEER u.a.

Review Datum. 2007-10-14
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Wenn ein Film, dessen Newcomer-Regisseure sich gar Butcher Brothers nennen, schon mit einem gefangenen Mädchen im mit Ketten und Fleischerhaken ausstaffierten Hobbykeller beginnt, dann wittert der Gorebauer bereits ein neues HOSTEL. Wenn er sich damit nur nicht selber schneidet.
THE HAMILTONS ist nämlich alles andere als der neueste Torture Porn, verweigert sich allzu massivem Gore-Einsatz. Gezeigt wird das oberflächlich normale Leben von vier Geschwistern. Der älteste, David hat nach dem frühen Tod der Eltern quasi die Vaterfunktion übernommen. Die Zwillinge Wendell und Darlene bringen die Familie immer wieder in Schwierigkeiten. Sie scheren sich nicht drum, ausschließlich ortsunansässige Tramper zu entführen und nötigen die Sippe deshalb des Öfteren, umzuziehen. Der jüngste, Francis, will sich mit dieser Lebensart nicht abfinden, auch wenn er weiß, dass er in dieser Familie keine andere Wahl hat.
Die Nachbarn haben freilich keinen Dunst davon, was im Keller vorgeht. Würde was ruchbar, sie würden dem Boulevard erzählen, wie nett und unauffällig die vier doch waren. Der regelmäßig vorbei schauende Sozialarbeiter bleibt ebenso arglos, was im Untergrund vorgeht. Auch von dem Verschlag dort, der eine Kreatur beherbergt, um die der Film das scheinbar größte Geheimnis macht, ahnt niemand etwas.

Nun was in der Kiste drinnen ist, dürfte jedem klar sein, der nicht komplett von Anfang an den Film verschlafen hat. Auch für die späte Offenbarung der wahren Natur der Hamiltons gibt es früher schon reichlich Indizien. Sonderlich überraschend sind die angepeilten Wendungen zum Schluss also nicht, das macht aber nichts: Das Drehbuch funktioniert dennoch ausgesprochen gut. Die beiden Ebenen (oben und unten) werden perfekt gegeneinander ausbalanciert, der Fokus der Handlung liegt auf Francis, wodurch eine ungewohnte Melange mit einem Coming of Age-Drama entsteht. Und das in diesem Umfeld mit der nötigen Sensibilität für das Thema.
Leider haperts an der Umsetzung des Skripts ganz gewaltig. Das beginnt bei der Ausleuchtung des auf Video gedrehten Films, die durchwegs eine betont klinische Atmosphäre vermittelt. In der Wohnung geht das noch in Ordnung, im Keller ist es fatal. Auch schauspielerisch geht THE HAMILTONS nicht in Ordnung. Der Familie verzeiht man noch so einiges, erahnt man doch ihren "unnatürlichen" Ursprung, doch etwa die Darbietung des Sozialarbeiters ist ärger daneben. Und dann ist man sich noch für kein Klischee zu schade: Nachdem die Tochter des Sheriffs vermisst wird, schwärmt der Deputy am hellichten Tag mit der Stabtaschenlampe in Extra-Large aus, um an Haustüren zu klopfen. Nur um das klarzustellen und Missverständnissen vorzubeugen: Zwischen einem solchen US-Independentstreifen und einen Amateur-Heuler a'la SLASHER liegen immer noch Welten, auch was die Umsetzung betrifft, für eine echte Empfehlung reicht's aber dennoch nicht.











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