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D-WAR: THE REBIRTH OF LEGEND (Korea/USA 2007)

von Martin Beck

Original Titel. D-WAR
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. SHIM HYEUNG-RAE
Drehbuch. SHIM HYEUNG-RAE
Musik. STEVE JABLONSKY
Kamera. HUBERT TACZANOWSKI
Schnitt. TIM ALVERSON
Darsteller. JASON BEHR . AMANDA BROOKS . ROBERT FORSTER . CRAIG ROBINSON u.a.

Review Datum. 2007-02-19
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Monster, überall diese Monster! In D-WAR gibt es riesige Schlangen, Drachen, Dinosaurier und Robert Forster als übermenschliche Kräfte beweisenden Tiefflieger. Was dafür leider fehlt sind ein Drehbuch ohne Löcher und der leiseste Hauch von Ironie. Wir befinden uns immerhin in einem Monsterfilm, Robert Forster düst gen Himmel und der pockige Bösewicht, wenn er denn mal nicht dreckig lacht, schaut aus wie Bill Murray.

D-WAR ist mit 70 Millionen US Dollar die teuerste koreanische Produktion aller Zeiten. Für Cinefacts-Leser mag das bereits als Empfehlung reichen, doch Leute ohne Boxenschrein könnten ins Grübeln kommen. Regisseur und Drehbuchautor Shim Hyeung-Rae hat zuvor YONGGARY, einen der beknacktesten Monsterfilme aller Zeiten, verbrochen, die Produktionszeit betrug unglaubliche 8 Jahre und koreanische Gesichter tauchen vorwiegend hinter der Kamera auf. Bei diesem Budget muss natürlich alles eingeebnet und ein internationaler (=amerikanischer) Look übergestülpt werden. Nicht Seoul wird zerstört, sondern Los Angeles. Der einzige klare Vorteil dabei ist die Abwesenheit topffrisuriger Nippon-Rabauken.

Nein, es gibt noch einen zweiten klaren Vorteil: Die Qualität und die Menge der Effekte. Nach einer guten dreiviertel Stunde Talking Heads, verbunden mit einem mässig interessanten Plotunterbau über reinkarnierende Drachen und ebenso reinkarnierende Kämpfer, bricht ein CGI Spektakel höchster Güteklasse los. Allerlei Ungetier vernichtet Menschen und Gebäude, superbe Actionszenen erreichen Achterbahnqualitäten und die Tonspur bimmelt selbst dickste Membrane durch. Nur fokussiert auf die Monsteraction ist D-WAR ein echter Knaller. Da ist es dann sogar verzeihlich, dass sich der Film ordentlich bedient und man des öfteren an THE LORD OF THE RINGS und die neuen STAR WARS-Filme denken muss.

Dank dieser Schauwerte wird ganz sicher die Kinokasse klingeln, doch nach dem ersten Hype dürfte es düster aussehen. Das Drehbuch ist wahlweise langweilig oder blöd, viele logische Fehler dezimieren das mögliche Thrill-Potenzial und die Hauptdarsteller, Herr Forster gerne ausgenommen, sind so charismatisch wie Drachenpupu. Gegenüber YONGGARY ist zwar eine klare Steigerung erkennbar, doch nach THE HOST und GODZILLA: FINAL WARS sollte man eigentlich ganz woanders landen. Der Spass an solchen Filmen hängt inzwischen in grossem Masse von dem ironischen Spiel mit Konventionen ab, die auch jenseits des dritten einstürzenden Wolkenkratzers kindliche Begeisterung entfachen können. Bei D-WAR dagegen geht es so straight und amerikanisch zu, dass man eigentlich wieder auf dem Level der letzten Gummi-GODZILLAs angekommen ist - nur eben ohne deren treudoofen Charme.

Ich wünsche dem Film alles Gute und dem Regisseur keine Betonfüsse von weinenden Investoren. Mensch, wie kann man nur Drachen auf Los Angeles loslassen und dabei 8 Jahre lang mit einem Besen im Arsch herumlaufen?











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