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CASHBACK (Großbritannien 2006)

von Björn Eichstädt

Original Titel. CASHBACK
Laufzeit in Minuten. 102

Regie. SEAN ELLIS
Drehbuch. SEAN ELLIS
Musik. GUY FARLEY
Kamera. KIRSTI ABERNETHY
Schnitt. CARLOS DOMEQUE . SCOTT THOMAS
Darsteller. SEAN BIGGERSTAFF . EMILIA FOX . SHAUN EVANS . MICHELLE RYAN u.a.

Review Datum. 2008-02-14
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Manche Filme treffen die Emotionen junger Menschen an der Schwelle zur Reife so grundlegend, dass es schmerzt und gleichzeitig eine große Freude ist. Und tatsächlich müssen solche Vertreter des bewegten Bildes keine verdrehten europäischen Arthouse-Streifen sein, sondern können sich durchaus im amerikanischen Mainstream tummeln oder sich diesem zumindest annähern ohne gleich dem Hang zur Blödheit zu verfallen. Denn: So treffen sie das Zielpublikum, ohne sich anzubiedern. GHOST WORLD von Terry Zwigoff ist so ein Film, AMERICAN BEAUTY natürlich, der immer noch umwerfende CLUELESS oder auch DONNIE DARKO. Und tatsächlich könnte sich mit CASHBACK von Sean Ellis ein neuer Kumpel der Clique des mainstreamigen, aber unglaublich guten Wir-werden-erwachsen-und-lernen-das-Leben-und-die-Liebe-Films anschließen. Auch wenn Amerika bei diesem britischen Juwel natürlich das vollkommen falsche Stichwort ist.

Das Hochschule kann einen schon schaffen, vor allem dann, wenn sie einen als jungen Mann in ein ART SCHOOL CONFIDENTIAL-Umfeld beamt, das aus talentierten und aufstrebenden Künstlern zuerst einmal sitzengelassene Enttäuschte macht. Was folgt ist für Ben die Schlaflosigkeit, die Verzweiflung, die er mit irgendeiner Beschäftigung füllen muss. Und da scheint nichts besser zu passen, als ein Nachtschichtjob bei der englischen Supermarktkette Sainsbury's. Dort findet sich neben einer Crew nahezu unglaublicher, wirklich durchgeknallter Charaktere auch die neue Liebe. Nur weiß das Ben zu Beginn noch nicht - und so verbringt er die Nächte damit, sein neues Talent auszuleben: die Uhr stillstehen zu lassen, die Menschen von allen Seiten zu betrachten und tiefgründige Bilder seiner Begegnungen im zeitlichen Vakuum zu Papier zu bringen. Und natürlich feiert er Parties, wie sich das für junge Verlassene gehört.

Lustig und schön, poetisch, still und gleichzeitig wirklich albern: CASHBACK nimmt die Kurze ganz ausgezeichnet, aus der CLERKS 2 so gnadenlos herausgeschlittert ist. Denn hier sitzt jeder Scherz, findet sich von Anfang an die Balance zwischen Romantic, Dramatic und Comedy, sind die jungen Menschen so porträtiert, wie man auch selber einmal jung hätte sein wollen: Angenehm angenehm und doch immer ein wenig überdreht. Dass auch noch der unwichtigste Protagonist bis ins Detail ausgelotet wird, dass man wirklich jeden Charakter irgendwie ins Herz schließt - von der einsamen Kassiererin über den unerträglichen Chef bis hin zur einfach nur hübschen Einkäuferin - , das hebt CASHBACK in die erste Liga seines Genres. Und vor allem: Macht ihn zu einem heißen Anwärter auf den "Film, der in Kürze ein Sequel bekommen sollte". Zu wünschen wäre es. Denn mit diesen Figuren möchte man gerne noch ein bisschen weiterleben, den ihnen zuzuschauen schmerzt - und macht gleichzeitig große Freude.











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