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CLERKS II (USA 2006)

von Björn Eichstädt

Original Titel. CLERKS II
Laufzeit in Minuten. 97

Regie. KEVIN SMITH
Drehbuch. KEVIN SMITH
Musik. JAMES L. VENABLE
Kamera. DAVID KLEIN
Schnitt. KEVIN SMITH
Darsteller. BRIAN O'HALLORAN . JEFF ANDERSON . JASON MEWES . KEVIN SMITH u.a.

Review Datum. 2007-06-30
Kinostart Deutschland. 2007-07-12

Wahrscheinlich liegt das Fazit dieser Kritik an mir. An meiner subjektiven Abneigung gegen Menschen, die mit über 30 noch immer so sind, wie sie mit unter 20 waren. Und die die gute alte Zeit, vor allem aus Sicherheitsgedanken heraus, so feiern, als gäbe es kein Morgen, keinen Fortschritt, keine neuen Möglichkeiten, die besser sind als die alten. Klar, das kann man auch prophylaktisch alles bestreiten oder aber die Erfahrung des Nichtweiterkommens bereits hinter sich haben. Letzteres könnte zum Beispiel für Kevin Smith gelten, der es nach seinem Debüt CLERKS bis heute nicht geschafft hat, an den Erfolg des Erstlings anzuknüpfen. Auf der Metaebene kann man CLERKS 2 also vor allem auch als die Geschichte des Scheiterns und Stillstehens eines Filmemachers lesen.

Wer den ersten Teil dieser Vermutlich-bald-Trilogie gesehen hat, der weiß was kommt. Dante und Randal arbeiten nur nicht mehr im Supermarkt, den hat Randal nämlich versehentlich abgefackelt, sondern in einer Burgerbude. Sie sind keine Spätteens mehr sondern frühe 30er. Aber ansonsten hängen sie immer noch in New Jersey rum und vertun ihre Zeit mit infantilen Sprüchekaskaden, mit Fäkal-, Penis- und Arschwitzen, die die Langeweile der gemeinsamen Existenz überdecken. Nur kurz versucht Dante auszubrechen, mit einer neuen Verlobten die Zelte abzubrechen und nach Florida zu entkommen. Doch zu konstruiert ist dieser Ansatz, zu unpassend die gewählte Partnerin, um wirklich einen Schlussstrich ziehen zu können. So kommt es, wie es kommen muss und am Ende - nach vielen Sprüchen, einer ungewollten Schwangerschaft, die das Schicksal mal wieder über das Vorhaben stellt, sketchhafter Situationskomik sowie einer nerdigen Dialogschlacht um die Vorzüge von STAR WARS im Vergleich zu DER HERR DER RINGE - stehen Randal und Dante wieder da, wo sie angefangen haben: In ihrem Supermarkt, der den beiden am Ende immerhin gehört.

Wäre CLERKS 2 ein anderer Film, dann hätte er das ultimativ gesellschaftskritische Manifest zur Gegenwartserscheinung der 30-plus-Kinder sein können. Derjenigen, die den Reifeprozess zum echten Erwachsenen einfach auslassen und immer so weitermachen. Doch dazu ist der Film, der mit einigen guten und vielen schrecklich schlechten Gags aufwartet, einfach zu albern. Es ist so, als hätte Regisseur und Autor Smith die eigene Tragödie versucht wegzulachen, als habe auch er sich in das Früher war alles besser ergeben. Das sind natürlich gute Voraussetzungen für einen Erfolg bei der 30-plus-Kind-Anhängerschaft und einen schon fast zwangsläufigen dritten Teil. Ein guter Film mit durchgängig raffiniertem Humor und einer fortschrittlichen Message ist CLERKS 2 allerdings sicherlich nicht geworden.











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