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ART OF WAR 2: DER VERRAT (Kanada 2008)

von Hasko Baumann

Original Titel. ART OF WAR II: BETRAYAL
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. JOSEF RUSNAK
Drehbuch. JASON BOURQUE . KEITH SHAW
Musik. PETER ALLEN
Kamera. NEIL CERVIN
Schnitt. TREVOR MIROSH
Darsteller. WESLEY SNIPES . ATHENA KARKANIS . LOCHLYN MUNRO . WINSTON REKERT u.a.

Review Datum. 2008-09-29
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Wesley Snipes hat mittlerweile als prominenter Steuerbetrüger mehr als genug Action im richtigen Leben, aber in den Videotheken ist er weiterhin als regelmäßiger Lieferant von Direct-to-DVD-Geböller zugegen. Der neueste Streich: Die nominelle Fortsetzung seines Kinoflops/Videothekenhits ART OF WAR, für den Christian Duguay vor acht Jahren noch satte 40 Millionen Dollar sowie Donald Sutherland und Anne Archer verheizen durfte. Die Fortsetzung hat selbstredend mit dem Vorgänger nur noch Snipes' Rollennamen und den titelgebenden Lebensratgeber von Sun Tzu gemein - was aber, genauso wenig wie das schmale 15 Mio-Budget, nichts Schlechtes sein muß, schließlich hat uns der DVD-Markt gerade mit Quasifortsetzungen in den letzten Jahren durchaus Perlen geschenkt. ART OF WAR 2 gehört leider nicht dazu.

Gerade die DVD-Knallfrösche mit Wesley Snipes erfreuten mit ihrer geradlinigen Schlichtheit: THE DETONATOR, THE MARKSMAN, UNSTOPPABLE und Konsorten schnurrten vorbei wie ein Uhrwerk, mit einem motivierten Star als Herz des Ganzen. Mit ART OF WAR 2 hat sich Snipes leider das Handelsgerüst eines durchschnittlichen Heulers von Kampfwurst Steven "Cocksucker Motherfucker" Seagal überhelfen lassen. Als Spitzenagent Neil Shaw befindet sich Snipes im Ruhestand, bis sein Mentor ermordet und er Opfer einer handelsüblichen Verschwörung wird. Er hängt als Köder am Haken und haut sich seinen Weg zum bösen Boß hoch, was aber eben nicht stringent durcherzählt, sondern mit ständigen Ortswechseln (die Produktion bleibt selbstredend in Kanada!) und viel zu vielen Gesichtern der nichtssagenden Kategorie auf kompliziert und extrem langweilig getrimmt wird.

Die Action hat, wie der Zuschauer, dabei das Nachsehen. Bis auf ein paar leider nur halbwegs knackige Fights, in denen Snipes immerhin wieder mal mit seinem kompakten Kampfstil glänzt, bleibt die Küche kalt. Die Schuld trägt einmal mehr Josef Rusnak, der noch weniger als bei THE CONTRACTOR, seiner letzten Arbeit mit Wesley, die Finger von der Mätzchen-Taste lassen kann. So lange solche Leute ihre inszenatorischen Fähigkeiten mit Geflashe ausbauen wollen, kann und darf ein Uwe Boll nicht "schlechtester Regisseur der Welt" genannt werden. Zugegeben, Rusnak muß sich an einem Drehbuch abarbeiten, das einen ranzigen "Twist" bereithält und seiner Hauptfigur den Sieg nur vergönnt, indem es ihm einen ausnehmend dämlichen Antagonisten entgegen stellt.

Selbst Wesley Snipes, sonst immer eine Bank, ist der Frust anzusehen - nicht ganz so bei der Sache wie sonst, posiert er sich etwas unentschlossen in seinen acht Jahre alten Part zurück. Er kann einem leid tun.











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