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GESPRÄCHE

Andrea Sczuka im Gespräch mit Michal Kosakowski

Andrea Sczuka im Gespräch mit Michal Kosakowski, einem der drei Regisseuren von GERMAN ANGST.

Michal Kosakowski ist nicht auf ein Genre fixiert und will mit seinen Filmen den Zuschauer reflektieren lassen.

Das Gespräch.

Michal Kosakowski
Michal Kosakowski

Haben Sie mit Kurzfilmen begonnen?
    Ja, ich habe über 70 Kurzfilme gemacht. Viele davon sind experimentell.

An welcher Film-Akademie/-Hochschule haben Sie gelernt?
    An der Film-Akademie in Wien war ich zwei Jahre, bin dann aber gegangen, weil es mir zu konservativ war. Bei Oliviero Toscani in der Fabrica, in Treviso haben ich weiter gemacht. In der Fabrica sind Künstler aller Richtungen und man kann mit fast unbegrenzten Mitteln die Ideen umsetzen. Toscani hat in den 90ern die Bilder für Benetton gemacht, die Aufsehen erregt haben. In der Fabrica habe ich gelernt mit wenigen Mitteln einen starken Effekt zu erzeugen. Die Mischformen interessieren mich. Zuerst kommt die Idee und dann überlege ich mir wie ich es umsetzen will, mit welchem Genre - experimentell, als Spielfilm etc. Wir haben unter anderem einen Werbespot für das Kriegsverbrecher Tribunal gedreht. Im Jahr 2000 bin ich nach Wien zurück und habe mich selbstständig gemacht. In einer Werbeagentur habe ich auch gearbeitet. Ich habe Werbespots und Musikfilme gedreht. Dann zwei Langfilme.

Das speziell Deutsche an Ihrem Film ist nicht die Fremdenfeindlichkeit, die es überall gibt.
    Ich wollte eine Brücke schlagen zwischen dem zweiten Weltkrieg und den Neonazis. Für gewöhnlich werden sie getrennt voneinander behandelt. Die Klaviermusik ist in den Rückblicken und in den Szenen in der alten Fleischfabrik. Die Gehörlosen habe ich gewählt um die Schwäche zu unterstreichen. Ich hatte in Polen einen Freund, der Gehörlos war und konnte sehen wie verletzlich er war. Das Medaillon soll ein Mittel darstellen, das den Leuten hilft zu überleben. Für den Moment gibt es Halt. Die Möglichkeit, die Rollen zu tauschen hat mich auch fasziniert. Als ich mit 10 Jahren aus Polen nach Österreich gekommen bin, wurde ich in der Schule verprügelt. Da habe ich mich gefragt, wie es wäre, wenn sie an meiner Stelle wären.

Fühlen Sie sich in dem Horror-Genre am wohlsten?
    Eigentlich ja, im Phantastischen mit Bezug zur Realität. In den Filmen sollen politische und soziale Themen angesprochen werden, sie sollen spannend sein und beim Zuschauer Fragen aufwerfen, er soll reflektieren.




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