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GESPRÄCHE

Martin Eberle im Gespräch mit George A. Romero


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George A. Romero

"When there's no more room in hell the dead will walk the earth!"

Sie werden ihn wohl ewig verfolgen, die lebenden Toten. Auch wenn George Romero noch einige andere Filme in seinem Portfolio hat (z. B. MARTIN, THE DARK HALF, KNIGHTRIDERS), seine Zombie-Filmtetralogie, die DEAD-Reihe, hat ihn berühmt gemacht. Romeros Verhältnis zu den großen Hollywoodstudios war immer eher angespannt. Es kann also gut sein, dass der vierte Film aus der Reihe, LAND OF THE DEAD von 2005, sein letzter Zombiefilm für die Leinwand gewesen ist. DIARY OF THE DEAD, Romeros aktuelles Projekt, wird auf DV gedreht und als DVD vertrieben.

Das Gespräch.

Mr. Romero, nach einer langen Zeit in Pittsburgh leben Sie jetzt in Toronto, richtig?
    Ja, einige Jahre. Ich habe meine letzten beiden Filme in Toronto gedreht und hier viele Freunde gefunden. Und ich liebe diese Stadt...

Ist das wie in LAND OF THE DEAD, dass Sie in Kanada einen Fluchtpunkt gefunden haben?
    Ja... (lacht).

Sind Sie es eigentlich müde, Fragen über Ihre Zombie-Serie zu hören?
    Nein, nein, fragen Sie.

Land Of The Dead NIGHT OF THE LIVING DEAD ist unter dem Einfluss des Vietnamkrieges und der Bürgerrechtsbewegung in den USA entstanden...
    Ja, das war mir ein wichtiges Anliegen, auch wenn ich mich auf diese Dinge nicht direkt bezogen habe. Das waren die Themen der Zeit, die lagen einfach an. Aber ich glaube, es ging mir mehr um Revolution. Ich meine, wir waren Jungs in den 60ern, die dachten, sie könnten was verändern, um dann rauszufinden, dass die Revolution nicht funktioniert. Eigentlich geht es um Revolution.

Am Schluss bekommen Sie sogar Mitleid mit den Zombies!
    Ja, auch in den anderen Filmen. Ich hatte schon immer Mitgefühl für die Monster. Karloff, FRANKENSTEIN, das traditionelle Monster war einfach in vielerlei Hinsicht unglücklich!

War LAND OF THE DEAD ein optimistischerer Romero-Film?
    Ich weiß nicht, ob er überhaupt optimistisch ist. Die Welt muss natürlich im Chaos versinken, aber das einzige mögliche Ende ist eine Art détente, ein Waffenstillstand, du schlägst mich nicht mehr, ich schieße dich nicht mehr über den Haufen und wir versuchen, gemeinsam auf dem selben Planeten zu leben. Ich wollte die Möglichkeit für eine weitere Folge wenigstens andeuten.

Schwierig, wenn die eine Spezies sich von der anderen ernährt...
    Ja sicher, aber das kann sich ja auch noch ändern. Ich wollte wirklich wahnsinnig gerne noch ein, zwei weitere Folgen drehen, um die Zombies letztendlich zu einer gesellschaftlichen Einheit zu entwickeln. Und falls ich eben nicht die Möglichkeit dazu haben sollte, wollte ich das mit dem Ende von LAND wenigstens andeuten.

Land Of The Dead Ja, die Zombies entwickeln sich in jedem Ihrer Filme weiter.
    Bub, in DAY OF THE DEAD, war ganz schön schlau, wie er mit einer Pistole hantiert... (lacht). Auch in DAWN OF THE DEAD gibt es einen Zombie, der sich Peters Gewehr greift, weil er es schöner findet als das, was er bereits mit sich herumschleppt. Er ist sich vielleicht nicht im Klaren darüber, was es genau ist, was er sich da nimmt, aber er hat eine Wahl getroffen (lacht).

LAND OF THE DEAD war nicht so politisch wie DAWN oder DAY OF THE DEAD.
    Ich fand ihn sogar politischer als die anderen. Auch die Kritiken zu LAND waren politischer als zu all den anderen Filmen von mir. Ich denke, das liegt an der Frustration über die Bush-Regierung. Es wurde deutlich, dass sich eine allgemeine Verärgerung über das, was heute in den USA geschieht, entwickelt hat. Das ist auch einem breiteren Publikum deutlich geworden. LAND bezieht sich auf 9/11, die Zeit direkt vor, die Zeit direkt nach 9/11 und das verstehen die Leute. Auch die Parallele zu der Administration, die in ihrem Elfenbeinturm lebt, das Verschwinden der Mittelklasse, all diese Dinge werden verstanden.

Ja, es sind recht politische und verstörende Zeiten. Wenn man sich dann Zack Snyders Remake von DAWN OF THE DEAD anschaut...
    Ich fand den besser als erwartet. Er war flach, überhaupt nicht politisch, mehr wie ein Videospiel (lacht). Aber er ist ein ziemlich guter Actionfilm geworden. Die ersten 20 Minuten waren ganz schön spannend! Aber es ist halt ein Actionfilm, nicht so wie meine Filme. Ich hoffe, meine Filme gehen darüber hinaus.

Land Of The Dead Ich hätte gedacht, in hochpolitischen Zeiten würden auch die Filme...
    Ja, na ja, ich denke, das sind ganz andere Zielsetzungen. Ich glaube noch nicht mal, dass sich die Filmemacher über den sozio-politischen Kram in meinen Filmen bewusst sind. So denken die auch nicht. Die wollten einfach einen Horrorstreifen drehen und vielleicht vom alten Titel profitieren.

Richtig. Die Zombies wurden auch so schnell.
    Ja, na ja (lacht), das ist noch was anderes. Ich finde das lächerlich, aber was soll's.

Das war doch immer das Furchteinflössendste: eine Gefahr, der man zunächst leicht entkommen kann, die aber nicht aufhört, einen immer weiter verfolgt.
    Ja, das ist schon sehr klassisch, dass es da nicht so schnell ist, das ist ein Hollywood-Stil wie bei THE MUMMY oder FRANKENSTEIN. Ich weiß nicht genau, wann die so viel schneller wurden, vielleicht mit den BLADE-Filmen. Ich finde es jedenfalls albern.

Wie sind Sie zum Zombie-Topos gekommen?
    Na ja, ich habe sie zunächst mal nie als Zombies gesehen. Im ersten Film, NIGHT OF THE LIVING DEAD, habe ich sie so nicht genannt. Für mich waren sie Fleischfresser oder Ghouls, Leichenfledderer. Ich habe nach etwas gesucht, das eine umfassende Veränderung in der Welt widerspiegeln könnte, um zu schauen, wie die Menschen darauf reagieren oder dabei versagen, vernünftig darauf zu reagieren. Das sollte dann die Basis des Films werden. So kam ich auf die Idee, die Menschen nicht mehr sterben zu lassen bzw. die Toten einfach zurückkehren zu lassen. Ich habe sie nicht als Zombies gesehen, sondern als reanimierte Körper. Als dann über den Film geschrieben wurde, fiel ständig der Begriff "Zombies". Für mich waren diese untoten Körper aber einfach nur ein Mittel, eine kleine Parabel, was mit der Welt passiert, wenn in der Hölle nicht mehr genug Platz ist. Das ist ja das Motto von DAWN OF THE DEAD. Hier habe ich dann den Begriff "Zombie" zum ersten Mal selbst benutzt. Zunächst waren Zombies für mich nur diese glubschäugigen Typen aus der Karibik. Bis ich dann doch auf den Begriff angesprungen bin. Also sind sie jetzt wohl offiziell Zombies (lacht).

Dawn Of The Dead Ihre Filme haben mehr gemein mit z.B. INVASION OF THE BODY SNATCHERS.
    Ja, das hoffe ich. Das sind auch die Filme, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich kann da einige Einflüsse entdecken. Auch mit anderen Filmemachern. Ich wollte z.B. auch Orson Welles' Shakespeare-Verfilmungen nacheifern. Bei NIGHT habe ich ja selbst Kamera gemacht. Man hatte keine Zeit, um etwas zu üben oder um einen eigenen Stil zu finden. Deswegen die Anlehnung an andere Regisseure. Übrigens, erst jetzt habe ich am Set das Gefühl, dass ich so richtig weiß, was ich will, wie ich eine Einstellung genau haben möchte. Damals habe ich einfach Filme imitiert, die ich gesehen hatte (lacht).

Sie machen ja sehr viel selbst: schreiben, Regie führen, produzieren, manchmal auch schauspielern. Liegt das an der Unabhängigkeit, die man dann hat?
    Ganz am Anfang lag es daran, dass ich der einzige war, der wusste, wie es geht! (lacht) Dann haben meine Freunde immer mehr dazu gelernt, Michael Gornick z.B. wurde mein Kameramann. Ich habe dann mehr und mehr Verantwortung in andere Hände gegeben. Wir waren ja nur eine Clique von Pittsburgher Jungs. Wir hatten keine richtige Ausbildung, nichts dergleichen. Ich hatte da noch am meisten Erfahrung. weil ich damals in einem Filmlabor gearbeitet habe. Ich besaß sogar, einfach aus Interesse, eine eigene 16 mm Kamera. Wir haben dann immer mehr Geld für die Filme bekommen, haben den Prozess des Filmemachens immer besser verstanden, haben einfach immer mehr dazu gelernt. Erst meine letzten beiden Filme, na ja, DARK HALF vielleicht auch noch, die sind... vielleicht ist professionell das richtige Wort. Bei diesen Filmen hatte ich das Gefühl, ich beherrsche das Handwerk.

Sie sehen sich also nicht als Filmemacher, der alle Fäden in der Hand hält.
    Oh nein, überhaupt nicht! Das werde ich auch nie können! Jesus, wie viele Filme hat John Ford gemacht? Um die 250? Der hatte alle Tricks drauf. Ich lerne dagegen immer noch dazu (lacht).

Dawn Of The Dead Sie sollten RESIDENT EVIL machen. Bernd Eichinger war aber dagegen. Warum?
    Ich habe damals mit einem seiner Mitarbeiter in L.A. zusammen gearbeitet. Das Drehbuch, das ich geschrieben hatte, fand ich toll. Der Typ fand es spitze, auch die Spielefirma CAPCOM fand es super. Nur Bernd nicht. Er kam rein und sagte, es sei einfach nicht das, was er erwartet hatte. Dann hat er von DAS BOOT erzählt und von HOUSE OF THE SPIRITS und ich dachte: Moment, das hier ist doch in ein ganz anderes Genre!

Was wäre denn anders geworden, wenn Sie den Film gemacht hätten?
    Ich war viel näher dran am Spiel. Es ist zwar nicht wirklich politisch, hat aber einige düstere Untertöne, Regierungsverstrickungen und ähnliches. Das hatte ich mehr betont. Aber in erster Linie wollte ich eine richtig gute Filmversion von RESIDENT EVIL machen. Das Spiel ist sehr Angst einflössend, sehr spannend, so sollte auch der Film werden. Ich blieb also sehr nahe an den Gesetzmäßigkeiten des Spiels. Das taten die anderen nicht.

Können Sie mit Videospielen etwas anfangen?
    Nein, gar nicht! Mein Sohn hat damals RESIDENT EVIL gespielt. Mein Assistent auch. Er hat das Spiel komplett bis zum Ende durchgespielt und es dabei auf Video aufgenommen. Also musste ich nicht selber spielen (lacht).

Woran arbeiten Sie im Moment?
    Tja, ich mache wieder so eine Zombie-Geschichte. Ich gehe ganz zurück an den Anfang des Zombie-Phänomens. Es soll dokumentarisch aussehen, wie ein Videotagebuch, mit Menschen, die sich gegenseitig filmen. Das ist eine sehr kleine, idealistische Produktion, ein Experiment. Und es wird direkt für DVD produziert, also alles sehr günstig. Ich wollte das einfach mal ausprobieren.

Na ja, Sie haben ja auch schon für Fernsehserien gearbeitet...
    Das war vor Jahren! Seitdem nicht mehr. Jeder denkt, ich hätte einen Film für diese MASTERS OF HORROR Serie gemacht. Habe ich aber nicht und werde ich auch nicht. Dawn Of The Dead

Fernsehen ist also nichts, was Sie...
    Ich hätte nichts dagegen, für's Fernsehen zu arbeiten. Ich mag aber z.B. die Idee hinter der MASTERS Serie nicht. Das ist so ein "wir holen mal all die Jungs zusammen"-Ding. Das kommt mir sehr exploitativ vor.
Gut, ich würde eine Folge machen. Aber nur, wenn mir ein Drehbuch einfiele, ich es selbst schreiben könnte... aber wie es halt so läuft, es muss zu einer ganz bestimmten Zeit fertig sein und dies und das... Ich würde es nur machen wollen, wenn es genau mein Ding wäre. Ich habe auch schon einige Male versucht, eine Fernsehserie von mir zu pitchen, aber ich bin sie nicht los geworden. Ich glaube, ich denke einfach nicht in Fernsehkategorien (lacht).

Hat es sich auf Ihre Karriere negativ ausgewirkt, dass Sie mit so gewalttätigen Filmen zu tun hatten?
    Das glaube ich nicht. Die Leute sprechen mich darauf an, dass es immer so lange dauert, bis ein neuer Film von mir rauskommt, aber ich bin einfach nicht der klassische Hollywood-Typ, ich habe einfach keine Lust, jeden morgen aufzustehen und zu den Studios zu laufen, um da irgendwelche Einfälle zu pitchen. Wenn ich eine Idee habe, die mir wirklich gut gefällt, setze ich alles dran, um sie zu verwirklichen. Ich habe genug zu tun, meine Filme sind gut genug gemacht, und ich habe auch einige andere Filme gedreht, die nicht so gory sind. Aber über die reden die Leute nicht.

KNIGHTRIDERS zum Beispiel war anders...
    Ja, KNIGHTRIDERS war ganz anders. Sogar MARTIN ist anders. Der ist ja immer noch mein Lieblingsfilm. Wenn man rausgeht, einen Film zu machen, muss man vom ersten Tag an Kompromisse schließen und es wird nie so wie man das für sich geplant hat. Aber MARTIN ist verdammt nah dran, er ist so wie ich ihn wollte.

Wie ist das mit Ihrem DVD-Projekt? Ist das politisch, in Ihrem Sinne?
    Zunächst einmal nicht so sehr. Es bräuchte etwas Zeit, das zu entwickeln. Ich hoffe ja, mehrere Folgen zu drehen. Die sind ja auch sehr schnell gedreht, die Schauspieler führen die Kamera selber. Der erste Film geht in Richtung reiner Wahnsinn, die Anfänge der Katastrophe, die Reaktionen der Menschen... eigentlich ist das der Prolog. Wenn es eine Serie werden sollte, dann könnte ich mehr in die Geschichte eintauchen und dem Ganzen auch einen politischen Dreh geben. Mit den DEAD-Filmen konnte ich immer die jeweilige politische Situation reflektieren. Mit dem neuen Projekt ist das nicht so nicht möglich. Im Moment ist es ein stilistisches Experiment, am ehesten zu vergleichen mit THE BLAIR WITCH PROJECT. Dabei geht es darum, wie viele Menschen heutzutage Videokameras haben und was sie filmen. Es kann gut sein, dass ich erst in der zweiten oder dritten Folge dazu komme, Charaktere zu entwickeln.

Night Of The Living Dead Ist direct-to-DVD die Distribution der Zukunft?
    Das kann gut sein. Auf jeden Fall bietet es den Filmemachern die Möglichkeit, preisgünstig zu produzieren und mal etwas zu wagen. Universal würde mir DIARY OF THE DEAD niemals als Feature-Film finanzieren. Die würden noch nicht mal verstehen, um was es geht. So gesehen bin ich froh über die Möglichkeiten, die mir so geboten werden. Ich kann ausprobieren, etwas wagen und vielleicht sogar noch etwas Geld verdienen. So gesehen bin ich an den Möglichkeiten der neuen Medien, der alternativen Medien könnte man sagen, sehr interessiert um einen Weg zu finden, unabhängig zu arbeiten, mit niedrigen Kosten, und so zu meinen Wurzeln zurück zu finden.

Spricht da Enttäuschung über die Majors aus Ihnen?
    Nein, von denen habe ich nie etwas erwartet. Obwohl, Universal war toll, muss ich einfach sagen. Ich dachte immer, die wären die Schlimmsten, aber dann stellt sich raus, die sind die Besten, die Besten, mit dem ich jemals zusammen gearbeitet habe! Sie haben mich völlig in Ruhe gelassen, mich einfach meinen Film machen lassen! Das war wirklich eine gute Erfahrung. Ich bin also momentan nicht wirklich ärgerlich oder enttäuscht. Aber ich möchte immer ausprobieren, experimentieren, und das geht mit einem großen Studio nicht. Schon gar nicht, wenn man alternative Medien nutzen möchte.

Noch eine Frage zu BRUISER. Als ich den sah war ich überrascht, dass das ein Romero-Film ist.
    Zu der Zeit gab es den Amoklauf an der Schule in Columbine. So etwas passiert ja oft in den USA, dass da jemand in sein Büro Night Of The Living Dead geht und auf Leute schießt. Warum tun Menschen das? Ich glaube, weil sie sich entrechtet, sich ihrer Identität beraubt fühlen. Das frustriert sie und führt zur Gewalt. Und ich wollte mit dem Film ein Statement dazu machen: ein Typ, der glaubt, er habe sein Gesicht verloren. Vielleicht stimmt das gar nicht und es spielt sich nur in seinem Kopf ab, kein Gesicht mehr zu haben. So sehe ich das zumindest. Das ist alles, eine kleine Idee, die ich hatte, und CANAL+ wollten sie finanzieren, also habe ich BRUISER gemacht. Damals war ich wirklich von Hollywood frustriert. Das war kurz nach RESIDENT EVIL. Ich habe an... oh Mann, mindestens sieben Projekten gearbeitet, für die verschiedenen Studios, Newline, MGM, Fox, Universal. Ich habe da richtig gut verdient zu der Zeit, aber passiert ist nichts! Es sah immer wieder mal so aus, als ob jetzt ein Film gemacht werden würde, aber dann ging es doch nicht los. Wir haben einfach nichts gedreht! Ich war also so richtig frustriert und dachte dann, ich mache etwas kleines, mir kam die Idee zu BRUISER, wir pitchen es bei CANAL+, die sagten: ja, ich schrieb das Buch fertig, und dann haben wir den Film gemacht.

Mochten Sie BRUISER?
    Oh, ja, sehr! Er lief nur nicht so gut. Ich war ziemlich enttäuscht, ich dachte, er ginge besser. BRUISER ist ein seltsamer, eigenartiger Film, noch dazu ohne irgendwelche Stars. Ich glaube, man hat den einfach nicht richtig verstanden. Er hatte ja auch keinen Vertrieb. Wenn er ordentlich vertrieben worden wäre, wäre er vielleicht erfolgreicher gewesen. Ich bin aber froh, dass es ihn gibt. Ich mag BRUISER sehr, er hat viele Fans, die ihn toll finden, für mich ist das gut genug (lacht).

Night Of The Living Dead Haben Sie aus dieser Frustration heraus eine Pause gemacht? Haben Sie überhaupt pausiert?
    Oh nein, ich habe gearbeitet, nur eben an Projekten, aus denen nichts geworden ist. Ich habe also Filme entwickelt, aber keine gedreht. Das war dann das Frustrierende. Manchmal waren wir sogar schon so weit, dass die Set-Designer engagiert wurden. Aber dann wurde wieder einfach der Stöpsel gezogen.

Einige Film-Menschen beschweren sich, dass die Produktionsmittel so billig geworden sind. Man kann ja High Definition auf Mini DV aufnehmen. Sie begrüßen aber die Möglichkeiten, die daraus erwachsen?
    Oh ja, ich bin ein Geschichtenerzähler. Mir ist dabei völlig egal, welches Medium dazu benutzt wird. Den Filmlook finde ich natürlich besser, aber ich werde da keinen Kreuzzug draus machen (lacht).

Mr. Romero, vielen Dank für das Gespräch!




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