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Special.
Genre-Filmfestivals 2016 - Ein Blick zurück (Teil 2)
von André Becker

Genre-Filmfestivals 2016 - Ein Blick zurück (Teil 2)

Wer es dieses Jahr nicht auf das publikumsstarke Fantasy Filmfest, das mit einer tollen Retrospektive aufwartende Cinestrange oder das mit einem sehr ansprechenden Rahmenprogramm auftrumpfende Randfilmfest geschafft hat, musste glücklicherweise nicht in die Röhre schauen. Alternativen gab es 2016 wirklich reichlich. Im Süden Deutschlands sind dabei gleich zwei Veranstaltungen unbedingt erwähnenswert.

Süddeutsche Spezialitäten: Das Hard:Line in Regensburg...
Mit dem Hard:Line und dem Shivers haben sich gleich zwei feste Instanzen etabliert, die in Süddeutschland ihr Publikum mit einer vergleichsweise kleinen, aber feinen Filmauswahl beglücken. Beide Festivals sind Wiederholungstäter. Das diesjährige Hard:Line stand dabei unter dem schönen Motto Fear the Vier und legte den Fokus eher auf Horror und allerlei Absurditäten. Neben bereits auf anderen Festivals gezeigten Werken (z.B. Kevin Smiths neuester Streich YOGA HOSERS) widmeten sich die Macher dem hierzulande noch vergleichsweise unbekannten Regisseur Mickey Keating. Gleich drei seiner Filme wurden aufgeführt, wobei insbesondere der stilistisch reizvolle Schwarzweiß-Trip DARLING hervorgehoben werden sollte. Dass der Regisseur auch grobschlächtig zu Werke gehen kann, bewies er mit der Hommage an das dreckige Terrorkino der siebziger Jahre CARNAGE PARK, der ebenso in der Cut-Sektion gezeigt wurde.
Mehr auf hardline-festival.de

...und das Shivers in Konstanz
Das Shivers kam im direkten Vergleich tatsächlich ein wenig konventioneller daher, was vor allem an großbudgetierten Produktionen wie dem Eröffnungsfilm ARRIVAL lag. Darüber hinaus konnte man im breit gefächerten Programm erstaunlich viele Thriller (u.a. der mit Spannung erwartete, hochkarätig besetzte HELL OR HIGH WATER oder das Mafia-Epos SUBURRA von Stefano Sollimas) und eher festivaluntypische Abstecher in die Gefilde des anspruchsvollen Programm-Kinos (der südkoreanische Erfolgsfilm DIE TASCHENDIEBIN oder ALOYS von Tobias Nölle) entdecken. Auch die Klassiker-Sparte, die neben der offiziellen Auswahl angesetzt war, ließ aufhorchen, wurden mit dem frisch rehabilitierten TANZ DER TEUFEL und dem tschechischen Meisterstück MARKETA LAZAROVA doch zwei waschechte Hingucker gezeigt. Für die Region auf jeden Fall ein enorm wichtiges Event, das beweist das Filmfestivals ebenfalls in kleineren Städten prächtig gedeihen.
Mehr auf shivers.de

Bären- und Totenköpfe in der Hauptstadt: Die Genrenale und das Obscura Filmfestival
Die Genrenale sorgte erneut dafür, dass der, nach wie vor reichlich stiefmütterlich behandelte, Genre-Film aus deutschen Landen eine Plattform erhält und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde. Ein sehr lobenswertes Anliegen, gab es 2016 wieder einmal vergleichsweise wenige Produktionen, die klar als Genre-Film Position bezogen. Werke wie der Mystery-Film WIR SIND DIE FLUT blieben eher die Ausnahme und bekamen nicht die benötigte Aufmerksamkeit, die sie verdienten. Mit dem Obscura Filmfestival bekam Berlin außerdem ein weiteres (eher kleines) Genre-Festival spendiert. Die Premiere 2016 war dabei scheinbar erfolgreich, denn 2017 gibt es im März eine Fortsetzung mit einer diesmal wesentlich größeren Filmauswahl.
Mehr auf genrenale.de und obscurafilmfest.com

Wer sucht, der findet: Weitere Gelegenheiten für Genre-Filme auf der großen Leinwand
All diejenigen, die Genre-Filme gerne auf der Kinoleinwand, für die sie schließlich bestimmt sind, sehen wollten mussten sich 2016 nicht unbedingt auf die hier genannten Festivals beschränken. Auf den von Kaze Deutschland präsentierten Anime-Nights und im Rahmen der Midnight Movies-Reihe (beide u.a. zu sehen in den UCI-Kinos) konnte man dieses Jahr z.B. japanische Anime-Verfilmungen wie ATTACK ON TITAN oder Festival-Filme (der französische Highspeed-Reißer NIGHT FARE, THE NEIGHBOR) sehen. Beide Specials werden auch im Jahr 2017 fortgeführt.
Mehr auf uci-kinowelt.de und kaze-online.de

Somit endet das Jahr 2016 mit einem angenehm abwechslungsreichen Festival-Programm, das auch hinsichtlich der Veranstaltungsorte, vom Multiplex-Kino (das CineStar am Potsdamer Platz) bis hin zum schnuckeligen, kommunalen Programmkino (das Zebra in Konstanz) für jeden Geschmack etwas dabei hatte. Schade ist jedoch, dass das Fantasy Filmfest fernab der Fachseiten weiterhin mit einem Image als Schmuddelfilm-Festival zu kämpfen hat. Absolut unverständlich, wenn man bedenkt, auf welche Programmvielfalt das FFF seit jeher setzt.

Ausblick: Genre-Filmfestivals 2017
Zum jetzigen Zeitpunkt kann über das Programm der meisten hier thematisierten Filmfestivals wenig gesagt werden. Lediglich die Filmauswahl für die Winterausgabe des Fantasy Filmfest, die White Nights, steht schon fest. Bereits im Januar dürfen sich Filmfreunde auf Werke wie Paul Schraders Comeback DOG EAT DOG den neuseeländische Fantasy-Trip HUNT FOR THE WILDERPEOPLE oder den spanischen Thriller THE INVISIBLE GUEST freuen.
Mehr auf fantasyfilmfest.com
Daneben sind allerdings weitere Mini-Festivals angekündigt, die neugierig machen und die man 2017 auf dem Schirm behalten sollte. Das Final Girls Berlin setzt z.B. im Februar ganz auf Horrorfilme, bei denen Frauen federführend beteiligt waren. Veranstaltungsort ist das Z-Inema, das bereits seit Jahren monatlich im kleinen Rahmen Genre-Filme aufführt. Im Moviemento (ebenfalls in Berlin) findet hingegen gegen Ende des Jahres das Zombiefilm-Festival The Rising of the Undead statt. Ein Programm gibt es leider für beide noch nicht, da das Final Girls jedoch schon demnächst ansteht, sollte sich dies bald ändern.
facebook.com/finalgirlsberlin und facebook.com/zombiefilmfest

Der erste Teil.

 



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