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KAPITELWAHL

POINT BREAK (USA 2015)

von Hasko Baumann

Original Titel. POINT BREAK
Laufzeit in Minuten. 110

Regie. ERICSON CORE
Drehbuch. KURT WIMMER
Musik. TOM HOLKENBORG
Kamera. ERICSON CORE
Schnitt. THOM NOBLE
Darsteller. LUKE BRACEY . EDGAR RAMIREZ . RAY WINSTONE . DELROY LINDO u.a.

Review Datum. 2016-08-26
Erscheinungsdatum. 2016-06-28
Vertrieb. CONCORDE

Bildformat. 2.40:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nein, ich bin kein Fan von GEFÄHRLICHE BRANDUNG. Klar, der schwulste Actionfilm aller Zeiten, was an sich ja schon mal eine schöne Leistung ist. Aber da Kathryn Bigelow grundsätzlich demselben abgehangenen Testosteronschwulst huldigt wie ihr Kitschkollege Michael Mann, sabotiert sich der originale POINT BREAK da auch ständig selbst. So bleibt beim alten Surfkrimi vor allem unfreiwillige Belustigung, auch dank recht käsigen Schauspiels von Keanu und einem schlimm blondierten Swayze. Gary Busey to the rescue, aber auch nicht rechtzeitig. Will sagen: Die Ankündigung eines Remakes hat bei mir nicht den Schüttelfrost der strengen Netzgemeinde ausgelöst! Surfkrimi 2015? Bring it on!

Der neue POINT BREAK von INVINCIBLE-Regisseur Ericson Core ist aber gar kein Surfkrimi. Das Brett- und Wellenmarketing erweist sich als reiner Etikettenschwindel! Nur ein einziges Mal wird hier auf dicken Brechern geritten, weil die bösen Jungs, denen FBI-Novize Johnny Utah dieses Mal auf der Spur ist, nämlich gar keine Surfer sind. Also, sie sind auch Surfer. Die verrückte Gang zieht ihre Raubzüge mit übermenschlichen Stunts durch, weil sie in praktisch jedem Extremsport die absoluten Obersäue sind! Die "großen acht" Herausforderungen der verstorbenen Eco-Warriors Ono Ozaki haben es ihnen angetan, absolut irrsinnige Challenges für Adrenalinjunkies, die der Würdigung von Mutter Natur dienen sollen, haha. Diese bewußtseinserweiternden Risikoerfahrungen kombinieren die Jungs um Anführer Bodhi mit raffinierten Millionencoups; das Geld landet in den Händen der Armen.

So weit, so bekloppt. Aber der neue POINT BREAK (der Filmtitel muß, da es ja nun nicht mehr ums Surfen und den Wellenbruch geht, mittig umständlich im Dialog erklärt werden) tut im Gegensatz zu Bigelows Äktschnschnulze gar nicht erst so, als müsse hier mehr verhandelt werden als totaler Quatsch. Schon vorm Vorspann direkt rein in die Sause, Johnny Utah ist nämlich selber totaler Extremsportjunkie und fegt mit seinem Crossbike über die Sandhügel seiner Heimat. Hammer! Regisseur Core steht, das ist ja auch seine eigentliche Berufung, selbst hinter der Kamera und besorgts einem so richtig. Motto ist: Bang for your buck. Ständig wird irgendwo runtergesprungen und geklettert und geflogen, rund um die Welt, Schweiz Frankreich Indien Venezuela und so weiter. Klotzen, nicht kleckern. Die Surfsequenz bei Biaritz (gedreht in Tahiti) kommt mit ganz dicker Hose daher, da staunt sogar Laird Hamilton, der auf dem Jetski an den Megabrechern vorbeidüst.

Luke Bracey macht seine Sache auch ganz gut als Johnny Utah, wobei er immer ganz merkwürdig zwischen Softie und Tough Guy changiert. Problematischer ist da CARLOS - DER SCHAKAL-Star Edgar Ramirez als nominell enigmatischer Extrem-Guru: Dumpf und humorfrei lümmelt er die - zugegebenermaßen hundsblöde - Philosophie seiner Figur runter und wirkt so zu keiner Zeit wie das verführerisch Böse, das Utah in Zugzwang bringt. Das macht die Dialogszenen zwischen den Stuntshows noch zähneknirschiger, mit dieser verschwafelten Idiotengang möchte man im echten Leben nicht mal zwei Stationen einer Busfahrt durch die Innenstadt verbringen. Da müssen die Deutschen ran: Dank Beteiligung von Studio Babelsberg dürfen Nikolai Kinski als eitler Sponsor und vor allem Clemens Schick als Gruppen-Weirdo mit Psychoblick mal zeigen, wo die Charismaschraube sitzt.

Langer Rede kurzer Sinn: Macht alles über eine Stunde lang richtig Laune, Delroy Lindo und Ray Winstone bringen ein bißchen Gravitas rein und das Team und Stuntprofi Ralf Haeger gibt alles. Am Ende ist aber Essig mit der guten Laune. POINT BREAK hangelt sich von Showdown zu Showdown und weiß so gar nicht, wohin und warum und wer da jetzt wie über wen denkt. Nach all dem eindrucksvollen Globetrotting und Real-Deal-Stuntfeuerwerk will man vor allem nicht ausgerechnet ganz am Ende vor den Greenscreen gezerrt werden und abartig schlechte CGI um die Ohren gehauen bekommen. Da ist aber eh schon alles zu spät und man hat doch noch gemerkt, daß man mal wieder reingefallen ist.

DVD.
Handelsübliche Ausstattung. Die entfallenen Szenen sind allerdings sehenswert und hätten dem Film gut getan. Vor allem darf Ray Winstone hier auch mal spielen! Bild und Ton spitze, Synchro rangiert von ok bis ogottogott.








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