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KAPITELWAHL

MAZE RUNNER 2 - DIE AUSERWÄHLTEN IN DER BRANDWÜSTE (USA 2015)

von Martin Eberle

Original Titel. THE SCORCH TRIALS
Laufzeit in Minuten. 132

Regie. WES BALL
Drehbuch. T.S. NOWLIN
Musik. JOHN PAESANO
Kamera. GYULA PADOS
Schnitt. DAN ZIMMERMAN
Darsteller. DYLAN O'BRIEN . KI HONG LEE . KAYA SCODELARIO . THOMAS BRODIE-SANGSTER u.a.

Review Datum. 2016-05-15
Erscheinungsdatum. 2016-02-04
Vertrieb. 20TH CENTURY FOX

Bildformat. 2.40:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) . FRANZÖSISCH (DD 5.1) . ITALIENISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . FRANZÖSISCH . TÜRKISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Raus aus dem tödlichen Labyrinth, rein in die postapokalyptische Wüste, Runde zwei für die überlebenden Jugendlichen aus MAZE RUNNER. Thomas und seine Freunde finden sich in einem militärisch organisierten Gebäudekomplex wieder, der den young adults als Zwischenstation dienen soll, bevor sie auf endgültig sicheres Terrain verbracht werden. Angeblich.

Das MAZE RUNNER-Franchise ist ziemlich interessant gestartet. Im ähnlichen Zielgruppenumfeld wie die TRIBUTE VON PANEM dümpelnd hat MAZE RUNNER eine ziemlich schöne, drastische Umgebung erschaffen, ein riesiges steinernes Labyrinth inklusive tödlicher Gefahren, das das Ende der Welt für die jungen Protagonisten bildet. Dieses Szenario ist reduziert und direkt und hat - im Rahmen einer einfachen Geschichte - einiges an Charme. Der Cast ist gut, die Figuren leicht über nullachtfuffzehn angelegt, da macht es einfach Spaß, mitzufiebern.

Nun also Teil 2. Und der hat erstmal ein ziemliches Problem, denn das Labyrinth ist weg und damit auch der einfache, wie effektive Plot. Statt dessen ein Drehbuch, das überladen ist aus Motiven und Anleihen aus tausend Jahre Filmgeschichte, auch noch ohne sonderliche Liebesmüh grob aneinander gedengelt. Und so rein als Situation genommen ist es ja noch nicht mal so schlecht, was da so reingequetscht wurde! Es gibt eine Reihe von eigentlich tollen Momenten, die das Zeug hätten, in einem stringenten, klugen Film die Ikonographie des aktuellen Jugendfilms zu definieren. Das versandete Einkaufszentrum in der nächtlichen Wüste, die Verfolgungsjagd in einem umgekippten Hochhaus, der eine Moment des Innehaltens auf dem Weg zu den Bergen, diese Sekunde, wo Verlust spürbar wird, das sind Bilder, die im Kopf bleiben.
Bzw. bleiben könnten, denn leider ist der Film eben nicht so klug. Im Gegenteil, er hangelt sich von Logikloch zu Logikloch, selbst in kleinen Details, und mindestens in jedes zweite MUSS man reinplumpsen, da hülfe es auch nicht, wenn man sich mit Kellergeister oder Maibowle (Film ist ab 12!) in einen süßen Stupor getrunken hätte.

Tolle Bilder, tolle Stimmungen, tolle Situationen, tolle Schauspieler, was hier hätte entstehen können! Immerhin wird hier eine FSK-freundliche Postapokalypse entworfen, die es ganz schön in sich hat. Ausser unseren tapferen Überlebenden bevölkern Zombifizierte und, besonders gruselig, versporte Pilzmenschen die Welt (ziemlich dreist aus dem Konsolenspiel THE LAST OF US geräubert, von den Bewegungen bis hin zu den identischen Klick-Sounds, aber nicht weniger wirkungsvoll) und die sind richtig grimm und gruselig. Das ist aber leider nicht abendfüllend.

Da hilft es auch nicht, dass Komponist John Paesano wohl besonders gegenhalten wollte und alles aufgefahren hat, was auch nur irgendwie eine mögliche Emotion auf der Leinwand verstärken könnte. Und das ist tatsächlich beinahe ein Verbrechen, wie hier mit der Musik umgegangen wird. Immer mit dem dicksten Pinsel, immer tief in genau den Farbtopf mit der grellsten Farbe reingetunkt, kleistert sich der impertinente Sound in jede Hirnwindung und gestattet kaum einen selbst entdeckten ehrlich empfundenen Moment. Es grenzt schon an sensueller Belästigung, was da aus den Lautsprechern dräut. Was auch immer in diesem Film mal gesteckt haben mag, nach dieser Tonbehandlung ist es tot. Ein Jammer.

DVD.
Tolles Bild, toller Ton, vor allem die Surround-Mischung ist schön räumlich gelungen. Ansonsten: Es spricht nicht für den Film, wenn besonders die Extras in guter Erinnerung bleiben. Regisseur Wes Ball ist grundsympathisch, man schaut ihm gerne in den making of's zu, noch lieber habe ich seine Kommentare zu den deleted scenes gehört, die übrigens überwiegend aus Zeitgründen aus dem Film geschmissen wurden und vor allem atmosphärisch waren oder den Charakteren mehr Raum gegeben haben. Das erste Mal, dass die deleted scenes, wären sie drin geblieben, den Gesamteindruck deutlich verbessert hätten. Teil 3 dann demnächst.








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