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KAPITELWAHL

FRANKENSTEIN'S ARMY (Niederlande/USA 2013)

von Florian Feick

Original Titel. FRANKENSTEIN'S ARMY
Laufzeit in Minuten. 81

Regie. RICHARD RAAPHORST
Drehbuch. CHRIS W. MITCHELL . RICHARD RAAPHORST . MIGUEL TEJADA-FLORES
Musik. REYN OUWEHAND
Kamera. BART BEEKMAN
Schnitt. JASPER VERHOREVOORT
Darsteller. KAREL RODEN . JOSHUA SASSE . ALEXANDER MERCURY u.a.

Review Datum. 2014-03-13
Erscheinungsdatum. 2013-09-24
Vertrieb. ASCOT ELITE

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nachdem THE BLAIR WITCH PROJECT anno 1999 den "Found Footage"-Horror gänzlich in der internationalen Filmwelt etablierte, folgten viele mehr oder minder gelungene Nachahmer, die vor allem auf das bekannte Minimalprinzip setzen: mit möglichst wenigen Mitteln ein festes, idealisiertes Einnahmeziel erreichen. Das Entfesseln der Welle von Mockumentaries, für welches der mittlerweile schon beinahe zum Grusel-Klassiker avancierte Film der beiden Regisseure Eduardo Sánchez und Daniel Myrick zu einem Großteil mit verantwortlich ist, ließ - mal mehr, mal weniger - einen Goldrausch entstehen, der uns im schlimmsten Falle mit Werken wie PARANORMAL ACTIVITY dreist das Geld aus den Taschen ziehen möchte oder aber wie in CHRONICLE - WOZU BIST DU FÄHIG? innovative Wege präsentiert, die dem Handkamera-Film weiterhin zu einer halbwegs soliden Daseinsberechtigung verhelfen.

FRANKENSTEIN'S ARMY ist währenddessen nichts von all dem. Ende des zweiten Weltkriegs empfängt ein sowjetischer Aufklärungstrupp den Hilferuf einer benachbarten Einheit. Sie seien umzingelt und bräuchten umgehend Verstärkung. Der aktuelle Aufenthaltsort der belagerten Soldaten befinde sich nur unweit von der eigenen Position und so machen sich die Kameraden auf in das verwüstete Dörflein. Unklar ist nur, was für die Verwüstung überhaupt verantwortlich war.

Obwohl bereits Titel und Cover auf herben Trash-Spaß hoffen lassen, inszeniert Richard Raaphorst eine düstere Tour de Force der Langeweile. Beinahe völlig humorlos und viel zu ernst in Anbetracht seiner geradezu lächerlich dünnen Handlung, dürfen wir den hochgradig unsympathischen Protagonisten gefühlte 50 Minuten beim Marschieren durch ostdeutsche Landstriche zuschauen, bis das erste der titelgebenden "Monster" auf der Bildfläche erscheint und sich auch sogleich wieder plakativ-ekelerregend verabschiedet. Danach geht es zwar ungleich spannender, nichtsdestotrotz aber nach wie vor absolut vorhersehbar weiter. Der Found Footage-Herangehensweise, die ein möglichst dynamisches Mittendrin-Filmerlebnis erzeugen sollte, generiert zum Leidwesen von FRANKENSTEIN'S ARMY erst in den letzten 20 Minuten so etwas wie intensive Spannung und legitimiert ab diesem Zeitpunkt zumindest in kleinem Maße die Verwendung der nervtötenden Handkameras, welche den Überblick über das ohnehin recht belanglose Geschehen stellenweise zur schieren Unmöglichkeit verkommen lassen.

Besagter Armee ist es aber immerhin zu verdanken, dass Raaphorsts Langspiel-Debut nicht zu einem absoluten Totalausfall avanciert. Mit Liebe zum Detail (und einer Prise Redundanz) wurden die durchaus eindrucksvollen Monstrositäten entworfen und sogar die primär handgemachten Effekte strotzen nur so vor ansehlichem Schleim und Blut. Dennoch gestaltet sich dieser sowjetische Ausflug in die germanische Hölle trotz seiner ausgesprochen kurzen Laufzeit erstaunlich zäh und langwierig. Die wenigen Ideen, die abseits des Grundkonzepts vorgetragen werden, hätten auch mit Leichtigkeit in einem simplen Kurzfilm Platz gefunden. Was bleibt, ist ein filmisches Ärgernis, welches das uninspirierte Ausstellen von ein bis zwei netten Attraktionen mit einer überlangen und uninteressanten Exposition zu legitimieren versucht. Ein beliebiger YouTube-Zusammenschnitt tut's sicherlich auch; und das sogar ohne knapp 81 Minuten Zeitverschwendung.

DVD.
Bild und Ton der DVD sind weder ober- noch unterdurchschnittlich, kämpfen aber hin und wieder mit durch das Found Footage-Konzept bedingten Schwierigkeiten. Unter den Extras befinden sich die Original-Trailer sowie ein 30-minütiges Making Of, das recht interessante Einblicke hinter die Kulissen ermöglicht. Summa summarum handelt es sich bei Ascot Elites DVD also um eine eher minimalistische Veröffentlichung.








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