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KAPITELWAHL

NINJA - DIE KILLERMASCHINE (USA 1981)

von André Becker

Original Titel. ENTER THE NINJA
Laufzeit in Minuten. 96

Regie. MENEHAM GOLAN
Drehbuch. DICK DESMOND
Musik. W. MICHAEL LEWIS
Kamera. DAVID GURFINKEL
Schnitt. MARK GOLDBLATT
Darsteller. FRANACO NERO . SHO KOSUGI . SUSAN GEORGE . ZACHI NOY u.a.

Review Datum. 2013-10-14
Erscheinungsdatum. 2012-05-22
Vertrieb. ASCOT ELITE

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Die Kuriositätenansammlung die NINJA - Die KILLERMASCHINE auf sein Publikum loslässt ist fast zu schön um wahr zu sein: Ex-Django und Eurofighter Franco Nero (ausgestattet mit einem sehr schönen Schnäuzer!), Zachi Noy (EIS AM STIEL) als fieser Schmierlappen mit Hakenhand und der damals noch gänzlich unbekannte Japan-Import Sho Kosugi hauen, stechen und fluchen sich durch eine hanebüchene Geschichte aus dem B-Filmlehrbuch das es eine Freude ist. Hinzu kommen ein exotisches Setting auf den Philippinen, jede Menge sinnlose Gewalt und noch mehr One-Liner in achtziger Jahre Manier.

Als der Kriegsveteran und Ninjutsu-Kämpfer Cole (Franco Nero) seinen alten Kameraden Frank (Alex Courtney) auf den Philippinen besucht ahnt er noch nicht, dass sein Freund in argen Schwierigkeiten steckt. Investoren haben es auf seinen Grundbesitz abgesehen und setzen den Plantagenbesitzer und seine Frau (Susan George) mit zunehmend rabiateren Methoden unter Druck. Cole nimmt den Kampf gegen die Verbrecherbande auf und schafft es die Schläger kurzzeitig zu vertreiben. Das verärgert wiederum den Oberbösewicht Venarius (Christopher George), der fix seine Handlanger nach Japan schickt, um einen ebenbürtigen Gegner für Cole zu engagieren. Der staunt nicht schlecht, als er auf seinen alten Ninjutsu-Kollegen Hasegawa (überzeugend: Sho Kosugi) trifft, der schon seit Jahren darauf wartet Cole zu zeigen wer der wahre Ninja-Meister ist. In einer alten Lagerhalle kommt es schließlich zum Showdown.

Die erwartungsgemäß dünne Storyline dient genretypisch nur dazu Cole in möglichst viele handfeste Keilereien zu verwickeln. Die Choreographie der teilweise sehr kruden Kämpfe ist recht solide, wobei man stellenweise dann doch ziemlich offenkundig merkt, dass in Nero nicht der geborene martial-arts-Darsteller steckt. Vor allem in den wenigen Szenen mit Kosugi wird auch deutlich wer diesbezüglich der eigentliche Star des Films ist. Aber gerade die vollkommen abstruse Besetzung von Nero macht das Ganze jedoch auch schwer unterhaltsam. Wenn Nero schließlich am Ende rot sieht und seinen weißen Ninja-Dress überstreift gibt es kein Halten mehr. In schön fragwürdiger Selbstjustiz meuchelt der gute Cole seine Gegner gleich reihenweise nieder und hat dabei immer einen lockeren, mitunter erschreckend menschenverachtenden Spruch auf den Lippen. Auch wenn der finale Kampf mit seiner Nemesis Hasegawa ein wenig zu kurz ausfällt, bietet der Film über die Laufzeit verteilt genau das, was man von einem reaktionären achtziger Jahre Actionstreifen aus dem Hause Cannon erwartet.

Filmhistorisch gesehen ist NINJA - Die KILLERMASCHINE durchaus als wegweisend zu bezeichnen. Insbesondere die selige AMERICAN FIGHTER Reihe wurde deutlich von Meneham Golans Actionflick beeinflusst und führte die vorgegebene Marschrichtung glorreich in streckenweise immer absurdere Bahnen. Weiterhin bereitete der Film den Nährboden für weitere Produktionen wie z.B. Chang Chehs spätes, blutrot strahlendes Actioninferno FIVE ELEMENT NINJA (1982). Der Einfluss von NINJA - Die KILLERMASCHINE ist auch heute noch spürbar. Der erstaunlich grobschlächtige NINJA ASSASSIN (2009), in dem Sho Kosugi sogar mit einer kleinen Rolle zurück auf die Leinwand kehrt, kann als klare Hommage an die Ninja-Welle der achtziger Jahre rezipiert werden und wiederholt, freilich mit anderen stilistischen Mitteln, das was mit Golans Actionspektakel vor rund drei Jahrzehnten begann.

NINJA - Die KILLERMASCHINE ist ein Film, an dem in erster Linie, aber nicht nur Nostalgiker ihren Spaß haben werden. Nonstop-Action, zahlreiche flotte Sprüche, richtig fiese Bad-Guys und zu guter Letzt Franco Nero der fehlbesetzt ist, aber gleichzeitig dem Film dann doch sehr mit seiner unverkennbaren Lausbuden-Art dominiert. Heutzutage wäre ein derartiger Wahnsinn wohl nicht mehr möglich. Ein Fest für Genrefans also, dass sich in den Sequels (die inhaltlich keinen Bezug zum ersten Ninja-Teil haben) sogar noch steigert.

DVD.
Ascot Elite und Infopictures spendieren den Fans eine äußerst vorbildliche Veröffentlichung. Tolles Artwork, Wendecover und im Vergleich mit der alten VHS-Version endlich in ungekürzter Form sind die DVD und die Blu-ray auch technisch einwandfrei. Insgesamt hat man hinsichtlich Bild- und Tonqualität das Beste aus dem vorhandenen Material rausgeholt, was im Klartext bedeutet, dass sich das Bild natürlich auch mit einigen Unschärfen rumschlagen muss, die aber zu verschmerzen sind, da mehr wahrscheinlich einfach nicht drin war. Insgesamt aber eine tolle Auflage, die den Kauf auf jeden Fall lohnt. Zusatzmaterial gibt es abgesehen vom zackigen Original-Trailer leider nicht.








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