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KAPITELWAHL

THE DIVIDE (USA 2011)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE DIVIDE
Laufzeit in Minuten. 108

Regie. XAVIER GENS
Drehbuch. ERON SHEEAN . KARL MUELLER
Musik. JEAN-PIERRE TAIEB
Kamera. LAURENT BARES
Schnitt. CARLO RIZZO
Darsteller. LAUREN GERMAN . MICHAEL BIEHN . ROSANNA ARQUETTE . COURTNEY B. VANCE u.a.

Review Datum. 2012-11-01
Erscheinungsdatum. 2012-05-11
Vertrieb. UNIVERSUM FILM

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nach dem ausgesprochen heftigen, gleichwohl sehr intensiven FRONTIÈRE(S) durfte man gespannt sein auf den neuen Film vom talentierten französischen Filmemacher Xavier Gens. Es hat eine Weile gedauert, bis der lange geplante THE DIVIDE das Licht der Welt erblickte, und um es gleich vorwegzunehmen: Das Warten hat sich nicht gelohnt. Aber mal so gar nicht.

In den ersten Minuten erkennt man noch den hitzigen, gekonnt nervösen Stil, der auch die Unruhen in den Banlieues im Vorgänger so unmittelbar machte: Wir werden Zeuge einer nicht näher bezeichneten Katastrophe (Atomkrieg?), die vor den Augen der Protagonisten die Stadt New York in Feuerball und Asche legt. Die Meute gerät in Panik, einem Haufen Menschen gelingt die Flucht in den Heizungskeller, den Hausmeister Mickey sein eigen nennt. Schnell wird klar, worauf Gens hinaus will: Die steigende Spannung, die sozialen Konflikte und die moralische Degeneration einer eingeschlossenen Menschengruppe, deren Hoffnung auf einen Ausweg bitter enttäuscht wird. Das Potenzial dieser Prämisse verspielt er aber schon vom Fleck weg, weil sich praktisch jedes Mitglied dieser unfreiwillig zusammengewürfelten Gang von Überlebenden benimmt wie die Axt im Walde oder wie labile Opferlämmer. Bei absolut jeder Figur steht sofort fest, wohin sie sich entwickeln wird, die Klischees sind mit grober Keller klar verteilt und nach den Gewaltausbrüchen kann man die Uhr stellen.

Gens wirbelt ungelenk und unentschieden durch die klaustrophobische Situation und setzt eine Sequenz nach der anderen schwerhändig in den Sand. Seine Schauspieler lässt er dabei freimütig von der Leine und erntet überkandidelte Theatergesten, etwa von Michael Biehn als Hausmeister, der seine Zeilen so überspannt rausquetscht, als habe er Schmerzen beim Sprechen. Mittendrin die verhuschte Lauren German, die mit dunkelbraunem Pony und unschuldigem Blick auch schon in Horror-Sequels der TEXAS CHAINSAW MASSACRE- und HOSTEL-Serien die Sehnsüchte von Stubenhockern zu bedienen hatte. Hier wirkt sie als typische Genre-Heldin der Neuzeit reichlich verloren im Overacting-Chaos ihrer Kollegen.

Gens zieht im Folgenden die erwartbaren Trumpfkarten seines Szenarios: Ein von Anfang an grenzbrutales Brüderpaar übernimmt schließlich die Herrschaft im Bunker und mißbraucht die zunächst aus Verzweiflung willige Rosanna Arquette als Sexsklavin - ein unfaßbares Martyrium, das die Wirkung beim Zuschauer zwar nicht verfehlt, aber mangels nachvollziehbarer Charakterzeichnung auch reichlich selbstzweckhaft wirkt. Überhaupt rangiert das Verhalten der Figuren von merkwürdig passiv bis zu komplett unverständlich, und die Freunde des engärschigen Begriffs "Logikfehler" dürfen sich ausnahmsweise mal zu Recht über so manches dickes Loch im Karton freuen: Spätestens in der Mitte des Films stimmt einfach mal gar nichts mehr. Am Ende ist man nur noch froh, daß es vorbei ist. Und daß man diese unglaublich pathetische Musik nicht mehr hören muß.

DVD.
Gutes Bild. Der Ton, besonders der Originalfassung, ist ungeheuer satt und dynamisch. Die Synchro zieht einem allerdings die Schuhe aus. Als Extras: Ein typisches, nicht völlig uninteressantes Making Of mit allen Darstellern und der Trailer.








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