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KAPITELWAHL

THE RITE - DAS RITUAL (USA 2011)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE RITE
Laufzeit in Minuten. 108

Regie. MIKAEL HAFSTROEM
Drehbuch. MICHAEL PETRONI
Musik. ALEX HEFFES
Kamera. BEN DAVIS
Schnitt. DAVID ROSENBLOOM
Darsteller. ANTHONY HOPKINS . COLIN O'DONOGHUE . ALICE BRAGA . RUTGER HAUER u.a.

Review Datum. 2011-08-27
Erscheinungsdatum. 2011-07-15
Vertrieb. WARNER HOME VIDEO

Bildformat. 2.40:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) . SPANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . DÄNISCH . FINNISCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
"Was haben Sie denn erwartet? Sich drehende Köpfe und Erbsensuppe?" Dass der alte Priester Trevant seinen jungen Kollegen Kovak, der gerade das erste Mal einem Exorzismus beiwohnt und ziemlich ratlos guckt, so maßregelt, ist mehr als ein selbstreferentiell-postmoderner Gag. Der Schatten von William Friedkins EXORZIST lungert so gewaltig über jedem Film, der sich dem Thema Besessenheit auch nur zu nähern wagt, dass THE RITE gar nicht anders kann als sich auf das große Vorbild zu beziehen. Friedkins manipulatives Meisterwerk des Schreckens steht so übermächtig als Nonplusultra in der Filmgeschichte, dass er praktisch sein eigenes Subgenre erfunden und gleichzeitig abgeschlossen hat. Dementsprechend fallen ausgerechnet die europäischen Rip-Offs wie WER BIST DU? oder DER ANTICHRIST befriedigender aus als so manch "ernsthafter" Versuch, sich des Sujets anzunehmen, weil Friedkin eh alles gesagt hat und man dann doch lieber hemmungslos kopiert.

THE RITE erzählt nun vom jungen, mit dem Glauben hadernden Geistlichen Michael Kovak (extrem blass: Fernsehgesicht Colin O'Donoghue), der eine Art Exorzismus-Seminar (!) im Vatikan besucht. Ohne schöne Frau geht es ja heute nicht mehr, also guckt eine gewisse Angeline (Alice Braga) ganz verzückt auf den Novizen aus Amerika. Was macht sie hier eigentlich? Ist sie Nonne? Man hat Angst vor dem nächsten Satz aus der "Hollywoods schlimmste Klischees"-Kiste. Und mit Recht. Denn sie sagt: "Ich bin Journalistin. Ich recherchiere für einen Artikel über Exorzismus." Die Wurst ist vom Teller, auch wenn danach Anthony Hopkins als alttestamentarisch wütender Priester auf den Plan tritt und Kovak die Riten des Exorzismus näher bringen will. Kovak bleibt lange skeptisch und sucht selbst dann noch nach rationalen Erklärungen, als das vermeintlich besessene Mädchen in fremden Zungen spricht und Nägel spuckt. Schließlich leistet der Dämon ganze Überzeugungsarbeit, zeigt Kovak einen Gaul mit roten Augen und bemächtigt sich des alten Trevant, der dann - hübsche Toneffekte - mit vielen Stimmen pöbelt.

Mikael Håfström hat mit ZIMMER 1408 einen sehr hübschen Geisterfilm gedreht, befindet sich hier aber leider wieder im Fahrwasser seines Rohrkrepierers ENTGLEIST. THE RITE ist handzahmer PG-13-Horror, dessen Altersfreigabe den Besessenen noch nicht mal das gewohnt vulgäre Tourette-Gebrabbel gönnt (hier lutscht keine Mutter "Schwänze in der Hölle"). Die Story ist extrem unterversorgt mit dramatischen Wendungen oder überhaupt sowas wie Höhepunkten und lümmelt schließlich in ein ausgesprochen sparsames Finale hinein, von Hopkins immerhin einigermaßen engagiert gespielt. Genau genommen ist schon die Grundidee des Films wahnsinnig behämmert, die Figur Alice Bragas passt sich da ein wie ehedem die Reporterin in BLOODSPORT ("die Situation spitzt sich zu"), und die Musik von Alex Effes ist genau die Art seichtes Gedudel, das jedem Film die letzte Kraft nimmt. Außer einigen sehr schönen Bildern der Stadt Rom und der willkommenen Gelegenheit, Rutger Hauer endlich einmal wieder in einer ansprechenden Rolle zu sehen, ist in diesem faulen Zauber nichts zu holen. Dann doch lieber mal wieder MAGDALENA - VOM TEUFEL BESESSEN.

DVD.
Das Bild ist sehr stimmig, der Ton ausgezeichnet - dieser kommt insbesondere bei den Stimmverfremdungen zum Tragen und ist sehr dynamisch. Die Synchro, naja - keine echte Freude. Ich finde auch Joachim Kerzel nach wie vor zu knallig für Hopkins, da waren Rolf Schult und Hartmut Reck beide besser geeignet, um die vielen Zwischentöne in seinem Spiel einzufangen. Zusätzlich gibt es ein paar entfallene Szenen, die etwas mehr Grusel und etwas mehr Hauer bieten, was dem Film beides gut getan hätte.








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