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KAPITELWAHL

KITE LIBERATOR - ANGEL OF DEATH (Japan 2007)

von Andreas Neuenkirchen

Original Titel. KAITO RIBEREITA
Laufzeit in Minuten. 57

Regie. YASUOMI UMETSU
Drehbuch. YASUOMI UMETSU
Musik. nicht bekannt
Kamera. -
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. MARINA INOUE . AKEMI OKAMURA . MASAKAZU MORITA . SETSUJI SATO u.a.

Review Datum. 2011-06-24
Erscheinungsdatum. 2010-10-29
Vertrieb. I-ON NEW MEDIA

Bildformat. 1.77:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . JAPANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Das gezeichnete Rachedrama KITE - ANGEL OF REVENGE war beliebt und berüchtigt wegen seiner Mischung aus Ultra-Brutalität und Hardcore-Sex (vor allem wohl wegen letzterem), und sicherlich auch, weil es aufgrund eben dieser Mischung außerhalb Japans lange Zeit schwierig ungeschnitten und legal zu bekommen war. So entstehen Legenden, und Legenden müssen fortgesetzt werden, obwohl das gerade bei Legenden selten eine gute Idee ist. Infolgedessen ist KITE LIBERATOR - ANGEL OF DEATH sicherheitshalber keine echte Fortsetzung von KITE - ANGEL OF REVENGE geworden, sondern ein eigenständiger Film mit flüchtigen thematischen Bezugspunkten und nerdigen Kleinstverweisen zum Vorgänger. Auch ansonsten ging man auf Nummer Sicher: Die fragwürdigen, voyeuristischen Extremsexszenen sind einem altbackenen, vordergründig harmloseren Popoklapser-Humor und freudianischen Anspielungen (andockende Raumschiffe, verabreichte Spritzen - man braucht eine gesunde schmutzige Phantasie) gewichen.

Zu behaupten, KITE LIBERATOR - ANGEL OF DEATH habe einen Plot, wäre übertrieben. Es gibt zwar gleich zwei Handlungsebenen, die Handlungen darin passieren aber so vor sich hin, ohne große übergeordnete Dramaturgie. In Tokio arbeitet die junge Monaka als unbedarfte und rückratlose Kellnerin. Nach Dienstschluss nimmt sie die Brille ab und wird zur coolen Killerin, die uncoole Killer zur Strecke bringt. Derweil verwandeln sich auf einer Raumstation Astronauten in Weltraummonster, nachdem sie vom experimentellen Curry gekostet haben. Zum Schluss werden die Ereignisse mit Ach und Krach zusammengeführt; die vermutlich überraschend gemeinte Wendung ist aber bereits früh auszumachen.

KITE LIBERATOR - ANGEL OF DEATH fängt mitten drin an und endet offen. Wenn es auch keine Fortsetzung von KITE - ANGEL OF REVENGE ist, so wirkt es doch wie ein Teil einer Serie. Allerdings eine, die (noch?) nicht existiert. Dass die ganze Angelegenheit alles andere als inhaltlich rund ist, stört jedoch kaum, denn KITE LIBERATOR - ANGEL OF DEATH ist einfach eine knappe Stunde gut gemachter Spaß für Anime-Enthusiasten. Die Optik ist sehr gelungen zwischen CGI, Handzeichnungen und übermalten Fotos, die Action ist flott und blutig, die Geschehnisse bieten bei aller Willkür eine kurzweilige Mischung aus Drama und Humor (es ist nicht alles Popoklapser), die Protagonisten sind sympathisch. Sollte dies der Anfang einer größeren Erzählung sein, ist KITE LIBERATOR - ANGEL OF DEATH ein vielversprechender Pilot mit interessanten Figuren und Orten, die man gerne wieder besuchen würde. Gut möglich, dass dieser Film nicht so tiefe Spuren in der Erinnerung hinterlassen wird wie sein unangenehmer Vorgänger. Aber wenn man sich an ihn erinnern wird, dann zumindest aus den richtigen Gründen.

DVD.
Technisch gibt es nichts zu meckern. Die deutsche Synchronisierung ist schauspielerisch für sich genommen nicht übel, auch wenn die Stimmen nicht immer den japanischen Charakterbildern entsprechen und es ein paar sprachliche Ungenauigkeiten gibt. Ein Special vom Tokio-Filmfest ist eine Mogelpackung: Es handelt sich schlicht um einen 25-minütigen Zusammenschnitt des Films, den man nicht braucht, wenn man den ganzen Film eh schon hat.








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