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KAPITELWAHL

71 INTO THE FIRE (Korea 2010)

von André Becker

Original Titel. POHWA SOKEURO
Laufzeit in Minuten. 116

Regie. JOHN H. LEE
Drehbuch. LEE MAN HEE
Musik. LEE DONG-JUN
Kamera. CHOI CHAN MIN
Schnitt. STEVE M. CHOE
Darsteller. CHA SEONG -WON . CHOI SEONG-HYEON . KWON SANG-WOO . KIM SEUNG-WOO u.a.

Review Datum. 2011-05-02
Erscheinungsdatum. 2011-03-15
Vertrieb. ASCOT ELITE

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . KOREANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Der südkoreanische Blockbuster TAEGUKGI, der hierzulande unter dem ausnahmsweise durchaus passenden Titel BROTHERHOOD vermarktet wurde, gilt zu Recht als einer der besten Antikriegsfilme der letzten Jahre. Insofern liegt die Messlatte für thematisch ähnlich gelagerte Produktionen aus Südkorea erstmal ziemlich hoch. Insbesondere wenn man noch zusätzlich bedenkt, dass in der Vergangenheit in anderen asiatischen Ländern ebenfalls erstklassige Werke (z.B. der grandiose CITY OF LIFE AND DEATH) produziert wurden. Es stellt sich daher auch bei 71 INTO THE FIRE fast unweigerlich die Frage, ob die asiatische Filmindustrie ein weiteres Meisterwerk parat hält.

Im Juni 1950 greifen nordkoreanische Truppen den nichtkommunistischen südlichen Teil des Landes an. Binnen kürzester Zeit erobern die Streitkräfte aus Nordkorea wichtige strategische Punkte. Die Lage wird für den Süden zunehmend bedrohlicher. Da jeder Mann gebraucht wird, setzt die Regierung auch so genannte Studentensoldaten für die Verteidigung ein. Der Film erzählt die Geschichte dieser unerfahrenen Aushilfssoldaten. Es geht vorrangig um eine 71 Mann starke Truppe junger Soldaten, die einen Außenposten bewachen sollen und fast völlig auf sich allein gestellt stundenlang die Angriffe der Gegenseite abwehren können.

71 INTO THE FIRE lässt leider die inszenatorische Wucht vermissen, die beispielsweise BROTHERHOOD zu einem fast physischen Erlebnis machte. Erwartungsgemäß geizt der Film nicht mit ausschweifenden Actionszenen und hochemotionalen Szenen, aber insgesamt gesehen hält die Big-Budget Produktion den Zuschauer zu sehr auf Distanz. Man wird nicht wirklich gepackt und emotional mitgerissen. Das Schicksal der Protagonisten lässt einen zwar nicht unbedingt kalt, eine richtige Bindung zu den Charakteren baut man im Verlauf des Films aber dennoch nicht auf. Das liegt zum einen daran, dass die Charaktere der Figuren zu oberflächlich skizziert sind. Daneben verhalten sich die Hauptprotagonisten streckenweise einfach zu klischeehaft, woraus resultiert, dass die gesamte Charakterzeichnung mitunter seltsam unausgereift erscheint.

Abgesehen davon bietet der Film allerdings auf den ersten Blick nur wenig Angriffsfläche. Die Kameraführung ist schlichtweg phantastisch, die schauspielerischen Leistungen absolut schnörkellos und Langeweile kommt zu keiner Minute auf. 71 INTO THE FIRE ist aufwendig und zeitgemäß inszeniertes Kino, das allerdings bei näherer Betrachtung streng genommen gar nicht als Antikriegsfilm kategorisiert werden kann. Das wird vor allem in den Actionszenen deutlich. Die Protagonisten sterben meist heroisch, erledigen trotz mehrerer Kugeln im Leib noch dutzende Feinde und entwickeln unmenschliche Kräfte, wenn es darum geht dem Gegner Paroli zu bieten. 71 INTO THE FIRE ähnelt daher auch vom Gestus her eher John Woo und WINDTALKERS, als Steven Spielbergs SOLDAT JAMES RYAN. Der Film scheitert deshalb auch an dem Anspruch ein ernsthaft angelegter Antikriegsfilm zu sein. Letztendlich führt die pathetische Inszenierung dazu, dass die südkoreanische Produktion als pures Entertainment daherkommt und die im Kern durchaus kritische Thematik der Studentensoldaten im Bombast ausufernder Actioneinlagen heillos untergeht.

DVD.
Die Bild- und Tonqualität kann sich sehen bzw. hören lassen. Die Extras sind solide und bieten neben ein paar Trailern noch eine kleine Setdoku, sowie ein Feature zu den Charakteren. Die Synchronisation ist soweit auch ganz ordentlich, so dass man nicht notgedrungen auf die Originaltonspur zurückgreifen muss, was ja bei hiesigen Veröffentlichungen asiatischer Produktionen nicht unbedingt die Regel darstellt. Insgesamt also eine durchaus vorbildliche Veröffentlichung.








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