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KAPITELWAHL

COCAINE BLUES (USA 1998)

von André Becker

Original Titel. BOOGIE BOY
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. CRAIG HAMANN
Drehbuch. CRAIG HAMANN
Musik. TIM TRUMANN
Kamera. ADAM KANE
Schnitt. GLENN GARLAND
Darsteller. MARC DACASCOS . JAIMZ WOOLVETT . EMILY LLOYD . TRACI LORDS u.a.

Review Datum. 2010-12-10
Erscheinungsdatum. 2010-07-18
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nach einem fulminanten Auftritt in Sam Firstenbergs Schlachtplatte AMERICAN SAMURAI wurde der zweite Hauptdarsteller Marc Dacascos Anfang der Neunziger kurzzeitig als nächster großer Actionstar gehandelt. Zunächst sah es auch tatsächlich so aus, als ob Dacascos eine ähnliche Karriere bevorstehen würde, wie Van Damme und Seagal. Erste Kinorollen folgten und der grandiose CRYING FREEMAN, in dem er auch schauspielerische Qualitäten offenbarte, überzeugte auch die letzten Zweifler. Aber es kam alles anders. Abgesehen von respektablen Nebenrollen in Big-Budget Produktionen (PAKT DER WÖLFE, BORN TO DIE) kehrte der gebürtige Hawaiianer nie wieder auf die große Leinwand zurück. Stattdessen wirkte Dacascos seit seinem Debüt in zahlreichen gelungenen (DRIVE), aber auch dutzenden missglückten (I AM OMEGA) B-Filmen mit. Das Action-Drama COCAINE BLUES muss zweifellos als einer der weniger geglückten Filme kategorisiert werden, denn obwohl Roger Avary (KILLING ZOE)als ausführender Produzent seine Finger mit im Spiel hatte, versagt der Film auf ganzer Linie.

Nach einigen Jahren im Knast kehrt der mittlerweile geläuterte Jesse Page (Marc Dacascos) in seine alte Heimatstadt zurück. Fest entschlossen sauber zu bleiben möchte sich der ehemalige Delinquente ein anständiges Leben frei von Gewalt und Verbrechen aufbauen. Als ihm nach einem Konzert vorgeschlagen wird als Schlagzeuger mit einer Rockband auf Tour zu gehen, scheinen sich seine Träume zu erfüllen. Seine Vergangenheit macht ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung, denn Jesse lässt sich von seinen drogenabhängigen Freunden auf einen letzen Kokaindeal ein. Das Geschäft endet schließlich in einem Fiasko mit mehreren Toten und Jesse muss mit seinem Kumpel in ein abgelegenes Wüstenkaff fliehen. Die Brüder der Opfer haben sich allerdings schon an ihre Fersen geheftet und sinnen auf Rache.

COCAINE BLUESsollte wohl ein nihilistisches und tiefgründiges Drogen-Drama werden. Dafür fehlen allerdings einige entscheidende Indikatoren. Einerseits eine durchdachte und vor allem packende Storyline mit realitätsnahen Figuren und ausgeklügelten Dialogen und andererseits vernüftige Schauspieler. Dacascos gibt sich zwar reichlich Mühe die ehrliche Haut überzeugend zu mimen, aber letztendlich wirkt er dennoch heillos überfordert. Das Gleiche gilt für alle anderen Schauspieler. Trotz guter Ansätze wurden die Charaktere zudem äußerst oberflächlich ausgearbeitet. Man hat das Gefühl die Drehbuchautoren haben ambitioniert angefangen und dann einfach mittendrin aufgehört. Die Geschichte rund um Entzug, Beschaffungskriminalität und Freundschaft wird wiederum viel zu behäbig erzählt. Regisseur Craig Hamann beschränkt sich lediglich darauf ein paar Drogentripimpressionen und Bilder vom Entzug gepeinigter Junkies zu zeigen. Er kratzt ein wenig an der Oberfläche ohne auch nur annährend eine der Thematik angemessene Tiefe zu erreichen.

Unglücklicherweise bietet der Film auch keine wirklich mitreißenden Actionszenen. Ohne Gespür für Timing, Schnitt oder sonstigen inszenatorische Schnickschnack wird in den wenigen Actionsequenzen einfach stumpf mit der Kamera draufgehalten. Sicherlich wären Kampfszenen angesichts der Story nur bedingt notwendig gewesen, aber COCAINE BLUESmöchte fatalerweise auch das action-affine Videothekenpublikum bedienen. Insofern scheitert der Film auch gleich doppelt an seinem eigenen Anspruch.

COCAINE BLUESgeht weder als ernstzunehmendes Junkie- und Kleinkriminellendrama, noch als Actionfilm durch. Für ein gesellschaftskritisches Sozialdrama zu oberflächlich und für einen Actionfilm zu unspektakulär. Was bleibt ist ein kleiner B-Film, der wohl niemanden wirklich zufrieden stellen dürfte und für eine DVD-Auswertung unberechtigterweise aus den Untiefen verstaubter Filmarchive ausgegraben wurde.

DVD.
Bild und Tonqualität sind mittelprächtig, aber durchaus akzeptabel. Das Vollbild sieht zwar etwas antiquiert aus, bietet aber wenigstens ordentliche Farben und eine ausreichende Schärfe. Der deutsche Ton liegt in DD 2.0 vor und auch hier wird durchschnittliche Qualität geboten. Diejenigen die eine Alternative zu der mäßigen Synchronisation wollen, können zusätzlich noch auf die ordentlich abgemischte Originaltonspur zurückgreifen, die ebenfalls auf der DVD anwählbar ist.








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