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KAPITELWAHL

ARS AMANDI - DIE KUNST DER LIEBE (Frankreich/Italien 1983)

von Lutz Granert

Original Titel. ARS AMANDI
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. WALERIAN BOROWCZYK
Drehbuch. WALERIAN BOROWCZYK . WILHELM BUCHHEIM . ENZO UNGARI
Musik. LUIS BACALOV
Kamera. WALERIAN BOROWCZYK . NOËL VÉRY
Schnitt. WALERIAN BOROWCZYK
Darsteller. MARINA PIERRO . MICHELE PLACIDO . MASSIMO GIROTTI . PHILIPPE TACCINI u.a.

Review Datum. 2010-09-13
Erscheinungsdatum. 2010-08-20
Vertrieb. DONAU FILM/ALIVE

Bildformat. 1.66:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Ovid war ein bedeutender römischer Dichter, der im 1. Jahrhundert vor und nach Christus wirkte. Seine Werke handelten von der Liebe und der Annäherung der beiden Geschlechter. Seine Ars Amatoria, ein Liebesgedicht in drei Büchern, erlangte besondere Bedeutung. Darin beschrieb er, wie der Mann in Rom eine Frau kennenlernen, ihre Liebe gewinnen und auch behalten könne. Mehr einer Abhandlung dieser "Ratschläge" als einer stringenten Geschichte folgen auch die kausal lose verbundenen und aus diesem Grunde alsbald ermüdenden Szenen in ARS AMANDI - DIE KUNST DER LIEBE, in dessen Kernhandlung der Ovid-Schüler Cornelius (Philippe Taccini) der verheirateten Claudia (Marina Pierro) nachsteigt.

Bereits in seinem insbesondere in Deutschland durch die bewegte Zensurgeschichte intensiv diskutierten Werk LA BÊTE - DIE BESTIE erzählte Regisseur Walerian Borowczyk von der Wurzel des menschlichen Sexualtriebs in der Natur, indem er auf deren Verflechtungen hinwies. In der Berühmtheit erlangten Traumsequenz des Films vergewaltigte eine wilde Bestie eine vor ihr flüchtenden Frau - in graphischer, pornographischer Manier. Auch in ARS AMANDI - DIE KUNST DER LIEBE ist eine Traumsequenz zu finden, die die entfesselte, auf ein Tier gerichtete, animalische Libido der Frau transzendiert - weniger detailliert und fast schon verschämt kurz. Diese handelt von einer Geschichte aus der griechischen Mythologie, in der sich Pasiphaë, die Frau von König Minos, von ihrer Lust getrieben von einem Stier begatten lässt.

So nähert sich Borowczyk dem Thema der menschlichen Lust in ARS AMANDI - DIE KUNST DER LIEBE im Allgemeinen subtiler, in weniger reißerischen, umso kunstfertigeren Bildern, die den schmeichelnden Charakter erotischer Romantik atmen. Nur selten überschreitet er dabei die Grenze zur Pornografie. Erst am Ende mit einer zugleich ärgerlichen, wenngleich logisch ordnenden Wendung, die das Geschehene in gänzlich neuem Licht erstrahlen lässt, gibt er seine in das Pastell dünner Kleider und Gewänder gehüllte Weichzeichner-Ästhetik auf. Blendendes Weiß fällt bis dahin auf die nur spärlich, aber meist um so sorgsamer verborgene Weiblichkeit und illustriert mit Taten die rezitierten Ovid-Verse aus dem Off, die gleichzeitig den roten Faden dieses wirren Erotikdramas darstellen.

Die Ausstattung wirkt dabei trotz einer kammerspielartigen Inszenierung aufwendig, die träumerischen Bilder sind trotz gefährlicher Nähe zum David Hamilton-Kitsch sinnlich, die flötenlastige Musik betörend. Zwar kann ARS AMANDI - DIE KUNST DER LIEBE in Sachen Opulenz und Prunk Tinto Brass' ebenfalls in der römischen Antike des 1. Jahrhunderts verorteten, drei Jahre eher entstandenem Epochal-Erotiktrash CALIGULA in der detailverliebten Ausgestaltung prachtvoller Sets und der Quantität großer Schauspielernamen nicht annähernd das Wasser reichen, wirkt jedoch sehr viel stilsicherer. Dies ist jedoch zugleich das Problem: Waren CALIGULA und auch LA BÊTE - DIE BESTIE ebenso Gemüter erregende wie unbequeme Skandalfilme, kokettiert ARS AMANDI - DIE KUNST DER LIEBE über weite Strecken mit seiner softerotischen Harm- und diskursgeschichtlichen Bedeutungslosigkeit.

DVD.
Der Ton in Mono (mit kleinen Störungen auf der deutschen Tonspur) ist noch verkraftbar. Ärgerlicher hingegen das verrauschte, sichtlich auf einem VHS-Master basierende Bild und das mit einer Bildergalerie und einem Trailer arg lieblos und sparsam geratene Bonusmaterial.








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