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KAPITELWAHL

MAKING OF SÜSSE STUTEN 7 (Deutschland 2009)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. MAKING OF SÜSSE STUTEN 7
Laufzeit in Minuten. 56

Regie. DANIEL HYAN
Drehbuch. DANIEL HYAN
Musik. -
Kamera. OLIVER KÖPPEL
Schnitt. UWE ZIMMER
Darsteller. JAKOB BIEBER . JÖRG BUTTGEREIT . ALEXANDER GREGOR . VIVIEN LA FLEUR u.a.

Review Datum. 2010-08-14
Erscheinungsdatum. 2010-05-28
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Professionell produzierte Web-Serien gibt es in Deutschland bisher wenige. Während in den USA spätestens Joss Whedon mit DR. HORRIBLE'S SING-A-LONG BLOG bewiesen hat, dass ein solches Format nicht nur qualitativ hochwertig, sondern auch kommerziell erfolgreich sein kann, gibt es hierzulande bisher keine nennenswerten Erfolge in diesem Format. Regisseur Daniel Hyan will beweisen, dass Web-Serien auch hierzulande Potential haben. Nach MOABIT VICE realisierte er mit MAKING OF SÜSSE STUTEN 7 bereits die zweite Serie dieser Art, deren einzelne Episoden für die DVD-Version zu einem knapp einstündigen Film zusammengefasst wurden. So ungewöhnlich wie das Format ist auch das Setting von MAKING OF SÜSSE STUTEN 7: Ein Porno-Set dient als Kulisse für eine Comedy-Mockumentary im Stile von STROMBERG - zumindest theoretisch.

Jonas (Jakob Bieber) hat einen großen Traum: Ein Filmstudium soll ihm den Einstieg in die Welt des Entertainment ermöglichen. Dazu absolviert er ein Setpratikum bei der Produktionsfirma Lava Light Entertainment. Am Set angekommen muss der verklemmte Jonas feststellen, dass es sich um die Produktion eines Pornofilms handelt. Die Charaktere, die er dort kennenlernt, überbieten sich gegenseitig an Skurrillität: Von Regisseur Heinz Moon (Jörg Buttgereit), der eigentlich lieber ernsthafte Horrorfilme drehen möchte, über den cholerischen Produzenten Major Andy (Alexander Gregor) bis zu den stutenbissigen Darstellerinnen ist jede Figur mit einer - vermeintlich - komischen Marotte ausgestattet.

Grundsätzlich bietet ein solches Setting auch durchaus Stoff für amüsante Geschichten, die über Schmuddelhumor hinausgehen - das haben P.T. Andersons BOOGIE NIGHTS oder zuletzt Kevin Smiths ZACK AND MIRI MAKE A PORNO bewiesen. Leider verlässt sich Daniel Hyan zu sehr auf sein ach so gewagtes Setting und scheint zu vergessen, dass gute Comedy vor allem gute Witze braucht - oder überhaupt welche. Über weite Strecken besteht MAKING OF SÜSSE STUTEN 7 vor allem aus der Aneinanderreihung von möglichst "schmutzigen", unendlich klischeehaften Szenen, in denen die Charaktere Dildos putzen, Viagra wie Chips essen und Orgasmen vortäuschen - und wir als Zuschauer verzweifelt auf die Pointe warten. Wenn dann doch einmal eine kommt, dann mit dem ganz großen Holzhammer; dass der potenzschwache Darsteller Evil Dick Masterson (Ron Matz), als es dann doch endlich klappt, dem Kameramann ins Gesicht ejakuliert, ist weder lustig, noch überraschend oder schockierend, soll aber wohl all das sein. Der aus STROMBERG bekannte Fremdscham-Effekt tritt in solchen Momenten tatsächlich ein, allerdings sind es hier weniger die Figuren, deren peinliches Verhalten den Zuschauer mit dem Kopf schütteln lässt, als eher Regisseur und Autor Daniel Hyan, der solche Szenen in seiner Überzeugung, hier moderne und gewagte Comedy abzuliefern, offensichtlich tatsächlich lustig findet.

Die wirklich unterirdischen Schauspielleistungen tun ihr übriges: Könnte man sie bei halbwegs ordentlichen Drehbüchern vielleicht noch als eine Art Meta-Humor, als Parodie auf die Darsteller der Pornoindustrie werten, bestätigen sie hier nur den Eindruck, dass über die Idee "STROMBERG als Porno" hinaus offensichtlich kaum überlegt oder Aufwand irgendeiner Art betrieben wurde. MAKING OF SÜSSE STUTEN 7 ist pubertär und in seinem ständigen Bestreben, möglichst tabulos zu wirken, letztlich unendlich verklemmt. Am Ende ist es fast wie nach einem Porno: Man weiß, dass das Gesehene auf primitivste Reize abzielte und fühlt sich etwas schmutzig - nur die Befriedigung bleibt aus.

DVD.
Obwohl der Look bewusst amateurhaft gehalten ist, können Bild- und Tonqualität voll überzeugen. Die kurze Laufzeit des eigentlichen Films wird durch das üppige Bonusmaterial ausgeglichen: Neben Interviews mit den Darstellern, Outtakes und Deleted Scenes sind auch ein Audiokommentar und eine Folge von Daniel Hyans voriger Serie MOABIT VICE enthalten.








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