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KAPITELWAHL

BITCH SLAP (USA 2009)

von Hasko Baumann

Original Titel. BITCH SLAP
Laufzeit in Minuten. 92

Regie. RICK JACOBSON
Drehbuch. ERIC GRUENDEMANN . RICK JACOBSON
Musik. JOHN R. GRAHAM
Kamera. STUART ASBJORNSEN
Schnitt. MICAH STUART
Darsteller. JULIA VOTH . ERIN CUMMINGS . AMERICA OLIVO . MICHAEL HURST u.a.

Review Datum. 2010-08-08
Erscheinungsdatum. 2010-04-30
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
BITCH SLAP tut weh. Also, nicht so, wie eine Ohrfeige weh tut, so kurz und schmerzvoll und dann brennt die Wange und man ist schockiert und guckt wie ein Auto. Nein, BITCH SLAP tut so doll weh wie, sagen wir mal, "Heal the world" von Michael Jackson. Also so doll weh, daß man weinen möchte und mit dem Kopf schüttelt und mit den Wutfäusten auf den Tisch trommelt und ruft "Das ist unmenschlich, bitte aufhören, bitte!" Also so wie Roxette oder Andrea Berg oder "Starlight Express" oder wie Barbara Schöneberger oder heißes Öl auf der Haut. BITCH SLAP ist sowas von dumm, sowas von hohl, sowas von kacke und gleichzeitig so ärgerlich, weil man ganz genau weiß, wo dieser Schrott herkommt (jemand hat Tarantino, Rodriguez und Russ Meyer völlig falsch verstanden) und wo dieser Schrott hingeht (in die Köpfe von Vollhonks). Denn für Vollhonks, die Tarantino, Rodriguez und Russ Meyer falsch verstanden haben, ist diese Gülle gemacht, vermutlich auch noch "augenzwinkernd", aber nur vermutlich, denn Rick Jacobson ist auf beiden Augen blind. Und taub.

Daß es tatsächlich eine Zielgruppe für dieses Projekt geben muß, haben ja schon die Reaktionen auf erste Bilder und Trailer gezeigt; da hat es tatsächlich schon ausgereicht, daß "heiße Babes" (=Silikontitten) aus einem Auto steigen, in Zeitlupe, Kamera immer auf den "heißen Babes" (=auf den Silikontitten). Da ein ganzer Film aber auch noch so eine Art Plot braucht, steigen die "heißen Babes" (darunter, so das DVD-Cover, ein "Freitag, der 13.-Babe") in der Wüste aus, wo ein Diamantendiebstahl über die Bühne gehen soll. Natürlich sind böse Männer hinter ihnen her, und natürlich haben sich die "Babes" auch gar nicht so gern, und keiner weiß, wer auf welcher Seite steht, die "Börsenmaklerin", die "Stripperin" und die "Killerin". Eine Story frisch aus den 60ern, nur noch dünner, und angereichert mit unmotivierten Sequenzen, die zeigen, was Regisseur Rick Jacobson so für "sexy" hält: Ganz plötzlich verwickeln sich die "Babes" in eine Wasserschlacht und werden, hui, ganz naß und räkeln sich in den Wasserfontänen wie bei "Playboy Wet & Wild Vol. 6". Oder zwei der "Babes" sind auf einmal ganz scharf aufeinander und haben total heißen Lesbensex; so wie sich Jacobson das vorstellt, verhalten sich Frauen dabei genau wie Mann und Frau, eben so, wie sich fette Nerds das beim Pimmelschrubben ausmalen. Das ist alles so sexy wie ein Bauernfrühstück und grenzt schon fast an Zielgruppenverarsche, weil man zwar dicke Silkontitten in engen Klamotten zu sehen bekommt, aber niemals ohne. Ja, richtig gehört: In BITCH SLAP gibt es keine nackten Brüste.

Weil er selber gemerkt hat, daß die verlassene Bretterbude in der Wüste auf die Dauer etwas öde ist als Location, hat sich Jacobson für ständige Rückblenden entschieden, die einem erzählen, was "vor einer Stunde", "vor drei Wochen", "vor zehn Minuten", "vor dreihundertsiebzig Jahren" usw. usw. passiert ist. Das hätte er aber mal lieber lassen sollen, denn weil er kein Budget für große Außendrehs zur Verfügung hatte, latschen die "Babes" in den Flashbacks vor einem Green Screen rum, der dann mit absurd schlechten Hintergründen ausgefüllt wurde. Jacobson denkt wahrscheinlich, das sähe aus wie SIN CITY; es sieht aber tatsächlich nicht mal wie Scheiße aus. Tiefpunkt ist eine Tiefgarage mit Spielzeugautos, in die die Frauen katastrophal schlecht reingekeyt wurden.

Wer sich so einen Rotz ansieht, will Titten und Gewalt, und wenn eine der "Babes" sagt, daß sie es "total anmacht", wenn Frauen aufeinander losgehen, spricht wohl auch der Regisseur. Schier endlos prügeln sich hier die "Babes" sechs Sack Scheiße aus dem Leib, und weil Jacobson doch immer noch mit den Augen zwinkern will, macht es beim Tritt in Richtung Vagina auf der Tonspur "Miau". BITCH SLAP reduziert den weiblichen Körper nicht nur zum Anschauungsobjekt - was auch kein Problem wäre, das hat nur Andy Sidaris viel besser gemacht - sondern gibt ihn auch zur Zerstörung frei. Wer diesen Film nicht frauenfeindlich findet, weil doch die Männer alle ganz doof sind und aufs Maul kriegen, sollte sich beim IQ-Test möglichst nicht mit seinem Klodeckel messen.

DVD.
Bild und Ton der Vorlage entsprechend, aber okay. Deutsche Synchro tut den unfaßbar schlechten Darstellerinnen einen großen Gefallen. Gottlob kein Bonusmaterial, das findet sich auf der - festhalten - "Doppel D-Edition".








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