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KAPITELWAHL

ORIGINAL SPIDER-MAN - STAFFEL 1.1 - 1.3 (USA/Kanada 1967)

von Stefan Mader

Original Titel. SPIDER-MAN
Laufzeit in Minuten. 124/166/166

Regie. diverse
Drehbuch. diverse
Musik. RAY ELLIS . BOB HARRIS
Kamera. -
Schnitt. HANK GOTZENBERG . BRYCE CORSO
Darsteller. PAUL SOLES . PEG DIXON . PAUL KLIGMAN . BERNARD COWAN u.a.

Review Datum. 2010-04-19
Erscheinungsdatum. 2009-08-20
Vertrieb. CLEAR VISION/ROUGH TRADE

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . DÄNISCH . FINNISCH . NIEDERLÄNDISCH . NORWEGISCH . SCHWEDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Die Geschäftstüchtigkeit und der Hang zur (gerne auch humorvollen) Selbstinszenierung des Marvel-Moguls Stan Lee sind nicht erst seit seinen Cameos in Marvels Comicverfilmungen hinlänglich bekannt. Angesichts des durchschlagenden Erfolgs seiner in Kollaboration mit Jack Kirby und Steve Ditko entwickelten Figuren kann der Mann sich allerdings eine gewisse Exzentrik erlauben. Als Gradmesser des Stellenwerts von Lees Kreationen kann auch die nun unter dem Titel ORIGINAL SPIDER-MAN hierzulande erstveröffentlichte Cartoonserie gewertet werden - schließlich kam Spider-Man damit anno 1967 nur fünf Jahre nach seinem ersten Auftritt in Amazing Fantasy #15 bereits zu TV-Ehren!
Kultstatus genießt diese erste aller Spidey-Trickserien nicht zuletzt aufgrund ihrer Titelmelodie, die in unseren Breiten erst seit ihrer Verwendung in den SPIDER-MAN-Filmen von Sam Raimi und vor allem aufgrund der Parodie im SIMPSONS-Film einem breiteren Publikum bekannt wurde, sich in Amerika aber seit jeher umfassender Bekannt- wie Beliebtheit erfreut.

Die handwerkliche Qualität der Serie lässt sich mit der in den 90er Jahren etablierten Messlatte freilich nicht mehr objektiv vereinbaren. Während das Gros der heutigen Trickserien kostengünstig in Asien animiert wird, so stellt ORIGINAL SPIDER-MAN eine kanadisch-amerikanische Co-Produktion aus dem Hause Grantray-Lawrence dar.
Dass in den 60ern auch in westlichen Animationsstudios an allen Ecken und Enden gespart wurde, lässt sich jedoch zu keinem Zeitpunkt leugnen. Das offensichtlichste Symptom des Sparstiftes ist wohl Spideys rot-blaues Kostüm. Aus Zeit- und Kostengründen wurde die Netzzeichnung nur auf Spideys Maske, Handschuhe und Stiefel gepinselt, der Torso muss ohne die charakteristische Musterung auskommen.
Dass sich die Cels (die übereinander liegenden Folien, auf denen gemalt wird) in vielen Animationssequenzen des fertigen Produkts teils durch leichte Farbunterschiede, teils durch unnatürlich gewählte Foliengrenzen deutlich unterscheiden lassen fällt da kaum noch ins Gewicht. Besonders tragisch ist das, weil die Animation am Ende trotzdem undynamisch und ungefähr so flüssig wie weiland Wing Commander auf meinem ersten 486er-PC aussieht.
Gelungene Animationen werden dafür unverhohlen wieder und wieder recycelt. Wäre die die Serie nicht so alt, man wäre fast geneigt, von der Seagalisierung Spider-Mans zu sprechen...

Entstehungsbedingte Zugeständnisse müssen auch an die inhaltliche Tiefe gemacht werden, da die 20minütige Folgen in der Regel gleich zwei Abenteuer des Wandkrabblers beinhalten. Daraus lässt sich unschwer ableiten, wie aufwändig die Geschichtchen ausfallen können und folgerichtig beschränken sich die Inhalte auf einfachst gestrickte, formelhafte Plots. Einziges Positivum dieser halbierten Episoden ist die schiere Menge an klassischen Gegnern, die so ihren Auftritt erlangt. Vom Green Goblin und Electro über Lizard, Mysterio und Sandman bis hin zu Vulture und Rhino ist die ganze Schurkenpalette vertreten.
Als konstante Rahmenhandlung präsentiert ORIGINAL SPIDER-MAN, wie zu erwarten, die Reibungen zwischen Peter Parker und Daily Bugle-Herausgeber J. Jonah Jameson. Das ist zwar dieselbe alte Leier wie in allen anderen Inkarnationen Spideys, hier allerdings insofern verzeihbar, als dass dies zum Entstehungszeitpunkt der Serie tatsächlich ein aktuell in den Comics präsentes Element war. Andere wichtige Nebenfiguren wie Tante May, MJ oder Gwen Stacy spielen keine Rolle. Als female lead (weil einziger wiederkehrender weiblicher Charakter) fungiert Bugle-Sekretärin Betty Brant, die dafür aber witzig angelegt wird und trotz einer latenten Quengeligkeit nicht stört.

ORIGINAL SPIDER-MAN wurde nicht als zukünftiger Klassiker, sondern als billiges Samstagvormittagsprogramm konzipiert und dementsprechend unbarmherzig hat der Zahn der Zeit an der Serie genagt. Sowohl die Animation als auch die infantilen Inhalte entsprechen den in den letzten 20 Jahren für Superhelden-Cartoonserien etablierten Standards nicht im Geringsten. Insofern eignet sich die Serie weniger als Sammelobjekt, sondern eher als Kuriosum, von dem keineswegs alle Staffeln komplett im Regal stehen müssen. Es reicht, ein paar Folgen gesehen zu haben, wenn man sich für den Protagonisten und das Medium Zeichentrickfilm interessiert.

DVD.
Mittlerweile dürfte hinlänglich bekannt sein, was man von Clear Visions Marvel-Cartoons erwarten darf und auch ORIGINAL SPIDER-MAN enttäuscht technisch nicht.
Die Qualität von Bild und Ton fallen so gut aus, wie es das Quellmaterial eben hergibt. Dass bei einer über 40 Jahre alten Serie gewisse Abstriche gemacht werden müssen ist logisch (Farbfernsehen war damals noch neu, wie die Einblendung "in color" im Vorspann unmissverständlich klar macht), insgesamt präsentiert sich ORIGINAL SPIDER-MAN aber in unerwartet gutem Zustand. Wie bereits bei X-MEN STAFFEL 5 liegt der Ton allerdings nur im englischen Original vor.
Wie immer sind die Menüs ansprechend gestaltet und jeder DVD liegt ein Episodenführer bei.








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