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KAPITELWAHL

THE MARINE 2 (USA 2009)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE MARINE 2
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. ROEL REINE
Drehbuch. JOHN CHAPIN MORGAN
Musik. TREVOR MORRIS
Kamera. JOOST VAN STARRENBURG
Schnitt. MICHAEL TRENT
Darsteller. TED DIBIASE . MICHAEL ROOKER . LARA COX . TEMUERA MORRISON u.a.

Review Datum. 2010-02-09
Erscheinungsdatum. 2010-02-19
Vertrieb. 20TH CENTURY FOX

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) . SPANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . SPANISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
FAR CRY - DER FILM! Endlich! Ich kann wirklich nur jedem Videothekenchef raten: Wenn Ihr zufriedene Kunden haben wollt, steckt DVDs von THE MARINE 2 in die Hüllen von Uwe Bolls FAR CRY-Quatsch. Das ist das, was man sehen will, wenn man mal "Far Cry" gespielt hat: Brutale Gewalt eines Einzelkämpfers (in diesem Fall auch noch mit der passenden Scharfschützenausbildung) gegen rücksichtslose Terroristen vor traumhaft schönen Südseekulissen! Nicht dieses alberne Rumgeholze in Kanada. So wie hier muß das aussehen! Bezaubernde Strände, blaues Meer, Sonnenschein - einfach zum Niederknien. Und mittendrin knallige Action. Auch der gemeine Actionfreund, der so langsam genug von Bulgariens Fabrikhallen vorgesetzt bekommen hat, reibt sich freudig die Hände.

Mit dem vorangegangenen Jeff Cena-Vehikel namens THE MARINE hat das alles natürlich überhaupt nichts zu tun. Die einzige Gemeinsamkeit liegt darin, daß die Wrestling Foundation mal wieder einen ihrer Kloppstöcke zum Filmstar hochschrauben will, und selbst der ist dieses Mal nur dritte Wahl: Ursprünglich sollte Randy Orton für den offenbar zu höherem berufenen Jeff Cena übernehmen, aber da Orton verletzt war, sprang Ted DiBiase ein. DiBiase, das muß man leider sagen, ist ein derartiger Betonkopp, daß selbst der stocksteife Cena rückblickend wie ein zweiter Pacino aussieht. Das ist aber halb so wild, weil ansonsten alles, was am ersten MARINE trotz der schönen Knallerei übel aufstieß, nämlich der alberne Humor und die jugendfreie Gewalt, wohlverdient in die Tonne getreten wurde. DiBiase spielt, wie die saftige Eingangssequenz uns freundlich mitteilt, einen knallharten (wenn ein Typ vor Deiner Zielperson rumsteht, erschieß einfach beide) Problembeseitiger mit ethischen Grundsätzen (Unschuldige verrecken zu lassen ist ungeil). Dann geht's auch schon nach Thailand ins Traumresort, weil seine hübsche Freundin (hübsch: Lara Cox) dort als persönliche Assistentin eines stinkreichen Schnösels gebraucht wird. Da es dort wirklich sagenhaft schön ist, scheint die Sonne in alle Gemüter, auch wenn der Schnösel immer mal wieder was zu meckern hat an der Arbeitsweise der hübschen Freundin; das macht zwar Betonkopp DiBiase sauer, aber wenn ich das mal als Außenstehender kommentieren darf: Die faule Göre gehört gefeuert, und zwar ruckizucki.

Bevor es dazu kommt, gerät aber die fröhliche Schnöselparty schon unter Beschuß, wenn nämlich eine Wagenladung Terroristen unter Anleitung des fiesen Damo (erstaunlich farblos: Temuera Morrison) wild um sich ballert und die feierfreudigen Besserverdiener als Geiseln nimmt. Aber da haben sie die Rechung ohne John McClane, pardon, Joe Linwood (DiBiase) gemacht, der unter Volldampf seine ganz persönliche Rettungsaktion einleitet. Zur Seite steht ihm nur der ansässige Sprengmeister Church, gespielt von Michael Rooker, der in einigen Einstellungen so durchgeknallt aussieht wie Zakes Mokae. Der Rest ist Action, und die kann sich wahrlich sehen lassen.

Der große Gewinn und auch einzige Grund für die überraschend hohe Qualität von THE MARINE 2 ist Regisseur Roel Reiné, der ja auch schon Seagal mit DEATHLY WEAPON wieder auf Spur brachte. Daß hier ein Könner im Klappstuhl sitzt, ist von den ersten Szenen an überdeutlich; spätestens wenn die Handlung in die Südsee wechselt, ist klar, daß hier nicht nur ein ungewohnt zünftiges Budget genehmigt wurde, sondern auch ein Filmemacher den Anspruch hat, es auch bestmöglich auf die Leinwand/den Bildschirm zu bringen. Der erste Angriffsversuch DiBiases auf die Terrorfestung wurde von Reiné in einem Take realisiert; da folgt man dem Fighter, wie er zwischen Einschüssen und Explosionen rennt, tritt und schlägt und schließlich doch zu spät ist. Höhepunkt des Films ist eine brillant inszenierte Sequenz, in der DiBiase erneut scheitert und mit einem Jeep abhauen muß. Da frohlockt das Actionherz.

Jammern auf hohem Niveau: So ganz kann THE MARINE II die anfängliche Begeisterung nicht durchhalten. Ausgerechnet in den ausgepielten Kampfszenen wirkt der Film steif; gerade weil Reiné sie nicht verschneiden will, sondern fast am Stück zeigt (Steadicam schneidet ab und zu auf handheld), kommen sie spürbar choreographiert, geradezu abgetanzt rüber. Aber das mag ein Wrestling- bzw. in diesem Fall Muay Thai-Fan anders sehen. Am Ende dreht der Film nochmal ordentlich auf, so daß man letztlich mit einem zufriedenen, wenn auch nicht überwältigten Gefühl den Abspann vorbeiziehen sieht.

DVD.
Die Bildqualität ist erstaunlich. Pralle Farben und ein wirklich gestochen scharfes Bild begeistern durchweg. Nicht so begeisternd ist die deutsche Synchro, die eher nachlässig reingekläfft wurde. Der Ton an sich brummt hingegen ordentlich. Überraschend umfangreich die Ausstattung: Es gibt haufenweise entfallene und erweiterte Szenen, die man allerdings auch nicht unbedingt gesehen haben muß. Ein hübsches Feature hingegen ist die Montage aus nicht verwendeten Einstellungen, bei der man sieht, daß Reiné in wirklich alle Takes maximale Mühen gesteckt hat. Dann kann man sich noch die Fights ungeschnitten aus den verschiedenen Perspektiven ansehen, für Fans ein wahrlich lohnendes Feature. Die "Hinter den Kulissen"-Featurettes sind nicht außergewöhnlich, aber durchaus ansehnlich. Eine wirklich runde Veröffentlichung.








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