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KAPITELWAHL

OBSESSED (USA 2009)

von Hasko Baumann

Original Titel. OBSESSED
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. STEVE SHILL
Drehbuch. DAVID LOUGHERY
Musik. JAMES DOOLEY
Kamera. KEN SENG
Schnitt. PAUL SEYDOR
Darsteller. IDRIS ELBA . ALI LARTER . BEYONCE KNOWLES . JERRY O' CONNELL u.a.

Review Datum. 2009-12-20
Erscheinungsdatum. 2009-12-10
Vertrieb. SONY PICTURES

Bildformat. 2.40:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) . ITALIENISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . ITALIENISCH . TÜRKISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Es sieht ganz so aus, als würde der Home Invasion-Thriller der rezessionsgeplagten Neunziger ein kleines Comeback erleben. Nach dem annehmbaren LAKEVIEW TERRACE und vor dem Start des Remakes von THE STEPFATHER kam Steve Shills OBSESSED in die US-Kinos und sorgte für erstaunlich volle Kassen. Das Szenario ist erprobt und bekannt: Junges Paar, Derek und Sharon (Idris Elba und Beyonce Knowles), neues schickes Haus, zwei schicke Autos, er erfolgreicher Businesstyp, sie liebende Frau und Mutter des gemeinsamen kleinen Sohnes - eine Idylle, die nur danach schreit, bedroht zu werden. Und vielleicht auch im Zuschauer zum Teil den insgeheimen Wunsch hervorruft, sie möge bedroht werden, denn mit so viel Wohlstand zu sympathisieren fällt auch nicht immer leicht. Aber da ist sie auch schon zur Stelle, die Bedrohung, in Form der attraktiven Aushilfskraft Lisa (Ali Larter), die eine gehörige Begeisterung für ihren neuen Chef Derek an den Arbeitstag legt. Lisas Zuneigung für den glücklich verheirateten, allseits beliebten Boss nimmt erwartungsgemäß immer extremere Züge an; das Spektrum reicht von ausgestellter Geilheit bis zur vollständig ausgebildeten Stalker-Psychose. Natürlich will Derek keiner glauben, und die zuvor allenfalls als Kontrollfreak beschäftigte Sharon darf sich nun als in der Krise erstarktes Muttertier gerieren: "Don't come near my familiy, bitch!"

Was eine Zeit lang, wenn auch ausschließlich der gern gesehen Prämisse wegen, durchaus als glattes Hollywood-Entertainment Freude macht, erweist sich schnell als unaufwendig kalkuliertes Quatschkino: Weder Derek noch Sharon scheinen, von seinem Büro mal abgesehen, ein Umfeld oder eine Vergangenheit zu haben; auch die schizoide Lisa bleibt eine Reißbrettfigur aus dem Nichts. Jeglicher Thrill wird der Vorbereitung des unvermeidlichen, überlangen Catfights zwischen Ali Larter und der im letzten Filmdrittel zur Hauptfigur avancierten Beyoncé Knowles geopfert. Wer schon einmal einer Kinovorstellung in den USA beiwohnte, die hauptsächlich von schwarzem Publikum bevölkert wird, kann sich auch ziemlich gut vorstellen, wer dem Film das ganze Geld an den US-Kinokassen gebracht hat: Nirgendwo sonst wird so gejohlt und geschrien und den Filmfiguren lauthals der nächste Schritt empfohlen. Da ist Knowles als taffe schwarze Mama, die sich von der weissen bitch nicht den Mann wegnehmen läßt, die ideale Identfikationsfigur und somit auch hundertprozentig legitimiert, die Bedrohung unter dem heimischen Kronleuchter zu begraben.

Es ist schade um die recht ansehnlichen Leistungen Elbas und Larters, die leider auch mit klar in schwarz und weiss aufgeteilten Rollenklischees zu arbeiten haben: Es besteht überhaupt kein Zweifel an Dereks Integrität und damit auch nicht am Wahnsinn Lisas, Zwischentöne sind hier nicht gefragt. Mit dem dummdreisten Blödsinn, den OBSESSED sich ab der Hälfte zu erzählen erlaubt, geht das Interesse demnach flöten und somit, das muß man ja auch mal sagen, die Kinozuschauer außerhalb Amerikas.

DVD.
Ton und Bild fallen gut, wenn auch nicht überragend aus; die deutsche Synchro ist erstaunlich gut gelungen, sowohl in Sprecherwahl als auch in der Abmischung. Die Bonus-Features erschöpfen sich in mitproduzierten Blabla-Featurettes zu Fights und Fummel.








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